Sonntag, 22. September 2019

Im Schatten der Hainbuche

Ausgabe 2013/05

Über die Mauern meines Pfarrhofgartens in Harth hängen die Äste zweier großer benachbarter Hainbuchen.


Die Sämlinge der beiden stattlichen Bäume sind schon jenseits der Mauer aus der Erde gewachsen, sodass ich sie vor einigen Jahren in eine Reihe gesetzt habe, damit sie einst den Garten gegen die Westwinde abschirmen. Mittlerweile sind diese stattliche Individuen.
Ich mag die Hainbuche sehr, da sie in unserer Heimat häufig vor- und mit wenig zurechtkommt. In ihrem Äußeren ähnelt dieser Baum zwar der Rotbuche, botanisch gesehen ist er aber der Familie der Birkengewächse zuzuordnen, was auch in der wissenschaftlichen Bezeichnung Carpinus betula zum Ausdruck kommt. Im Gegensatz zur Rotbuche hat das Hainbuchenblatt Falten und ist am Rand doppelt gezähnt. Ungeachtet der sichtbaren charakteristischen Merkmale eines Baums besitzt ein jedes von Gott geschaffene Lebewesen zudem eine Ausstrahlung, die wir uns zunutze machen können. Die Brücke dahin ist eine erhöhte und wachsame Sensibilität. Wer die Nähe der Hainbuche aufsucht, fühlt sich ermutigt, die eigene innere Frische und Lebendigkeit wiederzuentdecken. Wer müde und willenlos ist, der kann leicht wie ein Stück totes Holz auf dem Strom der Tage dahinschwimmen. Mit zwei praktischen Beispielen möchte ich aber verdeutlichen, dass der eine oder die andere etwas dagegen tun kann.


Auch wenn es als eigenartig empfunden wird: Probier es einfach einmal aus! Geh zu einer Hainbuche und umarme sie. Bleib unter ihrer Krone stehen. Gönne dir bewusst Ruhe und Entspannung. Müdigkeit kann viele Ursachen haben, wird aber immer vom Kopf her gesteuert. Die Nähe der Hainbuche kann mithelfen, dass mein Inneres gefestigt wird und dass ich selbst wieder zu etwas oder für jemand zu gebrauchen bin. Nicht umsonst sind die Stiele vieler Werkzeuge aus Hainbuchenholz gefertigt.


Ab und zu kann man sich selbst etwas Gutes tun, indem man in die eigene Badewanne steigt. Bei beständigen Erschöpfungszuständen ist es daher angezeigt, vom Hainbuchenbaum frische Blätter zu ernten. Nachdem diese klein geschnitten wurden, füllt man damit ein Gefäß im Maß eines halben Liters. Die damit gefasste Menge stellt man in 2 Liter kaltem Wasser zu und kocht diese 5 Minuten lang auf. Das Ganze 15 Minuten lang ziehen lassen und dann dem Badewasser zufügen. Es reicht oft schon, wenn man nur kurz – etwa 5 bis 6 Minuten – in der Wanne verbleibt. Trauen wir also auch einer Hainbuche ruhig zu, dass sie uns ihre Kräfte weitergeben kann.

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