Freitag, 24. Mai 2019

Hilfe, meine Augen schmerzen!

Ausgabe 06.2014
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Hohe Temperaturen, viel Sonne und Klimaanlagen machen nun unseren Augen zu schaffen. Was können Sie gegen trockene, schmerzende Augen tun?


Foto: © Can Stock Photo Inc. - pandorabox

Menschen, die in Wüstengebieten leben, wussten sich schon immer vor dem Austrocknen der Augen zu schützen – was uns Europäer betrifft, so müssen wir den Umgang mit diesem Problem scheinbar erst lernen. Allerdings kann man „zu unserer Entschuldigung“ auch sagen, dass das Auftreten des Trockenen Auges, auch Sicca-Syndrom genannt, erst in den vergangenen Jahren massiv zugenommen hat. Heute sind in Österreich bereits 1,6 Millionen Menschen von Benetzungsstörungen des Auges betroffen!

Vielfältige Gründe. Manche Allgemeinerkrankungen wie etwa unerkannter Rheumatismus, die Einnahme bestimmter Medikamente und gewisse Hauterkrankungen stehen in Zusammenhang mit der Entstehung des Sicca-Syndroms, andererseits werden steigende Umweltbelastungen und unser neuer Lebens- und Arbeitsstil als Ursachen festgemacht. Stichwort Ozon und Abgase: „Eine groß angelegte US-Studie hat kürzlich einen engen Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und dem sogenannten Trockenen Auge aufgezeigt. Demnach sind die Einwohner von Großstädten rund drei- bis viermal mehr gefährdet, das Sicca-Syndrom zu entwickeln, als die Landbevölkerung“, berichtet Augenfacharzt Dr. Peter Gorka. Auch Feinstaub setzt nicht nur der Lunge zu: Die Kleinstpartikel verändern in Kombination mit dem UV-Licht der Sonne die Tränenflüssigkeit, die dadurch weniger vital wird. Der Mensch bekommt dadurch das Gefühl von trockenen Augen. Weiters spielen Heizungsluft und Klimaanlagen eine große Rolle. Wir heizen immer länger und mehr als früher – das führt zu einer vermehrten Austrocknung der Raumluft, und Klimaanlagen haben im Sommer einen ähnlichen Effekt. „WHO-Daten zeigen, dass die Häufigkeit des Trockenen Auges bei der ununterbrochenen Arbeit in klimatisierten Räumen auf das Doppelte ansteigt“, so Dr. Gorka.

Office-Eye-Syndrom. Nächster Punkt: Bildschirmarbeit und seltener Lidschlag. Dazu halten die Experten fest, dass man beim Arbeiten am Computer oft nur alle 20 Sekunden blinzelt. Dadurch ist die „Scheibenwischerfunktion“ der Lider zur Verteilung des Tränenfilms nur unzureichend. Was noch hinzukommt: Computer geben Wärme ab, was insbesondere in klimatisierten Räumen die Austrocknung der Augen verstärkt. Wichtig ist daher der richtige Umgang mit Bildschirmarbeit (siehe Kasten), und grundsätzlich sollte man bei Austrocknungserscheinungen des Auges – aus welchen Gründen auch immer – den Facharzt aufsuchen, denn er kann beurteilen, wie das Sicca-Syndrom adäquat zu behandeln ist. „Vor jeder Therapie steht die präzise Diagnose. Dem Augenfacharzt stehen unterschiedlichste Möglichkeiten und Hilfsmittel zur Verfügung, die wichtige Hinweise zur Erkennung der Ursachen und des Schweregrades der Tränenfilmstörung liefern. Gleichzeitig kann eine Abgrenzung zu anderen Erkrankungen der Binde- und Hornhaut gezogen werden“, erklärt der Experte.

Vorsicht bei Konservierungsmitteln! Grundsätzlich lässt sich der Mangel an Tränenflüssigkeit durch künstliche Tränen in Form von Gel oder Augentropfen ausgleichen. Ist jedoch die Funktion der Lidfettdrüsen gestört und verdunstet die Tränenflüssigkeit viel rascher als gewöhnlich, so gibt es gute Behandlungserfolge mit fetthältigen Augentropfen, Augensalben und Augensprays. „Der Trend geht dabei eindeutig in Richtung unkonservierte Produkte, denn Konservierungsmittel können einen schädlichen Einfluss auf die Augenoberfläche haben“, erklärt Dr. Gorka. „Heute gibt es mehrere Systeme, mit denen trotzdem eine lange Haltbarkeit der Augenpräparate erzielt werden kann – zum Beispiel Tropffläschchen mit Ventil oder Bakterienfilter oder Tropfen mit Konservierungsmitteln, die durch den Luftkontakt innerhalb von Sekunden deaktiviert werden.“

Phosphatfreie Tropfen. Ein anderes Problem, das die Tränenersatztherapie noch bis vor Kurzem belastete, sind die vielfach in Augentropfen enthaltenen Phosphate. Dr. Gorka dazu: „Durch die Reaktion mit Kalzium, das aus den Zellen einer gereizten Hornhaut freigesetzt wird, können schwerlösliche Kristalle entstehen, die das Sehvermögen verschlechtern. Daher sollten Augentropfen zur Behandlung trockener, gereizter Augen kein Phosphat enthalten. Besonders wichtig ist dies bei der Nachbehandlung von Verletzungen oder nach Operationen der Augen – zum Beispiel nach einer Laseroperation.“

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Hilfe, meine Augen schmerzen!
Seite 2 Gut verträgliche Punctum Plugs

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