Sonntag, 17. Februar 2019

Hilfe! Ich bin allergisch ...und ich weiß nicht worauf!

Ausgabe 2016.03
Seite 1 von 3

Es können Birken-, Gräser- oder sonstige Pollen sein, die das Immunsystem bekämpft, aber auch Katzenhaare oder Hausstaub. Oder aber die Beschwerden lassen sich auf keine Allergie, sondern auf eine Lebensmittelunverträglichkeit zurückführen. gesünder leben hat drei Experten befragt.

 


Foto: Can Stock Photo Inc. (8x: soupstock, smuay, emjaysmith, Picsfive,

Jetzt startet die Pollensaison wieder so richtig durch – zum Leidwesen jener knapp 15 Prozent der Östereicherinnen und Österreicher, die an einer Pollenallergie leiden. GESÜNDER LEBEN hat drei Experten befragt, wie man Allergien in den Griff bekommen kann.

Wir sprachen mit
Prim. Dr. Daniel Blagojevic über Allergien im Allgemeinen
Univ.-Prof. Dr. Jürgen König über Lebensmittelallergien
Mag. Dr. Katharina Bastl über Pollenallergien.

„Die meisten Allergien werden vererbt“

Prim. Dr. Daniel Blagojevic,
Ärztlicher Leiter des Allergie-ambulatoriums Rennweg, Wien

Prim. Dr. Daniel Blagojevic über Häufigkeit, Ursachen und Vermeidung von Allergien. Und: Warum in Sachen Allergien meistens die Eltern „schuld“ sind …

Gesünder Leben: Wie viele Menschen leiden hierzulande an diversen Allergien und welche sind die häufigsten?

Daniel Blagojevic: Statistisch leiden ca. 20 Prozent der erwachsenen Österreicher unter Allergien, Tendenz steigend. Die häufigsten Al-lergien sind jene gegen Gräserpollen (rund 63 Prozent der Allergiker), gefolgt von Katzenhaarallergien (43 Prozent), dahinter Birkenpollen (36 Prozent) und Hausstaubmilben (35 Prozent). Danach kommen Reaktionen gegen Medikamente und Nahrungsmittel.

Wer ist gefährdet?
Patienten, bei denen einer oder beide Elternteile allergisch sind, haben statistisch gesehen ein höheres Risiko, ebenfalls eine allergische Erkrankung zu entwickeln. Je mehr Familienmitglieder eine Allergieneigung aufweisen, desto höher ist das Risiko, selbst zu erkranken. Hat ein Elternteil eine Allergieneigung, liegt das Risiko für das Kind, eine allergische Neigung zu erben, bei 20 bis 40 Prozent; haben beide Elternteile Allergieneigungen, liegt das Risiko bei 40 bis 60 Prozent; haben beide Elternteile dieselbe Ausprägungsform der Allergie (beide Elternteile haben z. B. Heuschnupfen, Asthma oder atopische Ekzeme) liegt das Risiko sogar bei 60 bis 80 Prozent.

Bei welchen Symptomen handelt es sich um eine allergische Reaktion?
Bei der inhalativen Allergie, das heißt Einatmen der Allergene durch die Atemwege, rinnt klares Sekret aus der Nase und die Nasenschleimhaut juckt, die Bindehäute sind entzündlich gerötet und jucken, eventuell juckt der Gaumen, bzw. bei schwereren Fällen hat man das Gefühl, dass sich die Lunge „verkrampft“ und man weniger Luft bekommt.

Lässt sich daraus auch erkennen, worauf man allergisch reagiert?
Oft haben die Patienten einen bestimmten Verdacht, z. B. Beschwerden bei Tierkontakt bzw. während der Pollenflugsaison, Magenkrämpfe und Durchfall nach Verzehr bestimmter Nahrungsmittel. Daraus lässt sich in Kombination mit Allergietests eine Diagnose erstellen.

Woran misst man, ob es sich um eine leichte oder um eine schwere Allergie handelt?
Eine leichte Allergie bereitet normalerweise nur örtlich Beschwerden, nämlich dort, wo beispielsweise die Pollen auf die Schleimhäute auftreffen (Augen, Nase, Bronchien). Eine schwere allergische Reaktion (z. B. schwere Insektengiftallergie) kann auch fernab der Kontaktstelle der Allergene mit dem Immunsystem Probleme bereiten
(z. B. Insektenstich in den Unterschenkel, Schwellung der Lippen, Nesselausschlag am gesamten Körper, Asthma, Durchfall, Kreislaufbeschwerden bis hin zum Bewusstseinsverlust – wir nennen das systemische Nebenwirkung oder Anaphylaxie, die in Grade eingeteilt ist).

Ist eine Altersgruppe gefährdeter als andere?
Oft ist die Neigung zu Allergien angeboren und man hat die Beschwerden schon im Kindes- oder Jugendalter. Es gibt aber auch Patienten, die nie allergische Symptome hatten und plötzlich im höheren Lebensalter Beschwerden entwickeln.
 
Leiden mehr Frauen als Männer unter Allergien?
Allergien kommen im Erwachsenenalter leicht vermehrt bei der weiblichen Bevölkerung vor, im Kindes- und Jugendalter sind mehr Jungen als Mädchen betroffen

Sind Menschen, die auf einen Stoff allergisch reagieren, stärker gefährdet, mehrere Allergien zu entwickeln?
Wenn jemand eine allergische Neigung hat, ist er allgemein gefährdet, Allergien zu entwickeln. Wie viele Allergien im Laufe des Lebens „ausbrechen“ werden, hängt von einigen Faktoren ab, die noch nicht alle restlos geklärt sind

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Hilfe! Ich bin allergisch ...und ich weiß nicht worauf!
Seite 2 Hauptverursacher von Allergien
Seite 3 Kreuzallergien

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