Dienstag, 07. Juli 2020

Ihr Schutzprogramm fürs Herz - Rauchen

Ausgabe 09/2011
Seite 4 von 4

6 Rauchen
Auch wenn Sie seit vielen Jahren rauchen: Gesundheitlich zahlt es sich für Herz und Blutgefäße immer aus, wenn Sie vom Rauchen loskommen – oder den Zigarettenkonsum zumindest deutlich reduzieren. Als kleine Motivationshilfe –so wirkt sich Nichtrauchen auf Ihre Gesundheit aus:
  • 1 Tag: Herzinfarktrisiko sinkt
  • 3 Tage: Atmung bessert sich
  • 3 Monate: Lungenkapazität erhöht sich um bis zu 30 %
  • 1 Jahr: Risiko der Herzkranzgefäß­erkrankungen halbiert sich
  • 2 Jahre: Herzinfarktrisiko annähernd wie bei Nichtrauchern
  • 5 Jahre: Schlaganfallrisiko annähernd wie bei Nichtrauchern
  • 10 Jahre: Lungenkrebsrisiko an­nähernd wie bei Nichtrauchern
  • 15 Jahre: Herz-Kreislauf-Erkrankungen annähernd wie bei Nichtrauchern
Die Tatsache, ob Sie Raucher oder Nichtraucher sind, entscheidet wesentlich darüber, wie hoch Ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist. Wichtig ist Ihr Wille, etwas daran ändern zu wollen: Es gibt vielfältige Beratungs- und Unterstützungsangebote. Fragen Sie Ihren Arzt oder informieren Sie sich z.B. beim Rauchertelefon (www.rauchertelefon.at; Tel. 0810 810 013)

Grönemeyers Tipp:
Raucherentwöhnung geht mit Unterstützung gleich leichter„Keiner kann mehr für Ihre Gesundheit tun als Sie selbst. Eine Pille Gesundheit, die man so einfach schlucken könnte, gibt es nicht. Wenn Sie sich entschieden haben, mit dem Rauchen aufzuhören, nutzen Sie auch Hilfen dabei, z.B. Akupunktur.“

7 Stress
Stress gehört zum Leben, er kann beflügeln und zu neuen Leistungen anspornen. Erst wenn die Anspannung zum Dauer­zustand wird, Entspannung fehlt und Angst und Frustration überwiegen, entsteht der negative Stress, der sogenannte Disstress. Als fortdauernder Gesamtzustand wird er gesundheitsgefährdend und schließlich bedrohlich fürs Herz. Spannung und Entspannung müssen in einem ausgewogenen Verhältnis stehen – diese Harmonie kann Ihnen allerdings kein Arzt verschreiben. Achten Sie auf Erholungspausen und bewusste „Auszeiten“ im Alltag, sie tun dem Herzen gut. Für jeden Menschen ist etwas anderes entspannend. Wichtig ist herauszufinden, was einem selbst gut tut, z.B. ein ausgiebiger Spaziergang, Musik hören, Sport … Ist der Stress­pegel höher, ist es sinnvoll, ganz gezielt Entspannungstechniken zu lernen und die in den Alltag zu integrieren (z.B. Progressive Muskelentspannung, Artikel Seite 56). Wenn Stress für Sie ein andauerndes
Problem darstellt, fragen Sie Ihren Arzt bzw. in psychologischen Beratungsstellen, damit Sie frühzeitig gegensteuern können.

Grönemeyers Tipp:
Entspannen Sie genussvoll„Am besten durch das Zusammensein mit geliebten Menschen und Freunden. Geselligkeit ist gut fürs Herz. Schaffen Sie sich bewusste Ruhe- und Entspannungsphasen oder Kreativpausen. Mir gelingt das durch Wandern, lange Spaziergänge oder Joggen im Wald, lesen, Musik hören. Finden Sie heraus, was für Sie passend ist.“

Dem Herzen zuliebe
Hand aufs Herz, das waren jetzt jede Menge Tipps. Wie soll man die alle befolgen? Will man oder frau das überhaupt? Tatsache ist, dass es im Vergleich zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen nur wenig andere Krankheiten gibt, denen Sie so effektiv vorbeugen können. Dennoch –auch Spaß und Genuss gehören zu einem gesunden Leben, ist Herzpatient und Mediziner Grönemeyer überzeugt: „Ich will nicht der strengen Askese das Wort reden. Wir sollten nur nicht die Chance vertun, im Wissen um die Gefahren etwas bewusster mit unserem Körper umzugehen. Machen wir es unserem Herzen einfach etwas leichter, länger zu schlagen und den Kreislauf des Lebens in Gang zu halten.“


7 Schritte für ein gesundes Herz
Die Informationsbroschüre „7 Schritte für ein gesundes Herz“, herausgegeben von der Wiener Gesundheitsförderung (WIG) der Stadt Wien, können Sie gratis über die Homepage www.wig.or.at beziehen (siehe Downloadbereich).


Buchtipp:
"Dein Herz. Eine andere Organgeschichte", von Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer, S. Fischer Verlag, € 22,95
3
Ernährung
Für seine konstante und zuverlässige Leistung braucht das Herz eine ausgewogene Mischkost mit reichlich Obst,
Gemüse und Vollkornprodukten. Doch wie viel ist reichlich Obst und Gemüse? Sind drei Portionen Fleisch in der Woche zu viel? Sind Süßigkeiten erlaubt? Wie eine gesunde Ernährung im optimalen Fall aussehen kann, zeigt die österreichische Ernährungspyramide (Bundes­ministerium für Gesundheit, 2010) mit folgenden Empfehlungen:
Täglich min. 1,5 Liter Wasser und alkoholfreie bzw. energiearme Getränke.
Täglich 3 Portionen Gemüse oder Hülsenfrüchte und 2 Portionen Obst.
Täglich 4 Portionen Getreide, Brot, Nudeln, Reis oder Erdäpfel (5 Portionen für sportlich Aktive und Kinder) – vorzugsweise Vollkorn.
Täglich 3 Portionen fettarme Milch und Milchprodukte.
Pro Woche 1–2 Portionen Fisch. Pro Woche maximal 3 Portionen fettarmes Fleisch oder fettarme Wurstware. Pro Woche maximal 3 Eier.
Täglich 1–2 Esslöffel pflanzliche Öle, Nüsse oder Samen. Streich-, Back- und Bratfette und fettreiche Milchprodukte sparsam.
Fett-, zucker- und salzreiche Lebensmittel und energiereiche Getränke selten.
Einen Folder mit Detailinformationen zur Ernährungspyramide können Sie z.B. beim Fonds Gesundes Österreich gratis downloaden (www.fgoe.org/presse-publikationen/downloads/broschueren-folder; „Ernährungsfolder“ anklicken).

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Ihr Schutzprogramm fürs Herz
Seite 2 Gewicht
Seite 3 Vorsorge
Seite 4 Rauchen

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