Dienstag, 21. Mai 2019

Im Bett bleiben oder doch ins Büro?

Ausgabe 2016.09
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Husten, Schnupfen, Fieber, steifer Nacken: Wann man sich wirklich schonen sollte und wann man trotz Krankheit in die Arbeit darf.


Foto: © Can Stock Photo - Bialasiewicz

Nicht nur draußen vor der Tür, auch am Arbeitsmarkt weht der Wind immer rauer. Die Krankenstandstage der Österreicher sind rückläufig, immer mehr Beschäftigte quälen sich mit Erkältungen und sogar Fieber in die Arbeit. Doch mit diesem Verhalten steckt man nicht selten seine Kollegen an und gefährdet bisweilen auch die eigene Gesundheit. Tatsache ist: Zu Hause wird man schneller wieder gesund als im Büro. „Wenn der Körper sich ganz auf die Genesung konzentrieren kann, indem man ihm Ruhe gönnt und beispielsweise reichlich Kräutertee trinkt, ist es oft nicht einmal nötig, Medikamente einzunehmen. Wenige Tage oder ein langes Wochenende reichen dann meist, um sich auszukurieren“, betont  Dr. Wolfgang Molnár, Allgemein- und Komplementärmediziner in Wien. Er erklärt, mit welchen Zipperlein man ins Büro darf und wann man besser das Bett hüten oder ärztlichen Rat einholen sollte.

Rücksicht auf Kollegen nehmen!

Lässt es sich in arbeitsintensiven Phasen oder wegen besonderer Termine nicht verhindern, dass man angeschlagen in die Arbeit muss, sollte man zumindest auf die Kollegen Rücksicht nehmen. „Allgemeine Hygieneregeln sollten da selbstverständlich sein“, sagt Dr. Wolfgang Molnár.

„Gebrauchte Papiertaschentücher sollten nicht am Arbeitsplatz liegen bleiben, sondern sofort entsorgt werden, etwa in einem Plastiksackerl. Möglichst in ein frisches Taschentuch statt in die offenen Hände niesen, mit denen man dann später Türschnallen oder Oberflächen angreift, die auch von anderen berührt werden. Und regelmäßig die Hände gründlich mit warmem Wasser und Seife waschen.“ Auf Händeschütteln sollte man nach Möglichkeit verzichten. Niemand wird das für unhöflich halten!

Schnupfen
Die Nase läuft, man schnäuzt sich gefühlte hundert Mal am Tag und die gebrauchten Taschentücher türmen sich.
Kann ich arbeiten? Ein Schnupfen ist wirklich lästig, aber kein Grund für einen Krankenstandstag. Wenn man sonst gesund ist, darf man ins Büro.
Wann sollte ich zum Arzt?  Ändert sich das Nasensekret von klar auf gelb oder grün, kann das auf eine Entzündung der Nebenhöhlen hindeuten: Dann sollte man den Arzt aufsuchen. Das gilt auch für den Fall, dass Schmerzen oder Nasenbluten dazukommt.
Was kann ich tun? Da sich die Virenkonzentration im Herbst und Winter überall dort erhöht, wo viele Menschen zusammenkommen, sollte man häufiger als sonst die Hände waschen. Und im Umgang mit kranken Kollegen dezent auf Abstand bleiben und wenn möglich Händeschütteln vermeiden.

Husten
Kann ich arbeiten?  In den meisten Fällen ist es kein Problem, mit einem Husten zu arbeiten.
Wann sollte ich zum Arzt?  Dauern die Beschwerden länger als eine Woche an, sollte man einen Arzt aufsuchen. Trockener Husten wird meist von Viren verursacht, Schleim produzierender Husten kann von einer Erkältung, einer Bronchitis oder auch einer Lungenentzündung herrühren. Wer aufgrund einer Infektion geschwächt ist oder gar Fieber hat, riskiert eine deutliche Verschlechterung seiner Erkran­kung.
Was kann ich tun? Ist der Husten trocken, hilft es meistens, die Schleimhäute feucht zu halten, indem man mit Meersalz-Lösung inhaliert. Auch warme Getränke wie etwa Kräutertee tun bei
Husten gut. Generell sollte man darauf achten, mehr zu trinken.

Fieber
Fieber ist ein häufiges Krankheitszeichen, auf das jeder individuell reagiert. Fühlt sich der eine bei 38 Grad furchtbar elend, ist der andere noch relativ fit. Manche Menschen bekommen bereits bei einer leichten Erkältung Temperatur, während andere sehr selten Fieber haben. Fieber messen sollte man am besten mit einem Ohrthermometer im Ohr oder auch rektal – in der Achselhöhle ist das Ergebnis sehr ungenau und zeigt meist zu wenig an.  
Kann ich arbeiten?  Mit erhöhter Temperatur – also mit 37,5 Grad – zur Arbeit zu gehen, ist aus ärztlicher Sicht noch in Ordnung, solange man sich dabei halbwegs wohlfühlt. Spätestens wenn das Fieberthermometer auf 38 Grad klettert, sollte man zu Hause bleiben, damit sich der Körper erholen kann. Schließlich ist Fieber immer ein Anzeichen dafür, dass der Körper gegen Krankheitserreger kämpft.
Wann sollte ich zum Arzt? Steigt das Fieber auf mehr als 38,5 Grad an, sollte man zum Arzt gehen. Das gilt auch, wenn andere (Grippe-)Symptome dazukommen, etwa Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen und trockener Husten. Auch wer über einen längeren Zeitraum erhöhte Temperatur aufweist, sollte sich untersuchen lassen. Das kann auf einen schwelenden Infekt hinweisen.
Was kann ich tun?  Vor allem sollte man seinem Körper bei Fieber Ruhe gönnen. Bewährte Hausmittel: Wadenwickel zum Fiebersenken und viel (Tee) trinken.

Kopfschmerzen
Kann ich arbeiten?  Es spricht nichts dagegen, mit leichten, erträglichen Kopfschmerzen zu arbeiten, sofern keine anderen Beschwerden dazukommen. Ausschlaggebend ist, wie fit man sich fühlt. Wenn die Konzentration darunter leidet, sollten Beschäftigte bestimmter Berufsgruppen mit Verantwortung (Piloten, Buschauffeure) lieber vom Arbeiten
Wann sollte ich zum Arzt?  Treten zu den Kopfschmerzen Grippesymptome wie Fieber, Krankheitsgefühl und Gliederschmerzen auf, sollte man zum Arzt. Dauern die Kopfschmerzen länger als drei Tage an oder treten sie auch ohne Infekt regelmäßig auf, sollte man sich ebenfalls medizinisch untersuchen lassen.
Was kann ich tun?  Möglicherweise lindert die frische Luft auf dem Weg zur Arbeit die Schmerzen. Sonst hilft eine Kopfschmerztablette. Wichtig ist außerdem darauf zu achten, dass der Körper mit genügend Flüssigkeit versorgt ist.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Im Bett bleiben oder doch ins Büro?
Seite 2 Ohrenschmerzen

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