Mittwoch, 18. September 2019

Heilende Hände

Ausgabe 2017.06
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Berührungen und der Einsatz der Hände können Krankheiten heilen – oder zumindest den Allgemeinzustand verbessern. gesünder leben hat den großen Überblick zu Massage, Chiropraktik, Shiatsu & Co


Foto: iStock - swissmediavision

 

Die eine Methode funktioniert mit Druck, die andere mit schwingenden, schaukelnden oder streichenden Bewegungen, wieder andere durch bloßes Auflegen. Allen gemeinsam ist das ausübende Werkzeug: all diese Behandlungsmethoden setzten auf den Einsatz der Hände. GESÜNDER LEBEN verrät, was manuelle Therapien können und für wen sie geeignet sind.

Klassische Massage
Gut für Körper und Seele
Geschichte: Die Massage ist die älteste Therapieform der Menschheitsgeschichte. Die ersten Beschreibungen reichen bis 2.600 v. Chr. in China und um 2.300 v. Chr. im ägyptischen Reich zurück. Unter Massage versteht man eine meist händische mechanische Einwirkung auf Haut, Unterhaut, Muskulatur und tiefer gelegenes Gewebe. Die bekannteste klassische Massage wird auch schwedische Massage genannt – nach dem schwedischen Studenten P. H. Ling, der diese Therapieform Anfang des 19. Jahrhunderts in Europa populär machte.
Grundlage: Der Hauptzweck der Massage liegt darin, die Harmonie des Organismus durch regulierende Techniken der Berührung zu bewahren oder wiederherzustellen. Während es bei den östlichen Techniken eher um die Wiederherstellung des inneren Energiegleichgewichts geht, bewirken die westlichen Massagetechniken eine direkte körperliche Reaktion.
Methode: Der Masseur wendet am unbekleideten, auf einer Massageliege liegenden Patienten verschieden Techniken an, um Verspannungen und Verklebungen aufzuspüren und zu lösen. So lokalisiert er mit sanften Streichbewegungen Verhärtungen und schiebt durch Kneten Muskeln gegeneinander und dehnt sie dabei. Reibungen – kreisende Bewegungen mit Daumen und Fingerkuppen in die Tiefe der Muskulatur – dienen dazu, harte Knoten im Muskelgewebe aufzulösen, während durch leichtes Klopfen mit der lockeren Hand die Durchblutung der Muskulatur gefördert wird.
Anwendungsgebiete: „Masseure können Verspannungen der Muskeln und Verklebungen in den Faszien lösen, die Durchblutung in bestimmten Körperregionen wie Nacken, Rücken oder Kreuz fördern und den Abfluss der Schadstoffe unterstützen“, erklärt Dr. Mustafa Selim. „Massage wirkt unterstützend und entspannend bei vielen chronischen und auch akuten Erkrankungen des Bewegungsapparates und hat viele positive Effekte auf das psychische und seelische Gleichgewicht.“

Osteopathie
Befreiung von Blockaden & Dysfunktionen
Geschichte: Als Entdecker gilt der amerikanische Arzt Andrew Taylor Still, der seine Arzt, zu behandeln, 1874 das erste Mal öffentlich vorstellte. „Still sammelte Erkenntnisse der Schulmedizin, des Handauflegens und der Philosophie und vereinte all diese Teilbereiche zur Osteopathie“, so Dr. Mustafa Selim. „Er nannte es die Wissenschaft von Gott für den Menschen und war der festen Annahme, dass unserem Körper weder etwas hinzugefügt noch etwas entnommen werden muss, um Heilung zu erlangen.“ Als Arbeitsmittel stehen dem Osteopathen demnach seine Hände, seine Sinne, seine intuitive Fähigkeit und seine Intention zur Verfügung.
Grundlage: Die Osteopathie gliedert sich in drei große Teilbereiche: Die parietale Osteopathie bezieht sich vorwiegend auf das Muskel-Skelett-System – hier wird hauptsächlich mit kräftigen Manipulationstechniken gearbeitet. Der Bereich der viszeralen Osteopathie umfasst das System der inneren Organe. Zur Anwendung kommen hier sanftere Techniken an Weichteilen, Faszien, Muskeln und Bändern. Die kraniosakrale
Osteopathie setzt sich aus „cranium“ für Schädel und „sakrum“ für Kreuzbein zusammen. Die freie Beweglichkeit aller 22 Schädelknochen und des Kreuzbeins sowie die Hirnhaut und Hirn- und Nervenflüssigkeit stehen hier im Mittelpunkt. Allen drei Teilbereichen geht es darum, Spannungsfelder, Blockaden oder Funktionseinschränkungen zu finden. Ziel ist, die Selbstheilungskräfte des Körpers wiederherzustellen bzw. zu unterstützen.
Methode: Eine übliche Sitzung beginnt mit einer Anamnese – einem Vorgespräch, in welchem alle Fakten zusammengetragen werden, die das gesundheitliche Geschehen beeinflusst haben könnten. Danach erfolgt eine sehr genaue körperliche Untersuchung.  Mit allen Sinnen versucht der Osteopath herauszufinden, warum es genau dieses Symptom gibt. „Ein Osteopath kann tasten und ertasten, fassen und erfassen, rühren und berühren. Seine Finger sind die Verlängerung seines Gehirns, sie sind wie Navigationssysteme,“ so Selim. „Osteopathen arbeiten je nach Ausrichtung mit Manipulationstechniken, sanften Techniken und Flüssigkeitstechniken. Die Flüssigkeiten des Organismus, Blut, Lymphe und Nervenflüssigkeit, sind die Träger unserer Lebensenergie. Wenn diese gut fließen, wird der gesamte Organismus von dieser Lebensenergie versorgt und ein chemisches Gleichgewicht entsteht.“
Anwendungsgebiete: „Wir befreien den Körper von Blockaden, Verletzungen, Verklebungen, Traumata, Konflikten, Spannungen, Verspannungen und Dysfunktionen“, so der Arzt und Osteopath. Die Methode sei für alle Altersgruppen geeignet, auch bereits für Neugeborene: „Hier behandeln wir zum Beispiel viele Babys nach Zangen- oder Saugglocken-Geburten kraniosakral.“

Übersicht zu diesem Artikel:
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