Sonntag, 22. September 2019

Hausputz für die Gesundheit - Innere Reinigung mit Ayurveda

24. Februar 2012

Im Ayurveda, der traditionellen Heilkunde Indiens, ist Gesundheit ein Zustand voller Lebensfreude, Vitalität und Kraft. Kommt der Mensch jedoch aus dem Gleichgewicht, können physische und psychische Disharmonien auftreten – Krankheiten entstehen.


Foto: Ayurveda Gesundheits- und Kurzentrum Oft ist eine ungeeignete Ernährungsweise die Quelle körperlicher Störungen. Nehmen wir täglich Nahrung zu uns, die den Körper belastet, so kann sich der Organismus nicht mehr aller Verdauungsschlacken und Giften entledigen. Die Stoffe lagern sich als sogenanntes Ama in den Geweben ab und schwächen den Körper. Langfristig beeinträchtigen diese Stoffwechsel-Störungen sowohl die Funktionen von Organen als auch die Gewebestrukturen. Typische ernährungsbedingte Erkrankungen sind Haut- und Verdauungsprobleme, Allergien oder Einschränkungen des Bewegungsapparates. 
Die gute Nachricht: Mit einer ayurvedischen Reinigung können Sie gegensteuern und Ihren Körper von Ama befreien. Gerade zum Wechsel der Jahreszeiten bietet sich ein „innerer Hausputz“ an. Danach macht es Sinn, Ihren Lebenstil so umzustellen, dass sich weniger oder keine Schlackestoffe ansammeln können.

Das Verdauungsfeuer neu entfachen

Das Verdauungsfeuer (Agni) anzuregen, gilt im Ayurveda als Schlüssel zur inneren Reinigung. Entsprechend setzen sich die Ernährungspläne aus gekochten, warmen Speisen zusammen, die mild und einfach zu verdauen sind. Leichte Gerichte aus Getreide und Gemüse entlasten die Verdauung und stimuliert die Selbstheilungskräfte im Organismus.

Für eine Heilkur empfehlen die klassischen Ayurveda-Texte Gerste, Reis, Mungobohnen, Kartoffeln, Kürbis, Karotten, Fenchel, Zucchini, Pastinake, Rote Beete, Gurke sowie Honig und Ghee. Mit etwas Phantasie und anregenden Gewürzen entsteht daraus eine Vielfalt an sogenannten Kicharis, die den Organismus sanft reinigen und neue Lebensenergie schenken. Wichtig: Je dünner bzw. wässriger die Substanz, desto besser kann das Essen verdaut werden. Und je leichter die Verdauung gelingt, desto intensiver wirkt die Reinigung. Sie können dies mit der Menge des beigefügten Wassers steuern: Mindestens 4 Teile Wasser kommen auf 1 Teil Getreide und Gemüse.
Während einer ayurvedischen Panchakarma-Kur erarbeiten die behandelnden Mediziner individuelle Ernährungsregeln für ihre Patienten. Zusätzlich unterstützen Öl-Anwendungen, Massagen und Kräuterpräparate den Reinigungsprozess zusammen mit medizinischen Ausleitungsverfahren. Doch auch im Alltag können Sie einiges tun, um Ihren Körper von altem Ballast zu befreien.
 
Die wichtigsten Ernährungsfehler
Aus ayurvedischer Sicht gibt es einige Ernährungsgewohnheiten, die Krankheiten begünstigen. Diese zu kennen und zu vermeiden, ist ein entscheidender Schritt hin zu einem guten Lebensgefühl:
  • Eine Ernährung, die der persönlichen Konstitution nicht gerecht wird.
  • Ungünstige Kombinationen: Besonders die Verbindung von sauren und schleimigen Nahrungsmitteln (beispielsweise Tomaten mit Käse oder Zitrusfrüchte im Joghurt) sowie Milchprodukte gemeinsam mit tierischen Proteinen (Fisch und Milch, Fleisch und Milch) hemmen den Stoffwechsel.
  • Eine Ernährung, die den Jahres- und Tageszeiten nicht angepasst ist: Obst und Salat zum Abendessen, Milchprodukte im Frühling oder schwere Speisen zum Frühstück.
  • Zu große Mengen. Ideal sind drei regelmäßige Mahlzeiten, die höchstens zwei Drittel des Magens füllen.
  • Unregelmäßiges Essen sowie Hektik und Stress bei den Mahlzeiten schwächen nicht nur die Verdauung, sondern auch das Immunsystem.
  • Während einer Reinigungskur sind Fleisch, Fisch, Rohkost, Eiern, Käse, Alkohol, Kaffee oder Zitrussäfte unbedingt zu vermeiden.
  • Bei der Kur ist der Genuss saurer Nahrungsmittel einzuschränken. Das betrifft zum Beispiel saure Milchprodukte, Tomaten, Zitrusfrüchte, Essig und alle sonstigen sauer schmeckenden Speisen.

Nahrungsmittel und Gewürze für die Ayurveda-Reinigung

  • Beginnen Sie den Tag mit 2 Tassen heißem Ingwerwasser, um den Stoffwechsel anzukurbeln.
  • Trinken Sie 1,5 bis 2,5 Liter heißes Wasser über den Tag verteilt. Das ist entscheidend für eine harmonische Ausleitung der Toxine.
  • Wählen Sie süße und warme Speisen wie süße Früchte, Dal (Linsen), Nüsse, Getreide, Wurzelgemüse und hochwertige Öle.
  • Bittere Gemüsesorten, Gewürze und Kräuter entwässern und schwemmen Gifte aus den Zellen.
  • Essen Sie gekochte und saftige Gerichte wie frische Gemüsepfannen, Eintöpfe, gedünstetes Obst und Suppen.
  • Verwenden Sie anregende und stärkende Gewürze: Cumin, Kardamon, frischer Ingwer, Ajwein, Fenchel und Koriander sind besonders geeignet.
  • Scharfe Gewürze wie Langpfeffer (Pippali), Chili und schwarzer Pfeffer feuern den Stoffwechsel am besten an, fördern die Zirkulation im Körper und verbrennen das Ama.
  • Süßen Sie mit Honig statt mit Zucker, um dem Stoffwechsel zu aktivieren.

 

Für eine gesunde Ernährung ist es außerdem gut, die eigene Konstitution zu kennen und seinen Speiseplan darauf abzustimmen. Ayurveda-Therapeuten und -Gesundheitsberater helfen bei der ayurvedischen Typbestimmung und können maßgeschneiderte Empfehlungen zusammenstellen – für ein gesundes und langes Leben.

 

Zur Autorin:

Kerstin Rosenberg ist Ayurveda-Spezialistin, Dozentin und erfolgreiche Buchautorin. In Deutschland, der Schweiz und Österreich bildet sie Ayurveda-Therapeuten, -Ernährungsberater und psychologische Berater aus. Zusammen mit ihrem Mann leitet sie das Rosenberg Ayurveda Gesundheits- und Kurzentrum in Birstein, Hessen.


Ayurveda-Rezepte von Kerstin Rosenberg:

www.gesünderleben.at/rezepte



Logo, ayurvedaRosenberg Gesellschaft für ganzheitliche Gesundheit und Bildung

Weitere Informationen zu Ayurveda-Kuren sowie zur ayurvedischen Ernährung:
www.rosenberg-ayurveda.de

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