Dienstag, 15. Oktober 2019

Heilen mit Pflanzen

Ausgabe 07-08/2010

Foto: Wojtek Kryczka - istockphoto.com
Der schnelle Griff zum synthetischen Arzneimittel ist für viele längst nicht mehr selbstverständlich. Immer öfter geben sie pflanzlichen den Vorzug. Für Ärzte und Apotheker gehört die Frage „Gibt’s dagegen nicht was Pflanzliches?“ schon zur Tagesordnung. Kein Wunder, die moderne Medizin ist zwar extrem effektiv in der Behandlung schwerer Leiden, aber pflanzliche Heilmittel bieten die Möglichkeit, auf sanfte Weise kleine Alltagsbeschwerden zu lindern oder uns gesund zu erhalten.

Wie wirken Heilpflanzen?

Pharmakognosie heißt die Wissenschaft, die mit modernsten Methoden die komplexe Wirkweise von Heilpflanzen erforscht. Deren Wirksamkeit ergibt sich meist aus dem Zusammenspiel verschiedener Inhaltsstoffe. Beispielsweise wirkt die Linde schlaffördernd und entspannend, hilft aber auch bei Fieber, denn sie enthält neben einem beruhigenden ätherischen Öl u.a. auch entzündungshemmende, antiseptisch und antioxidativ wirkende Phenole.

Weltweit gibt es etwa 50.000 Pflanzen, die medizinisch genützt werden können. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass bis zu 80 Prozent der Weltbevölkerung in erster Linie pflanzliche Medikamente verwendet. Doch der Spagat von der „grünen Apotheke“ zum „konventionellen Arzneimittel“ ist gar nicht so groß wie oft gedacht. Pflanzlichen Heilmitteln verdankt die moderne westliche Medizin z.B. einige ihrer wichtigsten Errungenschaften wie Aspirin, Morphium, Penicillin oder sogar „die Pille“.

Vom Tee bis zur Tinktur

Vor allem „banale“ Beschwerden wie z.B. Erkältungen, Husten, Kopfschmerzen und Verdauungsbeschwerden lassen sich mit Pflanzen hervorragend kurieren – bei richtiger Dosierung völlig nebenwirkungsfrei. Am gängigsten sind Heiltees aus getrockneten oder frischen Pflanzen, gefolgt von ätherischen Ölen, Tinkturen, Cremes, Lotionen, Gurgellösungen und Tabletten. Über 1.000 pflanzliche Arzneimittel sind in österreichischen Apotheken erhältlich, in garantiert einwandfreier Qualität. Wer sie selber sammeln oder anbauen möchte, sollte sich auf jeden Fall ausführlich in der Apotheke beraten lassen. Vor Eigendiagnosen und Selbstmedikation ist auch ein Gespräch mit Ihrem Arzt ratsam. Die uralte Weisheit: „Gegen jedes Leiden ist ein Kraut gewachsen“ ist jedenfalls aktuell wie nie.


10 Superstars auf kleinstem Raum

Auch auf das Fensterbrett passen ein paar Töpfe mit Heilkräutern. Die Pflanzen müssen sich ihren Platz dann aber auch verdienen. Diese zehn sind ebenso vielseitig wie wirksam:

  • Kamille: Hilfreich bei Magenbeschwerden, krampflösend und gut gegen Hautreizungen.
  • Scheinsonnenhut (Echinacea): Stärkt das Immunsystem, lindert Erkältungsbeschwerden und Grippe.
  • Lavendel: Beruhigt und entspannt, lindert Schmerzen, wirkt antiseptisch bei Hautabschürfungen und Schnittverletzungen.
  • Zitronenmelisse: Löst Anspannung und Nervosität, fördert den Schlaf und hilft bei Fieberbläschen.
  • Ringelblume: Wirkt gegen Sonnenbrand, Akne und Pickel, lindert Verdauungsprobleme.
  • Pfefferminze: Fördert die Verdauung, hilft bei Blähungen und Kopfschmerzen.
  • Rosmarin: Fördert die Konzentration, wirkt stimmungsaufhellend und erfrischt den Atem.
  • Salbei: Hilft bei Husten, Schnupfen, Verstopfungen und Hitzewallungen.
  • Johanniskraut: Wirkt gegen Depressionen und fördert die Heilung der Haut.
  • Wildes Stiefmütterchen: Entzündungshemmend bei Ekzemen und Hautausschlägen.

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