Mittwoch, 20. Februar 2019

Hatschi!

Ausgabe 12/2010-01/2011
Verkühlt sein ist kein Einzelschicksal – Schnupfenviren sind höchst raffiniert. Mit dem Wissen wie können Sie sie austricksen. Gesundheit!

Foto: mightyisland - istockphoto.com
Eine Erkältung dauert ohne Arzt eine Woche, mit Arzt sieben Tage – zugegeben kein großer Trost für jemanden, der von Schnupfen, Husten und Heiserkeit geplagt wird, aber eben eine leidige Tatsache. Zwei bis vier Verkühlungen pro Jahr sind für Erwachsene durchaus normal und noch nicht Zeichen eines geschwächten Immunsystems. Kinder kann es sogar bis zu acht Mal erwischen. Antikörper gegen gängige Schupfenviren und damit Schutz vor Zweitinfektionen erwirbt man erst viele Lebensjahre und Taschentücher später. Über 50-Jährige müssen im Vergleich zu Teenagern daher nur mehr halb so oft den Kampf gegen Triefnase, Halsweh und Brummschädel antreten.

Schnupfen-Mythen …
Als längst widerlegt gilt unter Medizinern die weit verbreitete Auffassung, eine Erkältung werde durch Kälte und Nässe hervorgerufen. Denn wo kein Virus, da kein Schnupfen, selbst wenn das Wetter noch so grauslich und kalt ist. Die Gefahr, sich in geschlossenen Räumen zu infizieren, ist wesentlich höher. Viren lauern gerne auf Gegenständen wie Türgriffen, Computertastaturen oder Bedienknöpfen von Kopierern & Co, wo sie stundenlang überleben können – es ist also nicht weiter erstaunlich, wenn im Umfeld einer Triefnase ganze Bürogemeinschaften von der Chefetage bis zum Sekretariat den Griff zum Taschentuch üben müssen.

… und leidvolle Tatsachen
Auch Händeschütteln ist hoch ansteckend. Infektiologen raten daher stets, in der Schnupfenzeit darauf zu verzichten, und empfehlen häufiges Händewaschen. Sollten Sie außerdem die Angewohnheit haben, sich in Denkerpose vor dem Bildschirm die müden Augen zu reiben oder wiederholt übers Gesicht zu streichen, so sollten Sie auch das tunlichst unterlassen. Denn Schupfenviren gelangen bevorzugt über Nase und Augen in den Körper, nicht aber über den Mund. Ihre verschnupften Partner dürfen Sie also ruhig küssen und können auch in Liebe Besteck und Geschirr mit Ihnen teilen.

Braucht es einen Arzt?
Rinnende Nase, Abgeschlagenheit und alle weiteren nur zu gut bekannten Symptome verschwinden nach sieben bis zehn Tagen wie von selbst. Ein Medikament gegen Schnupfenviren gibt es leider nicht (Antibiotika wirken nur gegen Bakterien, nicht gegen Viren!). Daher ist ein Arztbesuch nur dann notwendig, wenn hohes Fieber, eitriger Auswurf oder sonstige Komplikationen dazukommen. Die Ursache dafür ist eine sogenannte Superinfektion, eine zusätzliche bakterielle Infektion, die häufig mit einem Antibiotikum behandelt werden muss.

Bleibt es beim einfachen Schupfen, macht es sich bezahlt, die Schleimhäute feucht zu halten, nicht zu rauchen (!), größere Anstrengungen zu vermeiden und sich ausreichend Schlaf zu gönnen. Wer außerdem gerne zu Hausmitteln greift, um die Symptome zu lindern, ist damit sicher gut beraten.

Top 3 der Hausmittel
Großmutters Helferlein sind zu Recht wieder im Kommen – denn das Wohlbefinden steigern sie allemal, und in einigen Fällen fördern sie tatsächlich das Gesundwerden. Drei bewährte Hausmittel hat Gesünder Leben für Sie ausgewählt:

Hühnersuppe: Ihre Wirksamkeit bei viralen Infekten ist bereits wissenschaftlich erwiesen. Schluckweise gelöffelt, befeuchtet sie die Schleimhäute und löst den Schleim. Ihre Inhaltsstoffe wirken entzündungshemmend, und der heiße Dampf erhöht die Temperatur in den Atemwegen, Erkältungsviren können sich nicht mehr so schnell vermehren. Mindestens zwei Teller täglich, bis der Schnupfen kuriert ist!

Nasenspülungen mit Kochsalz: Am besten vorbeugend praktizieren, doch spätestens bei den ersten Niesattacken, sollte man eine Messerspitze Salz in 0,2 Liter warmem Wasser auflösen (die speziellen Wannen dafür gibt es in der Apotheke). Das Salzwasser in ein Nasenloch aufsaugen, den Kopf schräg legen und drehen, sodass es durch das andere Nasenloch wieder abfließt. Bei Schnupfen mehrmals täglich spülen, vorbeugend einmal am Tag.
Extra-Tipp: Daumen aneinanderreiben, bis sie warm sind, sanft den Nasenrücken entlangstreichen und leicht auf die Nasenflügel drücken. Fördert die Durchblutung der Nasenschleimhaut und regt die Schleimsekretion an!

Ansteigendes Fußbad: Dazu füllen Sie einen Eimer oder eine Wanne zu drei Viertel mit 33°C warmem Wasser und stellen beide Füße bis zu den Unterschenkeln hinein. In Abständen von ein bis zwei Minuten wenig heißes Wasser nachgießen (aber nicht direkt auf die Beine!). Die Temperatur darf nur langsam und bis maximal 45°C ansteigen. Nach spätestens zehn Minuten beenden, anschließend warme Socken anziehen und gleich ab ins Bett – gute Besserung!

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