Dienstag, 24. September 2019

Inkontinenz, Mundgeru ch, Blähungen & Co: darüber spricht man nicht!

Ausgabe 2019.09
Seite 1 von 3

Es gibt Beschwerden, über die niemand gerne spricht. Aber GESÜNDER LEBEN tut es! Denn egal ob Hämorrhoiden, Inkontinenz oder einfach nur Mundgeruch oder übermäßiges Schnarchen: Gegen all diese Leiden kann jeder etwas unternehmen. Hier verraten die GESÜNDER LEBEN-Experten, was zu tun ist.

 


Foto: © iStock - graphicgeoff

Nie war es einfacher, mit allen über alles zu reden – in einer Zeit von sozialen Medien und offener Kommunikation. Aber es gibt sie tatsächlich noch, die Themen, über die man nicht spricht. Tabuthemen sind insbesondere gewisse körperliche Zustände, weil sie oft mit großer Scham behaftet sind. Kopfweh, Halsweh, Grippe – okay, das erzählt man sogar den Kollegen am Arbeitsplatz. Aber Hämorrhoiden, Erektionsstörungen oder Inkontinenz? Darüber spricht man meist nicht einmal im engsten Freundeskreis. „Sogar bei mir als Hausärztin rücken die Patienten oft erst nach einem längeren Gespräch über ganz andere Beschwerden mit ihrem wahren Problem heraus“, erzählt die Allgemeinmedizinerin Dr. Luzia Polak-Holzer aus ihrer Praxis. „Manche Beschwerden sind gesellschaftlich tabu oder die Menschen glauben das zumindest, denn es berührt ihre Intimsphäre. Sie denken auch, nur sie selber und kein anderer sei betroffen. Würden sie sich trauen und schambehaftete Leiden ihren guten Freunden erzählen, könnten sie sehen, dass sie nicht alleine sind. Die junge Generation ist da viel lockerer und redet offener, beispielsweise in Gruppen junger Mädchen.“ Dr. Polak-Holzer ist Hausärztin in Baden und damit die erste Anlaufstelle für die körperlichen Beschwerden ihrer Patientinnen und Patienten. Meistens geht es allerdings nicht nur um den Körper: „Unsere Gesellschaft verlangt heute, dass wir Übermenschen sein müssen, die immer perfekt funktionieren. Ich ermutige meine Patienten, selbstbewusst zu sich selber zu stehen, zu den Veränderungen, die das Leben und das Alter mit sich bringen. Es sind natürliche Vorgänge, von denen wir alle betroffen sein werden, daher sollten wir natürlich damit umgehen. Und wir dürfen Verständnis erwarten. Wichtig ist aber, sich mit einem Problem rechtzeitig an eine Fachperson zu wenden, um chronische Leiden zu verhindern, die sehr viel schwieriger zu therapieren sind. Mein Tipp: Sprechen Sie vertrauensvoll mit Ihrem Hausarzt! Ich kenne die Erleichterung in den Gesichtern meiner Patienten, wenn sie ihr Problem ausgesprochen haben und ich ihnen erkläre, dass es sehr vielen Menschen genauso geht.“

GESÜNDER LEBEN hat Ärzte befragt, mit welchen „Tabus“ ihre Patientinnen und Patienten zu ihnen kommen – und welche Therapien angebracht sind.

Scheideninfektionen
Scheidenpilze oder Bakterieninfektionen zeigen sich in Juckreiz, übel riechendem Ausfluss, brennen beim Urinieren und schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Ausgelöst werden sie durch hormonelle Veränderungen, durch die Pille, Medikamenteneinnahme oder einfach durch ganz natürliche physiologische Schwankungen im Körper.

WAS TUN?
„Verwenden Sie nur spezielle pH-neutrale Waschgels für den Intimbereich, niemals Seifen. Ein Übermaß an Hygiene ist auch schlecht für die Scheidenflora, die ein ganz sensibles Gleichgewicht bildet. Hat man Beschwerden, kann man Probiotika oral oder genital als Zäpfchen nehmen. Wichtig ist auch eine ausgewogene Ernährung“, rät Dr. Polak-Holzer. „Hat man mit Probiotika keinen Erfolg, sollte man zum Gynäkologen gehen. Er macht einen Abstrich, um die Keimarten festzustellen. Ganz wichtig: Auch Ihr Partner muss behandelt werden, sonst geht die Infektion im Kreis!“


Mundgeruch
Manchmal bemerkt man schlechten Geruch aus dem Mund selber oder aber jemand anderer spricht es an. Ursache ist oft das Essen scharfer Speisen, Alkohol und vor allem mangelnde Mundhygiene.

WAS TUN?
„Der erste Schritt kann die Verwendung von Mundspüllösungen sein“, berichtet die Hausärztin. „Am wichtigsten ist aber der Besuch beim Zahnarzt, der feststellt, ob es sich um eine chronische Zahnfleischentzündung handelt. Ist das nicht der Fall, empfehle ich eine Gastroskopie, denn es kann eine chronische Entzündung des Magen-Darm-Bereiches vorliegen, auch verursacht durch das Bakterium Helicobacter Pylori. Besonders Schwangere sollten Mundgeruch beachten, denn Zahnfleischentzündungen bergen die Gefahr einer Frühgeburt.“

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Inkontinenz, Mundgeru ch, Blähungen & Co: darüber spricht man nicht!
Seite 2 Schwitzen
Seite 3 Inkontinenz von Blase und Darm

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