Mittwoch, 26. Juni 2019

Hilfe, mein Bettnachbar „sägt“!

Ausgabe 11/2010
Schnarcht einer der Partner, ist es meist um die Nachtruhe geschehen. Der „Schnarcher“ leugnet zumeist, was auch der Harmonie abträglich ist. Dabei können schon einfache Maßnahmen aus dem „Säger“ einen willkommenen, ruhigen Bettgenossen machen.

Foto: Lise Gagne - istockphoto.com
Schadet Schnarchen der Gesundheit?
Univ.-Prof. Dr. Gerda Saletu-Zyhlarz Schlafforscherin aus Wien

Zum Schnarchen kommt es durch eine Engstellung der oberen Atemwege. Das Schnarchgeräusch entsteht durch eine „Wirbelbildung der Atemluft“ in den engen Atemwegen. Alkohol, muskelentspannende Medikamente sowie Übergewicht fördern Schnarchen. Leichte Schnarchgeräusche sind in erster Linie störend für den Bettnachbarn.
Mittleres und schweres Schnarchen kann jedoch die Gesundheit beeinflussen. Es führt zu sogenannten „Miniweckreaktionen“, die die Schlafqualität beeinträchtigen – ein häufiger Grund für Tagesmüdigkeit. Es kann sich auch eine schlafbezogene Atemstörung entwickeln, bei der es zu Atempausen und einem Sauerstoffabfall kommt. Das begünstigt wiederum die Entwicklung von Herz-Kreislauf- Erkrankungen und die Schädigung von Gefäßen des Gehirns. Immerhin haben zwei Drittel der Schlaganfallpatienten eine schlafbezogene Atemstörung!


Welche Therapien helfen gegen das Schnarchen?
Prim. Dr. Robert Pavelka HNO-Arzt in Wiener Neustadt

Meist entsteht das Schnarchgeräusch durch Vibrationen am weichen Gaumen und am Zäpfchen. Aber auch Zungengrund, Mandeln oder Kehldeckel können beteiligt sein. Ansprechpartner für eine Therapie ist daher meist der Hals-Nasen- Ohren-Facharzt. In den meisten Fällen genügen konservative Maßnahmen oder kleine chirurgische Eingriffe, um das Problem zu lösen. Wichtig ist eine gute Nasenatmung. Im Falle einer Allergie kann schon deren Behandlung helfen. Oft ist eine Korrektur der verkrümmten Nasenscheidewand oder eine Polypen- Operation erforderlich.
Kleine Eingriffe im Bereich des weichen Gaumens können in der Praxis durchgeführt werden, z.B. die chirurgische Verkleinerung von überschüssigem Gewebe unter lokaler Betäubung. Auch eine Radiofrequenztherapie, bei der Gewebe durch Wärme geschrumpft wird, ist eine einfache, aber wirksame Maßnahme.


Was raten Sie, wenn der Partner schnarcht?
Mag. Trude Just Biologin aus Wien

Ich bin seit vielen Jahren glücklich verheiratet – „obwohl“ mein Partner schnarcht. Sein Schnarchen beeinträchtigt aber doch mein Wohlbefinden. Denn das „Gemeine“ an der Sache ist, dass die Schnarcher immer (wieder) zuerst einschlafen. Im Urlaub schaffe ich es oft, vor meinem Mann einzuschlafen, dann reißt mich seine Schnarcherei nur in den seltensten Fällen wieder aus dem Schlaf. Wenn ich aber selbst Stress z.B. in der Arbeit habe, gelingt mir das deutlich weniger gut. Von Leidensgenossen aus dem Bekanntenkreis höre ich immer wieder den Rat der „2-Zimmer-Theorie“, d.h. zwei getrennte Schlafbereiche. Damit können wir uns beide aber nicht anfreunden. Zum Besuch bei einem HNO-Arzt konnte ich meinen Mann mittlerweile bewegen. Die organische und allergologische Abklärung war ohne Befund. Als nächster „therapeutischer“ Schritt folgt nun Alkoholkarenz am Abend.

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