Ich kann endlich besser sehen – dank Laser

Ausgabe 2018.05

Egal ob kurzsichtig, weitsichtig oder bei Astigmatismus: Die Augen lasern zu lassen, ist eine effektive und nachhaltige Methode, wieder scharf sehen zu können. GESÜNDER LEBEN zeigt, für wen das Augenlasern infrage kommt.


Foto: iStock_AUGE-robertsrob-519788664

Rund die Hälfte aller Österreicher sieht schlecht, Tendenz steigend. Dementsprechend boomt auch der Brillenmarkt. Doch nicht jeder Fehlsichtige trägt gerne Brille. Gerade bei sportlichen Aktivitäten wird sie oft als mühsam und störend empfunden. Und nicht immer sind dann Kontaktlinsen die ultimative Lösung, wie uns Sophie K. erzählt. Sie zählt zu jenen Menschen, die seit ihrer Kindheit an Kurzsichtigkeit leiden. In der Schule wurde sie oft als Brillenschlange gehänselt. Mit 18 Jahren hat die junge Frau dann ihre ersten Kontaktlinsen bekommen. Doch zwei Jahre später haben Sophies Augen angefangen zu brennen, waren ständig gerötet. Häufige Bildschirmarbeit hat zu einer Kontaktlinsenunverträglichkeit geführt. Und was jetzt? Sophie hat sich über Alternativen zu Brille und Kontaktlinsen schlau gemacht und ist bei ihren Recherchen auf das Thema Augenlasern gestoßen. Ein Leben ohne Sehhilfe und trotzdem den absoluten Durchblick bewahren?    

Augenlasern: Für jeden geeignet? Der Grundstein für moderne Laserbehandlungsmethoden wurde schon vor über dreißig Jahren gelegt. Seitdem hat sich die Laserchirurgie immer weiter entwickelt. Wer sich heutzutage seinen Sehfehler mittels Laser korrigieren lassen möchte, findet ausgefeilte und sichere Methoden vor. Doch lässt sich jede Kurz- oder Weitsichtigkeit einfach so „weglasern“? „Um feststellen zu können, ob die Augen überhaupt für eine Laserung geeignet sind, muss eine intensive und umfassende augenärztliche Voruntersuchung stattfinden“, weiß Priv.-Doz. Dr. Martin Dirisamer, Leiter des Smile-Eyes-Augenlaserzentrums in Linz. „Dabei werden Parameter wie Hornhautdicke und die genaue Fehlsichtigkeit mit hochmodernen Geräten vermessen. Zudem wird der Augendruck bestimmt sowie der Durchmesser der Pupillen und vieles mehr ermittelt. Erst nach Durchführung aller notwendigen Untersuchungen lässt sich mit Gewissheit sagen, ob eine Laserkorrektur infrage kommt oder nicht bzw. welche Augenlasermethode für die Korrektur die richtige ist“, so der Facharzt für Augenheilkunde und Optometrie weiter. Prinzipiell gilt:
• Die unterschiedlichen Augenlasermethoden eignen sich zur Behandlung von Kurzsichtigkeiten bis zu -10 Dioptrien.
• Bei Weitsichtigkeit liegt die Grenze bei maximal +4 Dioptrien und
• bei Astigmatismus (Hornhautverkrümmung) bei maximal 6 Dioptrien.
• Ist eine entsprechende Indikation gegeben, kann der Laser auch bei Altersweitsichtigkeit eingesetzt werden.

Lasern? Das müssen Sie bedenken! Eine Laserbehandlung setzt einiges voraus. So muss der Patient beispielsweise volljährig sein. Eine weitere Bedingung ist eine seit mindestens einem Jahr stabile Sehstärke, das heißt, die Dioptrienwerte haben sich in dieser Zeit nicht oder nur unwesentlich verändert.Zusätzlich dürfen keine relevanten Augenerkrankungen (z. B. Hornhauterkrankungen, Entzündungen im Auge) oder eine zu dünne Hornhaut vorliegen. Der Lasereingriff erfordert zudem einen guten gesundheitlichen Allgemeinzustand.

Die Risiken einer Laserbehandlung. Wie bei allen Operationen gilt auch für das Augenlasern: kein Eingriff ohne Risiko. „Durch die Behandlung kann beispielsweise ein Trockenheitsgefühl im Auge auftreten. In den ersten Wochen nach der Operation ist eine erhöhte Licht- und Blendempfindlichkeit der Augen wahrscheinlich“, weiß Dirisamer. Auch Schmerzen und schwankende Sehleistungen sind möglich. In manchen Fällen kann es auch zu einer Hornhautentzündung oder Narbenbildung kommen. Diese Nebenwirkungen bilden jedoch eine seltene Ausnahme. In der Regel laufen heutzutage rund 99 Prozent aller Eingriffe problemlos ab. Die Lasertechnik ist also sehr ausgefeilt. Nach einer erfolgreich durchgeführten Augenlaseroperation kann man im Normalfall davon ausgehen, ein Leben lang ohne Fernbrille auszukommen. Bei den meisten tritt eine deutliche Verbesserung der Sehkraft bereits unmittelbar nach der Operation auf. In der Regel ist man nach maximal vier bis fünf Tagen wieder arbeitsfähig. Trotzdem kann die augenärztliche Nachsorge bis zu drei Monate dauern.


 

Die Kosten. Augenlasern muss man sich leisten können, da der Eingriff für den Patienten mit nicht unerheblichen Kosten verbunden ist. In der Regel gibt es von den gesetzlichen Krankenkassen keinen Zuschuss. Augenlasern wird zwar als medizinisch sinnvoll angesehen, fällt jedoch in den Bereich der ästhetischen Behandlungen. Private Zusatzversicherungen übernehmen, bei entsprechendem Leistungspaket, in den meisten Fällen einen Teilbetrag. Die Preise sind je nach Methode unterschiedlich und liegen durchschnittlich bei 2.000 bis 2.500 Euro pro Auge. Bei deutlich günstigeren Angeboten sollte man sich immer nach dem genauen Leistungsumfang erkundigen (ob zum Beispiel die Vor- und Nachuntersuchungen im Preis enthalten sind oder nicht. Viele Augenlaserzentren und -kliniken bieten ihren Kunden bei Bedarf auch Finanzierungsmöglichkeiten mit Ratenzahlung an.

Augen lasern? – so geht’s!

Die Augenlasermethoden unterscheiden sich primär darin, auf welche Art die Hornhautform verändert wird.

PRK. „Das älteste anerkannte Augenlaserverfahren ist die sogenannte PRK-Methode. Die photorefraktive Keratektomie wird seit den 1980er-Jahren angewendet. Beim PRK-Verfahren wird die oberste Schicht der Hornhaut mithilfe eines speziellen Spatels mechanisch entfernt“, erklärt Dr. Martin Dirisamer. Erst dann beginnt die eigentliche Laserbehandlung. Der Eingriff dauert insgesamt nicht länger als etwa zehn Minuten pro Auge. Nach der Behandlung benötigen die Augen einige Tage, um sich zu regenerieren. Diese Zeit ist oftmals auch mit Schmerzen und einem reduzierten Sehvermögen verbunden. Die volle Sehschärfe entwickelt sich in der Regel innerhalb einer Woche.

LASEK. Als Erweiterung der PRK gilt die LASEK-Methode (laser-epitheliale Keratomileusis), bei der die oberste Hornhautschicht mit einer alkoholischen Lösung abgelöst und anschließend zur Seite geschoben wird. Nach dem Lasereingriff wird die oberste Schicht der Hornhaut wieder zurückgeschoben. Vorteil zur PRK-Methode: eine meist kürzere Regenerationszeit.  

LASIK und Femto-LASIK. „Eine Weiterentwicklung der Augenlaserverfahren stellen die Methoden LASIK (Laser-in-situ-Keratomileusis) und Femto-LASIK dar“, so Augenlaserexperte Dr. Martin Dirisamer. „Bei diesen Operationsverfahren wird ein sogenannter Flap, ein Hornhautdeckel, mithilfe eines Mikropräzisionsmessers (Mikrokeratom) oder, häufiger noch, mit einem Femtosekundenlaser erzeugt, dann aufgeklappt und nach der Laserbehandlung wieder zurückgelegt.“  Im Vergleich zur PRK-Methode sind LASIK- und Femto-LASIK-Eingriffe faktisch schmerzfrei und bringen eine relativ rasche Wiederherstellung der Sehkraft. Dennoch stellt der Flap über einen längeren Zeitraum eine gewisse Schwachstelle in der Hornhaut dar, da er nicht mehr vollständig anwächst. Zudem kann es nach einer LASIK-Augenlaser-Behandlung kurzfristig zu einem geschwächten Nacht- und Dämmerungssehen kommen.  

SMILE. Einige Augenlaserzentren bieten ihren Patienten auch die neueste Generation des Augenlaserns, die sogenannte SMILE-Methode, an. Bei diesem Verfahren wird lediglich ein kleiner Schnitt von zwei bis drei Millimetern in der oberen Hornhautschicht vorgenommen, der Flap entfällt. „Die schonende und innovative SMILE-Methode verursacht keine Schmerzen. Die volle Sehstärke stellt sich meist schon innerhalb von ein bis zwei Tagen ein“, erklärt Dr. Dirisamer. Ein weiterer Vorteil der SMILE-Methode: Der Eingriff (für beide Augen gerechnet) dauert nicht länger als 10 bis 15 Minuten.

© Gesünder Leben Verlags GsmbH.