Donnerstag, 19. September 2019

HPV-Impfung ja oder nein?

Ausgabe 07-08.2014

Ab Herbst wird die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs über das Impfprogramm in den vierten Schulstufen angeboten. Soll man seine Kinder wirklich impfen lassen? 


Foto: ©Can Stock Photo Inc. - ramonespelt

Mädchen und Buben zwischen neun und zwölf Jahren können seit Februar dieses Jahres kostenlos geimpft werden. Im Herbst startet das Impfprogramm in der vierten Klasse der Volksschulen. Für alle Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr wird die geschlechtsneutrale Impfung überdies an öffentlichen Impfstellen der Bundesländer und bei Impfärzten kostenfrei angeboten. Für Jugendliche bis zum vollendeten 15. Lebensjahr wird eine Dosis der Vakzine bis auf Weiteres 50 Euro kosten (Normalpreis: 190 Euro). Die Immunisierung erfolgt bei Kindern bis zwölf Jahren in zwei Dosen im Abstand von mindestens sechs Monaten und braucht nach bisherigem Stand der Wissenschaft keine Auffrischung.

Was ist HPV? Humane Papillomviren sind weit verbreitet – und werden von Frauen und Männern übertragen. Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, werden nicht nur Mädchen, sondern auch Buben kostenfrei geimpft. HP-Viren können nicht nur über Geschlechtsverkehr, sondern auch über Schleimhautkontakt sowie Hautkontakt (kleinste Verletzungen) und bei der Geburt von der Mutter auf das Kind übertragen werden. Normalerweise verursachen die Viren keine Symptome. Die meisten HPV-Typen sind harmlos, besonders bekannt und als Low-Risk-Typen eingestuft werden HPV 6 und 11 – sie verursachen 90 Prozent aller Genitalwarzen oder gutartigen Veränderungen. Die beiden HP-Virusgruppen 16 und 18 indes werden als High-Risk-Typen eingestuft. Sie können, wenn auch in sehr seltenen Fällen, zu bösartigen Zellveränderungen und in weiterer Folge zu Gebärmutterhalskrebs führen. Nach neuesten Erkenntnissen werden drei Viertel aller Gebärmutterhalskrebs-Erkrankungen (jährlich bei uns rund 380 Neuerkrankungen) sowie deren Vorstufen von diesen beiden Typen verursacht. Weitere Krebsformen, die auch durch diese beiden Virusgruppen ausgelöst werden können, sind Vulva-, Vaginal- und Analkarzinome sowie Peniskarzinome.

Der beste Zeitpunkt für die Impfung. Idealerweise sollte die HPV-Impfung vor dem ersten Geschlechtsverkehr verabreicht werden. Laut dem Bundesministerium für Gesundheit „haben Untersuchungen eindeutig ergeben, dass die Impfantwort bei Kindern in dieser Altersgruppe am Besten ist. Die gebildeten Antikörper können ein Eindringen der Viren in die Körperzellen und somit eine Infektion optimal verhindern.“ Laut einer im Jahr 2012 im „British Medical Journal“ publizierten Studie – durchgeführt über zwei Jahre mit 17.000 Frauen im Alter zwischen 16 und 26 Jahren – unter der Leitung von Prof. Dr. Elmar Joura von der Universitätsklinik für Frauenheilkunde an der MedUni Wien verringert die HPV-Impfung auch nach einer schon erfolgten Erkrankung das neuerliche Infektionsrisiko um zwei Drittel. Darüber hinaus gäbe es Wirksamkeitsdaten bis zum 45. Lebensjahr – daher sei eine Impfung für alle bis 45 zu empfehlen. Allen Jubelmeldungen zum Trotz: Kaum eine Impfung hat in den letzten Jahren zu so kontroversen Diskussionen geführt wie die HPV-Impfung. Während die einen, so etwa die Österreichische Krebshilfe, die HPV-Impfung eindeutig empfiehlt, hat das Ludwig-Boltzmann-Institut für Health-Technology-Assessment die Empfehlung zurückgezogen. Und: Auch die japanische Regierung gibt – nach mehreren dokumentierten Impfschäden – für Mädchen zwischen 12 und 16 Jahren seit einem Jahr keine Empfehlung mehr ab. GESÜNDER LEBEN bleibt jedenfalls an diesem Thema dran und wird seine Leser bei Vorliegen neuer Erkenntnisse informieren.

Aktuelle Ausgabe & E-Paper


cover 2019-09 130x173

Aktuelles Heft 09/2019

Die nächste Ausgabe erscheint am 4. Oktober

 

Unsere Ausgabe 07-08/2019 als E-Paper Lesen!

Aktuelle Online Umfrage

Hand aufs Herz – wie nutzen Sie Ihr Handy?

Kontakt

  • Gesünder Leben Verlags GmbH
  • Johann Strauss Gasse 7/2/5
  • 1040 Wien, Österreich

Information