Freitag, 22. Februar 2019

Herzlichst, Ihr Kardiologe!

Ausgabe 03/2010
Es gibt den Takt für unser Leben vor: das Herz. Damit es noch im Alter wie ein junges schlägt, empfiehlt es sich, diese zehn Punkte zu beherzigen.


Sie sind Todesursache
Nummer eins: Herzleiden wie Infarkte, Schlaganfälle oder plötzlicher Herztod. „In Wahrheit sind ungefähr 80 Prozent aller Herzerkrankungen hausgemacht und wären mit einem geänderten Lebensstil in den Griff zu kriegen“, sagt Herzspezialist Univ.-Prof. Dr. Helmut Brussee von der Klinischen Abteilung für Kardiologie an der Meduni Graz. Gemeint sind Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck oder Diabetes – sie führen dazu, dass Herzen aus dem Takt geraten können. Damit das nicht passiert, legt er Ihnen folgendes Zehn-Punkte- Programm ans Herz:

1. Ein für alle Mal ausdämpfen
Beenden Sie diese Nikotin- Abhängigkeits-Beziehung. „Aufhören macht zu jedem Zeitpunkt Sinn“, sagt Brussee. Schon nach 20 Minuten bessert sich der Blutdruck und nach acht Stunden transportieren die roten Blutkörperchen wieder mehr Sauerstoff durch die Blutgefäße. „Wer raucht, versetzt seinen Körper in Dauerstress, weil mit jeder Zigarette Adrenalin ausgeschüttet wird, die den Blutdruck ansteigen lässt.“ Ausdämpfen ist die wichtigste Vorsorge überhaupt. Übrigens: „Gilt auch für Passivrauchen.“

2. Speisen ohne Salz schärfen
Empfohlen sind maximal sechs Gramm Salz pro Kopf und Tag. „Wir nehmen jedoch häufig die zwei- bis dreifache Salzmenge zu uns“, betont der Herzspezialist, der dazu rät, besonders auf versteckte Salze wie in Fertignahrung zu achten. Salz schmeckt sowieso fad. Schärfen Sie also lieber mit Pfeffer, Chili, Ingwer, Kardamom oder Kräutern – frisch vom Garten oder von der Fensterbank.

3. Schlemmen wie Gott in Frankreich
Mediterrane Kost schmeckt dem Herzen. „Denn in Fisch, Meeresfrüchten oder nativem Olivenöl stecken jede Menge einfach und mehrfach ungesättigter Fettsäuren“, erklärt Brussee. Sie haben einen positiven Effekt auf die Herzgesundheit, indem sie etwa erhöhtem Cholesterin gegensteuern.

4. Das Herz hochleben lassen
Rotwein schützt das Organ, das den Takt vorgibt. „Aber nur, wenn er in Maßen genossen wird“, warnt der Herzspezialist. Wer zu viel Alkohol trinkt, begünstigt erhöhten Blutdruck sowie Unregelmäßigkeiten beim Herzschlag. Kleiner Tipp: Reichlich Bioflavonoide stecken auch in rotem Traubensaft. Stoßen Sie also ruhig immer wieder antialkoholisch an.

5. Laufe lieber lässig
Ausdauersport treibt uns an. 30 Minuten mehrmals die Woche empfiehlt Brussee als Herztrainings- Programm. Aber bitte: „Langsamläufer oder lässige Läufer, die leben länger“ ruft er als Motto aus. Denn: Wer hastet, der belastet – nämlich das Herz-Kreislauf-System.

6. Zweisam statt einsam
Soziale Kontakte schmeicheln nicht nur der Seele, sondern auch unserem Herzen. Freundschaften oder Partnerschaften sind wichtige Ingredienzen für ein langes Leben. „Studien zeigen, dass Depressionen bei Herzpatienten das Leben verkürzen“, warnt der Spezialist. Leben, lieben und lernen – sind die drei L’s, auf die es wirklich ankommt.

7. Allen Ballast abwerfen
Stress, insbesondere der sogenannte negative Dys-Stress, überfordert den Körper und löst unangenehme Empfindungen aus und ist somit Gift für unser Herz-Kreislauf-System. Als Anti- Stress-Training rät der Kardiologe zu Meditation. „Es hat sich gezeigt, dass regelmäßige Meditationen bei Risikopatienten die Gefahr eines Infarktes um 40 Prozent reduzieren.“ Steigen Sie also regelmäßig aus dem Alltag aus.

8. Treiben Sie es bunt auf den Tellern
Nicht Vitamine, sondern sekundäre Pflanzenstoffe fördern die Herzgesundheit. „Sie schützen die Gefäßinnenwände und beugen damit koronaren Herzerkrankungen vor“, so der Kardiologe. Welche Nahrung braucht unser Herz? „Möglichst bunte“ – also von A wie Ananasgelb bis Z wie Zucchinigrün.

9. Werden Sie zum Langschläfer
Schlaf schützt die Herzkranz- Gefäße. Wie eine Studie zeigte, reduzierte schon eine Stunde mehr Schlaf pro Nacht das Herzinfarkt-Risiko deutlich. Ein gutes Argument, sich nochmals einzurollen, sollte morgens der Wecker wieder viel zu früh klingeln.

10. Hören Sie auf Ihre Stars
Lieblingsmusik weitet nachgewiesenermaßen Blutgefäße und transportiert mehr Sauerstoff: Platten auflegen, Start drücken und vielleicht dazu tanzen. Das stärkt.


Der Herz-Code
0/3/5/140/5/3/0
– lautet die Zauberformel für ein gesundes Herz, herausgegeben von Kardiologen. Was die Zahlen bedeuten, erklärt Helmut Brussee:

0: Keine Zigaretten
3: Drei Kilometer täglich zu Fuß gehen oder 30
Minuten moderates körperliches Training
5: Fünfmal täglich Obst und Gemüse essen
140: Weniger als 140 mmHg systolischer Blutdruck
5: Gesamtcholesterin niedriger als 5 mmol pro Liter
3: LDL-Cholesterin niedriger als 3 mmol pro Liter
0: Vermeiden von Übergewicht und Diabetes

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