Freitag, 22. Februar 2019

Hilfe, ich schwitze zu viel!

Ausgabe 2017.07-08
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Schwitzen ist für den Körper überlebenswichtig. Aber wenn der Schweiß zur Belastung wird, sollte man handeln. GESÜNDER LEBEN zeigt, was Sie gegen allzu viel Schweiß tun können.


Foto: iStock-iane39__ok

Schwitzen ist eine Art Schutzfunktion des Körpers, um einer Überhitzung entgegenzuwirken. Schweiß verdunstet auf der Haut und hat daher einen kühlenden Effekt. Wobei, ganz wichtig: Schwitzen lässt sich nicht willentlich steuern. Es wird von einer Gehirnregion über das vegetative Nervensystem gesteuert.

Vier Millionen Schweißdrüsen. Der Mensch besitzt von Geburt an rund vier Millionen Schweißdrüsen. Diese werden medizinisch korrekt als ekkrine Schweißdrüsen bezeichnet. „Die ekkrinen Schweißdrüsen sind praktisch überall auf unserem Körper verteilt“, weiß Hautspezialist DDr. Martin Torzicky, Facharzt für Dermatologie und Venerologie in Wien. „Die meisten davon, nämlich rund 600 pro Quadratzentimeter, findet man an Handflächen und Fußsohlen. Ekkriner Schweiß ist klar und geruchlos, zusätzlich leicht sauer. Der pH-Wert liegt bei zirka 5. Aufgrund dieser Tatsache wirkt Schweiß auch leicht antibakteriell“, so der Dermatologe weiter.

Neben der Regulation der Körpertemperatur hat der Schweiß noch weitere wichtige Aufgaben. So spielt er zum Beispiel bei der Entgiftung des Körpers eine Rolle. Außerdem unterstützt der Schweiß den natürlichen Säureschutz der Haut und trägt dazu bei, dass diese geschmeidig bleibt. Zu guter Letzt hilft er bei der Immunabwehr. Zusätzlich zu den ekkrinen Schweißdrüsen gibt es die sogenannten apokrinen Schweißdrüsen. Diese Schweißdrüsen sind an Haarfollikel gebunden und treten deshalb nur in bestimmten Regionen der Haut auf, wie etwa in den Achselhöhlen oder im Genital- und Analbereich. „Die apokrinen Schweißdrüsen, auch als Duftdrüsen bekannt, nehmen ihre Funktion erst mit der Pubertät auf. Das Sekret ist milchig trüb und eigentlich geruchlos. Der Geruch kann jedoch durch die bakterielle Flora auf der Haut beeinflusst werden. Wird das Drüsensekret nämlich von Bakterien, die im bzw. am Haar und auf der Haut leben, zersetzt, entsteht ein oft unangenehmer Schweißgeruch“, erklärt DDr. Torzicky.

Übermäßiges Schwitzen. „Übermäßiges Schwitzen, welches über die Erfordernisse der Wärmeregulation hinausgeht, wird als Hyperhidrose bezeichnet.“, so DDr. Torzicky. Und weiter: „Studien zufolge gibt es für verschiedene Formen von Hyperhidrose ungefähre Richtwerte. Die Schweißabsonderung sollte pro Handfläche und Minute 20 Milligramm nicht überschreiten. Bei der axillären Form liegt der Wert bei 50 Milligramm pro Achsel und Minute.“ Klingt wissenschaftlich, aber wer unter einer sogenannten „primären Hyperhidrose“ leidet, weiß, wie unangenehm das Schwitzen sein kann. Weil diese Form angeboren ist, tritt sie temperaturunabhängig und unvorhersehbar auf. „Bei Menschen mit einer primären Hyperhidrose ist die Schweißproduktion um das bis zu 100-fache erhöht. Durch die ständige Durchfeuchtung leiden die Betroffenen auch oft an Fußpilz, Warzen und Ekzemen an Händen und Füßen“, weiß Torzicky. Im Gegensatz zur primären Hyperhidrose tritt die sekundäre Hyperhidrose als Begleit- oder Folgeerkrankung einer Grunderkrankung auf. Der Hautspezialist DDr. Torzicky nennt einige der möglichen Auslöser: „Stoffwechselerkrankungen wie z. B. Diabetes mellitus, Infektionskrankheiten, neurologische Erkrankungen, Übergewicht, eine Überfunktion der Schilddrüse, ein Ungleichgewicht im Hormonhaushalt (u. a. in den Wechseljahren) sowie Autoimmunerkrankungen. Eine sekundäre Hyperhidrose kann aber auch im Zusammenhang mit einem Malignom, einer Krebsgeschwulst, auftreten.“

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Hilfe, ich schwitze zu viel!
Seite 2 Von Deos, Schwachstrom und Nervengiften

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