Freitag, 22. Februar 2019

100 Jahre leben? Ja, aber gesund!

Ausgabe 2015.06
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Der Mensch wird immer älter. Das bedeutet ein Plus an Lebensjahren, aber auch ein steigendes Erkrankungsrisiko. Ob man nicht nur lange, sondern auch lange gesund lebt, darauf hat jeder Einzelne von uns maßgeblichen Einfluss.


Foto: Can Stock Photo Inc. - yekophotostudio

Im römischen Imperium lebte der Mensch im Schnitt 22 Jahre. Im Mittelalter 33 und zu Beginn des 19. Jahrhunderts 49 Jahre. Heute wird der Mensch im Durchschnitt 70 bis 80 Jahre alt. Und es geht noch weiter: Ein heute in Mitteleuropa geborenes Baby hat eine 50:50-Chance, 100 Jahre alt zu werden. Zudem erleben bereits jetzt immer mehr Menschen ihren 100. Geburtstag. Selbst 110, 120 Jahre alt zu werden, ist bei steigendem hygienischem und medizinischem Standard kein unerreichbares Ziel. Da der Mensch heute länger lebt als früher, stellt sich die Frage, ob er langsamer altert und damit länger jung bleibt, oder ob er lediglich im Alter länger am Leben bleibt. „Beides trifft zu. Die moderne Medizin verlangsamt die Alterung und damit die Anfälligkeit für Krankheiten. Man wird also langsamer alt. „Ein heute 60-Jähriger ist wesentlich fitter, vitaler, gesünder und damit biologisch jünger als vor 200 Jahren. Andererseits ist man auch länger alt, es kommen quasi ein paar Jahre gegen Lebensende noch dazu“, sagt Markus Hengstschläger, Universitätsprofessor für Medizinische Genetik an der Medizinischen Universität Wien.

Buchtipp

buch2Markus Hengstschläger
Endlich unendlich
ECOWIN VERLAG, ISBN: 9783902404626, Preis 19,95 EUR

Wollten Sie nicht immer schon wissen, warum wir überhaupt altern und was dabei in unserem Körper vor sich geht? Was hat die moderne Biomedizin vielleicht einmal für jene zu bieten, die sich mit ihrer Endlichkeit nicht abfinden wollen? Der Autor gibt amüsante, aber immer wisschenschaftlich fundierte Antworten.

Warum altern wir? Der menschliche Körper besteht aus unzähligen Zellen. Sie leben unterschiedlich lang und werden beim Absterben durch neue Zellen ersetzt. Die meisten Zellen können sich aber nur begrenzt vermehren. Mit fortschreitendem Lebensalter funktioniert die Regeneration und Instandhaltung des Körpers immer schlechter, Zellen sterben ab, ohne ersetzt zu werden, oder sie mutieren und lösen Krankheiten aus. „Es gibt kein spezielles Gen, das für die Alterung zuständig ist. Grundsätzlich ist das Altern die Anhäufung von Fehlern im Sinne von Schädigungen in Zellen und deren Erbgut. Bei jeder Zellteilung passieren Fehler im molekularen Mechanismus, die sich im Laufe des Lebens anhäufen. Die Zelle funktioniert nicht mehr wie vorher. Die Folgen: Knochen werden porös, die Haut wird faltig, die Haare dünn“, sagt der Genetiker.

Alter macht krank. Altern ist für das Auftreten vieler Krankheiten und damit eng mit dem Sterberisiko verbunden. Zwischen dem 40. und 70. Lebensjahr dominieren Krebserkrankungen als häufigste Todesursachen, ab dem 70. Lebensjahr Herz-Kreislauf-Krankheiten. Und da diese ebenso wie Demenzkrankheiten typische Alterserscheinungen sind, ist ihre Zahl angesichts einer immer höheren Lebenserwartung stetig im Steigen (jeder dritte Mensch über 95 ist dement).

Reparieren oder vorsorgen. Je älter man wird, umso schlechter funktioniert auch die Regeneration körperlicher Defekte. Forscher stellen sich die Frage: Wo setzt man in Zukunft an? Wartet man, bis Organe defekt sind, und versucht man – wie heute üblich – diese im Schadensfall zu behandeln? Oder wäre es nicht viel effektiver, nicht schon viel früher auf seine Gesundheit zu achten? Letzteres wäre wünschenswert und der leichter gangbare Weg. Prävention ist und bleibt der wichtigste Baustein eines gesunden und langen Lebens. Und Prävention bedeutet nichts anders, als dass jeder Einzelne es in seine Hände nimmt, für sich und seine Gesundheit ausreichend gut zu sorgen. Wer das nicht tut, ist auf Reparaturmaßnahmen der Medizin angewiesen. Dabei hat er jedoch keine guten Karten. Bei allen Fortschritten der Medizin in den vergangenen Jahrzehnten gibt es nach wie vor viele Erkrankungen, die als nicht heilbar gelten. Und die Medizin kann das Sterben bestenfalls verzögern. Ob die Medizin Krankheiten wie Krebs und Demenz jemals wird heilen oder gar verhindern können, weiß niemand. Umso wichtiger ist es, das Heute im Auge zu haben, und das bedeutet: einen gesunden Lebensstil pflegen.

Übersicht zu diesem Artikel:
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