Donnerstag, 19. September 2019

In der Mitte des Lebens

Ausgabe 2016.7/8
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Für die einen sind die Wechseljahre eine der schlimmsten Lebensphasen. Andere sehen diesen Veränderungsprozess als neue Herausforderung und möchten die daraus gewonnenen Erfahrungen auf keinen Fall missen.


Foto: © Can Stock Photo Inc. - monkeybusiness

Noch vor zwanzig, dreißig Jahren war der Gedanke an die Wechseljahre ein grauenvoller. Viele Frauen sahen dieser Phase mit Angst entgegen – man gehörte von nun an zum sprichwörtlich alten Eisen. Doch Gott sei Dank hat sich die Forschung in den vergangenen Jahren intensiv mit dem Thema beschäftigt und mittlerweile weiß man, dass die Wechseljahre mit der richtigen Einstellung und dem einen oder anderen unterstützenden Hausmittel oder Medikament recht gut zu bewältigen sind. Wichtig ist einfach nur, den Wechsel nicht als Krankheit, sondern als neuen Lebensabschnitt zu sehen.

Wie Wechseljahre des Mannes

Auch Männer kommen in den Wechsel.

Ähnlich wie bei der Frau durchlebt auch der Mann, beginnend mit dem 50. bis 55. Lebensjahr, eine gewisse körperliche Umstellung. Dieser Lebensabschnitt wird als Klimakterium virile oder Andropause bezeichnet.
Die Veränderungen beim Mann beziehen sich dabei aber hauptsächlich auf den sinkenden Testosteronspiegel. Das männliche Sexualhormon ist der Energie- und Lustlieferant des Mannes. Durch den Mangel an Testosteron kann es somit auch beim Mann in der Lebensmitte zu Problemen in Form von Erektionsstörungen, Prostatabeschwerden, Abbau von Muskel- und Zunahme von Fettmasse, Osteoporose, Leistungsabfall und Motivationsverlust kommen.

Im Gegensatz zur Frau, bei der der Östrogenspiegel innerhalb weniger Monate gravierend sinkt, ist der Prozess beim Mann aber eher schleichend. Der Testosteronspiegel verringert sich nach dem 40. Lebensjahr um maximal zwei Prozent jährlich. Durch einen gesunden Lebensstil lässt sich der Testosteronabfall noch weiter verlangsamen und regelmäßige körperliche und sexuelle Aktivitäten helfen zusätzlich, einem sinkenden Testosteronspiegel vorzubeugen.

Generell bleibt somit die Zeugungsfähigkeit des Mannes bis ins hohe Alter erhalten, nur die Qualität und Menge der fruchtbaren Samen im Ejakulat sinkt, je älter der Mann wird. Wenn irgendwann Erektionsstörungen auftreten, sollte vor Einnahme jeglicher potenzsteigender Mittel auf jeden Fall ein Arzt konsultiert werden, der über Nebenwirkungen und Risiken aufklärt.

Männer zählen deshalb auf jeden Fall zu dem begünstigten Geschlecht, bei dem es lediglich bei zehn bis fünfzehn Prozent tatsächlich zu massiven Beschwerden, ähnlich den Wechselbeschwerden der Frau, kommt. Die meisten Symptome sehen Ärzte aber eher im Zusammenhang mit dem natürlichen Alterungsprozess.

Was heißt eigentlich „in den Wechsel kommen“? Von Geburt an befinden sich mehrere Tausend Eizellen in den Eierstöcken. Diese wachsen heran und im Alter von ca. 12 Jahren beginnt die Hypophyse mit der Produktion von FSH (= follikel-stimulierendes Hormon) und LH (= luteinisierendes Hormon). Mit Beginn der Pubertät wird durch diese Hormone die Bildung der Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron angeregt. Bald danach kommt es zur ersten Regelblutung. Die Phase der Fruchtbarkeit beginnt. Doch aller Anfang hat auch ein Ende. Nach etwa 35 Jahren verändert sich der Organismus der Frau langsam und schrittweise. Die Menstruation wird zunehmend unregelmäßiger, es findet kein Eisprung mehr statt, Östrogene sind nur mehr in geringen Mengen vorhanden, die Produktion von Progesteron wird eingestellt. Aber Vorsicht – trotz geringer Wahrscheinlichkeit, ab dem 44. Lebensjahr noch auf natürlichem Weg schwanger werden zu können, sollte das Thema Verhütung nicht ganz außer Acht gelassen werden! Denn wann genau der Wechsel beginnt, hängt von Lebensstil und Genen ab. Tatsache ist aber, dass der Veränderungsprozess durchschnittlich zehn bis fünfzehn Jahre dauert – die sogenannten Wechseljahre. Diese lassen sich medizinisch in drei Phasen untergliedern: die Prämenopause beginnt mit den Zyklusstörungen, die Perimenopause dauert bis zum völligen Ausbleiben der Menstruation (= Menopause) und in der Postmenopause hat man alles so weit überstanden – der Körper ist hormonell umgestellt, die klimakterischen Beschwerden lassen nach.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 In der Mitte des Lebens
Seite 2 Was spielt sich in dieser Zeit im weiblichen Körper ab?
Seite 3 Interview

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