Montag, 20. Mai 2019

Ihr Schutzprogramm fürs Herz

Ausgabe 09/2011
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Schlag für Schlag hält das Herz den Kreislauf des Lebens in Gang – für den bekannten Mediziner Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer ist dies eines der größten Wunder. Seinen Patienten legt er einen eigenverantwortlichen und liebevollen Umgang mit diesem besonderen Organ ans Herz und gibt Tipps für ein sehr persönliches Vorsorgeprogramm.

Foto: istockphoto.com - Marek Tihelka
Machen Sie bitte mit Ihrer rechten Hand eine Faust – so groß ist ungefähr Ihr Herz. Es ist Ihr größter Muskel und ein starker Motor. Es schlägt zwischen 60 und 80 Mal pro Minute, 100.000 Mal am Tag, 36 Millionen Mal im Jahr und 2,5 Milliarden Mal im Laufe eines 70-jährigen Lebens. Pro Minute werden mehr als fünf Liter Blut transportiert, was in etwa dem gesamten Blutvolumen des Körpers entspricht. Macht wiederum mehr als 300 Liter in einer Stunde, die der Herzmuskel bewegt – eine Spitzenleistung.

Bis heute ist es jedoch ein ungelöstes Rätsel, wie der Taktgeber des Herzens – der sogenannte Sinusknoten – gestartet, wie und wodurch er programmiert wird. „Es scheint, als seien uns der Herzschlag und sein Rhythmus geschenkt, woher und von wem auch immer“, schreibt der renommierte deutsche Arzt Prof. Dietrich Grönemeyer nicht ohne Ehrfurcht in seinem neuen Buch – einem vorprogrammierten Bestseller. Grönemeyer, eigentlich Radiologe und Rückenspezialist, hat einen Ausflug in die Kardiologie gewagt. Er hat „Dein Herz. Eine andere Organ­geschichte“) vor allem auch als seine Geschichte –als betroffener Patient –geschrieben. „Ich lag selbst mit Vorhofflimmern infolge einer Herzmuskelentzündung auf der Intensivstation. Ich hatte Todesangst. Das war ein einschneidendes Erlebnis.“ Spätestens seit damals steht für den Mediziner fest: „Das Herz ist nicht nur eine Pumpe. Das Herz fühlt, was uns bewegt.“

Sorgen Sie vor
Grönemeyer weiß also aus Erfahrung, was es bedeutet, wenn das Herz besonderen Schutz braucht. Es unterliegt wie fast alle Organe natürlichen Verschleißerscheinungen, die sich mit zunehmendem Alter immer deutlicher bemerkbar machen. Herzerkrankungen gehören zu den häufigsten Zivilisationserscheinungen und der Herzinfarkt ist Todesursache Nr. 1 nicht nur in Österreich, sondern in allen Industrienationen, in denen das Leben durch Stress, Nikotin, Alkohol, falsche Ernährung und Umweltgifte belastet ist. Der deutsche Mediziner plädiert für einen ­liebevollen und eigenverantwortlichen Umgang mit dem eigenen Herz, denn die gute Nachricht ist eindeutig: Ob ein Mensch über 50 an einem Herzleiden stirbt, hat weniger mit dem Schicksal oder den Genen zu tun als mit seiner Lebensführung. Nehmen Sie also Ihr Schicksal selbst in die Hand, denn für Ihre Herzgesundheit können Sie viel tun. Hier die sieben wichtigsten Schritte für ein gesundes Herz (Quelle u.a. siehe Info-Kasten, Seite 49) zusammen mit sehr persönlichen Tipps von Mediziner Grönemeyer:

1 Bewegung
Schon dreimal zehn Minuten Bewegung täglich reichen aus, das Herz-Kreislauf-System zu stärken und sich wohler zu fühlen. Vor allem wer sich bisher kaum bewegt hat, profitiert schon von diesem kleinen Training. Sie müssen dabei nicht unbedingt ins Schwitzen kommen, wenn Sie durch die Bewegung schneller und tiefer atmen, sind Sie auf dem richtigen Weg. Erledigen Sie z.B. kleine Einkäufe zu Fuß, fahren Sie mit dem Fahrrad zur Arbeit, verzichten Sie auf den Lift. Wichtig ist, dass Sie auf mindestens diese 30 Minuten kommen – und natürlich darf es auch mehr sein! Aus dem raschen Spaziergang kann auch regelmäßiges Walking oder Jogging werden. Auch Schwimmen und Tanzen ist empfehlenswert.


Grönemeyers Tipp:
Betreiben Sie Ausdauersport „Arteriosklerose erstreckt sich über Jahrzehnte und ist so lange schmerzlos, solange keine relevante Einengung von Gefäßen entsteht. Am besten kann man mit einem gefäßstabilisierenden Bewegungstraining und mit Wasseranwendungen vorbeugen. Bei Einengungen an den Beinen sind Wärme- und Kälteanwendungen ab einer bestimmten Stufe verboten, besprechen Sie alle Fragen gezielt mit Ihrem Kardiologen.“

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Ihr Schutzprogramm fürs Herz
Seite 2 Gewicht
Seite 3 Vorsorge
Seite 4 Rauchen

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