Montag, 22. April 2019

Ich durchschaue dich!

Ausgabe 2019.04
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Hochgezogene Augenbrauen, verschränkte Arme, wilde Gesten, aufrechte Sitzhaltung: Unser Körper spricht auch dann, wenn wir schweigen. Experte Stefan Verra verrät in GESÜNDER LEBEN die wichtigsten Körpersprachensignale. Damit bleibt Ihnen so manches Geheimnis Ihres Gegenübers nicht verborgen …


Foto: ©SeverinSchweiger

Es kommt nicht (nur) darauf an, WAS man sagt, sondern auch, WIE man es sagt. Was für die verbale Kommunikation, also die gesprochenen Worte, gilt, gilt für die nonverbale Kommunikation mindestens ebenso: Denn unser Körper sendet permanent unbewusst Signale und gibt mitunter mehr über unser tatsächliches Seelenleben preis, als es uns lieb ist. Kurz: Unser Körper spricht selbst dann, wenn wir schweigen.

Buchtipp

buch3Leithammel sind auch nur Menschen: Die Körpersprache der Mächtigen

Stefan Verra, Ariston Verlag, 22 Euro

Stefan Verra live:
09.04.2019: Wien, Globe Wien/Marx Halle
10.04.2019: Linz, Neues Rathaus, Festsaal
08.05.2019: Graz, Orpheum
09.05.2019: Klagenfurt, Alpe-Adria-Universität
10.05.2019: Lienz, Aula des Gymnasiums
27.09.2019: Stift Admont, Admont

Die allererste Information
„Die nonverbale Kommunikation zwischen Menschen ist nach wie vor der erste und grundlegendste Faktor zur Einschätzung eines Individuums“, erklärt Stefan Verra. „Sie liefert uns die allererste Information über unser Gegenüber.“ Verra weiß, wovon er spricht: Er ist der bekannteste Körpersprachen-Experte im deutschsprachigen Raum, hält nicht nur Vorträge und unterhält mit lehrreich-witzigen Liveshows, sondern ist gern gesehener Gastvortragender auf Ärztekongressen und Universitäten. Seine Bücher finden sich regelmäßig auf den Bestseller-Listen. „Körpersprache ist älter als die Menschheit“, fährt Verra im GESÜNDER LEBEN-Interview fort. „Ob jemand beispielsweise ängstlich oder aggressiv ist, kann lebensrettend sein. Hätten wir vor Tausenden von Jahren darauf gewartet, ob unser Gegenüber mit uns spricht oder nicht, hätte uns der Säbelzahntiger schon längst aufgefressen.“

Emotionale Bilder im Kopf
Heute mögen wir zwar in der Regel nicht mehr vor bedrohlichen Tieren flüchten, aber wir wollen immer noch, vielleicht mehr denn je, gehört werden – und genau dafür ist, es mag ironisch klingen, die nonverbale Kommunikation unerlässlich: „Natürlich ist der Inhalt des Gesagten sehr wichtig, aber ob einem die Leute überhaupt zuhören oder nicht, entscheidet sich schon vorab an der Körpersprache des Redners. Menschen sind visuelle Tiere, unser Gehirn kann ohne Bilder nicht arbeiten.“ Zudem glauben wir der Körpersprache mehr als dem Gesagten, denn: „Worte mögen präzise sein, drücken aber keine Emotionen aus.“ Die verbale Sprache ist unvollständig ohne ihren nonverbalen Anteil – und umgekehrt! „Das eine geht nicht ohne das andere.“

Nicht eindeutig
Obwohl – oder gerade weil – Körpersprache seit jeher unverzichtbarer Teil der zwischenmenschlichen Kommunikation ist, ranken sich um sie viele Mythen. Zum Beispiel, dass sie eindeutig sei, betont Verra: „Keiner kann in einen Menschen hineinsehen – abgesehen vom Chirurgen und dem HNO-Arzt. Dass jemand zum Beispiel in eine bestimmte Richtung schaut, wenn er lügt, ist wissenschaftlich nicht haltbar. Die nachgewiesene Quote, an der man Lügner anhand der Körpersprache erkennen kann, liegt nur bei 50 Prozent.“ Auch beispielsweise das Verschränken der Arme kann vielerlei bedeuten, von Ablehnung bis hin zu Kälte. „Das Problem dabei: Wir wissen nicht, aus welchen Gedanken diese Körpersprache ausgelöst wurde.“ Deshalb, so Verra nachdrücklich: „Hüten Sie sich vor leichtfertigen Interpretationen und behalten Sie auch stets andere Deutungsmöglichkeiten im Hinterkopf.“ Ein weiterer häufiger Fehler, wenn man Körpersprache zu dechiffrieren versucht: Einzelne Körperregionen werden unabhängig vom Rest des Körpers analysiert. „Gestik, Mimik, Körperhaltung und Stimme sind eine Einheit und gehen ineinander über.“

(Fast) ehrlich
Anhand der Körpersprache mag man zwar keine Lüge mit Sicherheit entlarven, aber wenigstens die Körpersprache selbst ist ehrlich – zumindest meistens. „Mit Körpersprache lässt sich das Gegenüber zwar täuschen, jedoch nur sehr kurzfristig“, meint Verra. „Es ist wichtig, bei nonverbaler Kommunikation genau hinzuschauen. Tut man das, lässt sich eine unehrliche Körpersprache – und zugleich ein unehrlicher Inhalt – sehr leicht durchschauen.“ Folgerichtig spielt die Körpersprache eine wesentliche Rolle, wenn es darum geht, Authentizität auszustrahlen. „Nur wenn die Körpersprache deckungsgleich mit der gesprochenen Sprache ist, erzeugen wir ein stimmiges Bild und somit Glaubhaftigkeit.“ Noch wichtiger aber, hebt der Experte hervor, ist die Übereinstimmung der inneren Einstellung mit dem Gesagten und Gezeigten. „Ich bin nur dann authentisch, wenn ich mich glücklich fühle und es auch ausspreche und es zeige.“

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Ich durchschaue dich!
Seite 2 Mut zur Authentizität

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