Montag, 17. Februar 2020

Hör auf deinen Körper! - Körpercode

Ausgabe 2017.12/2018.01
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So knacken Sie Ihren Körpercode. Der erste Schritt hin zu mehr Körperintelligenz bzw. einem höheren Körper-Intelligenz-Quotienten (KIQ) besteht darin, die Zeichen und Symptome des Körpers zu verstehen und somit den Körpercode zu entschlüsseln – und zwar auf vier Ebenen. Als Erstes werden Messdaten gesammelt (z. B. Blutdruck, Puls, Laborergebnisse, Daten von Fitness-Trackern wie Schrittzähler usw.). Hat man diese „hard facts“ beisammen, gilt es im zweiten Schritt auf körperliche Empfindungen zu achten – also zu spüren und die Signale des Körpers wahrzunehmen: von Hunger und Durst über Müdigkeit bis zum Drang, auf die Toilette zu gehen. Das mag banal klingen, doch „viele ignorieren ihre körperlichen Empfindungen in ihrem geschäftigen Leben“, weiß Abrams. Dass das nur eine Zeit lang gut geht, ist wohl jedem klar. Umso wichtiger ist daher der nächste Schritt: das Fühlen. Hierbei geht es darum, die Gefühle zu erkennen, die im Zusammenhang mit den körperlichen Empfindungen aufsteigen. Abrams nennt das „Gefühlsintelligenz“ oder „emotionale Körperintelligenz“, die überall im Körper verankert ist. Oder wer kennt das nicht, dass sich innerlich alles zusammenzieht, wenn man zum Beispiel vor einer Entscheidung steht. Oder wenn einem der Bauch schon viel früher als der Kopf sagt, dass man mit einer Person einfach nicht „warm wird“ – ob im Privatleben, im Business oder auch im Hinblick auf die Wahl des richtigen Arztes oder Therapeuten? Die Frage ist: Hören wir auf den Bauch? Sinnvoll wäre es; schließlich hat etwa das HeartMath Institute in Boulder Creek (Kalifornien) herausgefunden, dass unser „Herz-Denken“ bzw. die Intuition dem „Kopf-Denken“ vorausgeht. Das hat unter anderem damit zu tun, dass die Nervengeflechte in Darm und Herz Teil unseres sympathischen und parasympathischen Nervensystems sind und damit direkt mit unserer evolutionären Kampf-oder-Flucht-Reaktion verbunden sind. Soll heißen: Vertrauen Sie das nächste Mal darauf, wenn Ihr Bauch zu Ihnen spricht – sei es durch ein ungutes Gefühl oder durch Schmetterlinge. Die vierte Stufe in Richtung Entschlüsselung des Körpercodes kann man sich als eine Art Detektivarbeit vorstellen. Nun nämlich gilt es, die Erkenntnisse aus den ersten drei Schritten zusammenzufügen, daraus eine Geschichte zu machen, Verhaltensmuster zu erkennen, Rückschlüsse zu ziehen und zu unterscheiden, was einem der Körper tatsächlich sagen möchte. Dazu bedarf es womöglich ein wenig Übung und eventuell auch der Hilfe des Arztes oder Therapeuten Ihres Vertrauens. Doch es lohnt sich allemal.

Besser und gesünder leben. „Wenn wir zu viel wollen, zu wenig schlafen oder uns mies ernähren, stellen sich zunächst gewisse Symptome ein. Wenn wir dann nicht reagieren, kommt es zur Eskalation: der chronischen Erschöpfung“, weiß Rachel Carlton Abrams, die in Ihrem Buch detailliert auf jene Beschwerden und Symptome eingeht, die in vielen Fällen zu eben dieser Eskalation führen: Müdigkeit, chronische Schmerzen, Libidoverlust, Depressionen und Ängste, Allergien und Autoimmunerkrankungen. Wer den eigenen Körpercode entschlüsselt hat, die Signale seines Körpers versteht oder sie zumindest besser deuten kann und herausgefunden hat, warum er unter bestimmten Symptomen leidet, kann den nächsten Schritt tun: nämlich schlechte Lebensgewohnheiten ändern und somit ein besseres und gesünderes Leben führen. „Wir alle brauchen nahrhaftes Essen, erholsamen Schlaf, körperliche Aktivität, um stark und fit zu bleiben, Liebe und ein Gefühl der Zugehörigkeit und einen Sinn im Leben“, bringt es die Medizinerin vereinfacht auf den Punkt. Was davon man tatsächlich benötigt, muss man freilich selbst herausfinden, schließlich ist jeder Mensch einzigartig. Ein Patentrezept möchte und kann Abrams nicht liefern. Dafür jedoch bietet sie in ihrem Buch Grundlagen und praktische Maßnahmen, aus denen jeder auswählen und selbst entscheiden kann, was für ihn passt. Weiters ist es wichtig, zu wissen, dass Gesundheit und Wohlergehen dynamisch und prozesshaft sind. Wer also gesund ist, muss das nicht bleiben. Genauso kann es sich im Laufe des Lebens verändern, was einem gesundheitlich guttut. Und noch etwas: Wenngleich hier die Rede von (mehr) Körperintelligenz ist, sollten Sie entspannt bleiben und nicht jedes Wehwehchen auf die Waagschale legen. Vertrauen Sie auf Ihre Intuition und Ihr Gespür. Oder um es mit Doctor Rachels Worten zu sagen: „Ein bisschen weniger Intellekt und ein bisschen mehr Entspannung mildern gleich die adrenalingesteuerte Stressantwort.“

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Hör auf deinen Körper!
Seite 2 Körpercode

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