Mittwoch, 22. Mai 2019

„Ich mache Mut zum Neubeginn“

01. Dezember 2010

Schädel-Hirn-Trauma: diese Diagnose änderte das Leben von Sigrid Kundela von Grund auf. Mir einem Buch und der Gründung einer Selbsthilfegruppe fand sie neuen Lebensmut. Diesen will sie an andere betroffene weitergeben.


Foto: flickr.com - Gregory Pleau Ein Verkehrsunfall im Juni 1992 stellte das Leben von Sigrid Kundela von einer Minute auf die andere auf den Kopf. Die 28-Jährige krachte unverschuldet mit ihrem Auto frontal in ein mit Tempo 130 entgegenkommendes Auto. Kundela überlebte mit einem Schädel-Hirn-Trauma und einer zertrümmerten rechten Stirnhälfte. In einer aufwendigen  Operation wurde diese mit Schrauben  und Plättchen wiederhergestellt. Dochder Seele hilft keine Operation. Kundela arbeitete als Journalistin, ihre Freizeit verbrachte sie als Trainerin einer Voltigiergruppe. Der Unfall zog eine schwere Sehbehinderung und weitere Einschränkungen nach sich, die Arbeiten, Reiten und Sport unmöglich machten. Kundela wurde depressiv und nahm 20 Kilo zu. „Ich kam mir völlig nutzlos vor“, erinnert sie sich. Sechs Jahre später kam die Kehrtwende: Ein Arzt und eine Klinische Neuropsychologin brachten sie auf die Idee, ihre Geschichte in einem Buch aufzuarbeiten. Mit der Arbeit an „Mein neues Leben“ und dem Erfolg bekam Kundela neuen Lebensmut.

„Der Austausch mit anderen Betroffenen gibt Kraft. Selbsthilfegruppen tragen deshalb wesentlich zur Gesundung bei.“
Sigrid Kundela, Gründerin der Selbsthilfegruppe für Schädel-Hirn-Trauma

Psychohygiene im Alltag. Zufällig lernte sie die Selbsthilfegruppe für Schädel-Hirn-Trauma in der Klinik Mauer bei Amstetten kennen. Sie beschloss, mit einem Neurologen eine Gruppe für Schädel-Hirn-Trauma-PatientInnen zu gründen. „Ich habe mir damit eine neue Aufgabe geschaffen.“ Seit 1998 organisiert die heutige Pensionistin Treffen mit Vorträgen und zum Erfahrungsaustausch. Die Gruppe bietet aber auch einen Englischkurs, Ausflüge, betreibt Kegeln und Minigolf. Finanziert wird all das über Spenden und aus Verkaufserlösen von Selbstgebasteltem. Sechs Mal im Jahr publiziert die Gründerin außerdem eine Zeitung. Und: Sie berät Betroffene und Ange hörige – sowohl via Telefon als auch im Rehabilitationszentrum Meidling. „Das Leben nach einem Unfall geht weiter“, sagt Kundela mit fester Stimme. Wer wüsste es besser als sie.

www.shg-sht.at, Tel.0664/323 36 26


Autor: Martina Stehrer

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