Dienstag, 24. September 2019

Hurra, die Schule geht los!

Ausgabe 2019.09
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Der erste Schultag löst nicht nur bei Taferlklasslern oft Ängste oder Unsicherheiten aus. Mit den Tipps von GESÜNDER LEBEN gelingt ein entspannter Schulstart.


Foto: © iStock - Imgorthand

Wie werde ich mich mit meinen Mitschülern verstehen? Werde ich rasch Freunde finden? Wie sind wohl die Lehrer? Und wird das Lernen schwierig? Fragen wie diese gehen vor den ersten Schultagen den meisten Kindern durch den Kopf. Ines Berger ist Familienberaterin, Lerncoach und ehemalige AHS-Lehrerin. Sie kennt alle kleinen und großen Schulprobleme und -sorgen, sowohl aus Sicht der Kinder als auch der Eltern. „Das Wichtigste ist, den Kindern ihre Gefühle nicht auszureden. Besser, als zu sagen, dass sie keine Angst zu haben brauchen, ist, ihnen zu vermitteln, dass man sie versteht, dass diese Gefühle von Unsicherheit am Anfang von etwas Neuem normal sind.“ Eltern können Kindern etwa erzählen, wie ihr eigener Schulstart oder Umstieg in eine weiterführende Schule war und was ihnen damals geholfen hat. „Man kann seine Kinder fragen, was sie denn zur Überbrückung für die Einstiegszeit stärken könnte? Vielleicht ein Schal, der nach Mama riecht, das Lieblings-Schleich-Tier in der Schultasche und vorher alles üben, was eventuelle Unsicherheiten birgt“, schlägt Ines Berger vor. Also zum Beispiel gemeinsam den Schulweg abgehen bzw. abfahren oder einen Plan vom Schulgebäude anschauen und sich schon mal merken, wo Klassenzimmer, Turnsaal und Kantine sind. „Man kann sie auch daran erinnern, wie schnell sie Freunde in Kindergarten, Volksschule oder Sportverein gewonnen haben und dass sie wahrscheinlich wieder ähnlich rasch Anschluss finden werden“, meint die Familienberaterin.

Expertin

Ines Berger, Familienberaterin, Lerncoach und ehemalige AHS-Lehrerin
Unsere Expertin bietet auch Workshops für Eltern zum Thema Schule darf sich leicht anfühlen! an. Und zwar gemeinsam mit Yoga- & Meditationslehrerin Astrid Wecht.

Termine: Einführungs-Workshop am 17.9.2019
Tages-Workshop am 23.11.2019

Info: www.inesberger.at und
https://www.chillthemonkey.com

Risikofaktor eigene Schulzeit
Nicht selten werden Eltern durch ihre Kinder noch mal an die Erfahrungen der eigenen Schulzeit erinnert, und die Gefahr ist groß, dass sich eigene Gefühle mit denen der Kinder vermischen. „Eltern waren auch mal Schüler, wurden eventuell gedemütigt, beschämt oder ausgelacht. Diese negativen Gefühle sind abgespeichert, und mit seinen Kindern erlebt man sie oft noch einmal“, erklärt Berger. Wichtig ist es aber zu unterscheiden, welche sind die eigenen Gefühle und Erfahrungen und welche gehören zu seinem Kind. „Wird ein Kind zum Beispiel ungerecht behandelt und man hat diese Situation selber auch erlebt, reagiert man nicht aus dem Verstand, sondern emotional. Damit ist man kein geeigneter Unterstützer“, betont Berger.

Schule soll Freude machen
Generell ist es das Wichtigste, Kindern zu vermitteln, dass Schule eigentlich durchaus was Tolles ist. Denn Schule bedeutet Interessantes und Neues zu lernen, Gemeinschaft zu erleben und Freunde wiederzusehen. „Leider hört man aber so oft Sätze wie ‚Da musst du durch’, ‚Zum Glück ist die Schule bald vorbei’, ‚Jetzt beginnt der Ernst des Lebens’ und ähnliches“, weiß Ines Berger sowohl aus ihrer Zeit als Lehrerin wie auch als Beraterin. „Dabei ist das eine so lange und wichtige Lebenszeit. Und eine der schädlichsten Folgen aus diesem Denken ist es, wenn Kinder die Freude am Lernen verlieren, denn das wirkt sich oft ein Leben lang aus.“ Was hilft aber, Schule locker anzugehen, das Thema nicht nur negativ zu beladen? „Das Hauptproblem ist zu viel Druck auch von Seiten der Eltern. Oft ist der Faktor Schule so massiv, dass es kaum mehr ein anderes Thema in der Familie gibt. Ich darf aber als Elternteil meinem Kind vertrauen, dass es seinen Weg gehen wird. Mit der nötigen Unterstützung, die man ihm selbstverständlich immer anbietet.“ Das können dann Fragen sein, wie beispielsweise: „Wie kannst du dich am besten motivieren?“, „Was brauchst du, damit du dich besser konzentrieren kannst?“ Durch diese Fragen lernen Kinder die Kompetenz der Selbstwirksamkeit. Sie finden heraus, was sie brauchen und was sie stärkt.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Hurra, die Schule geht los!
Seite 2 Organisation und Ordnung

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