Donnerstag, 24. Oktober 2019

Halte deine Nieren fit!

Ausgabe 12.2014-01.2015

Nierenerkrankungen kommen still, heimlich – und oftmals unbemerkt. Umso dramatischer, weil sie sogar tödlich enden können. Wir zeigen, wie Sie Ihre körpereigene „Kläranlage“ in Schuss halten.


Foto: © Can Stock Photo Inc. - lightwavemedia

300 Mal am Tag läuft unser Blut durch die Filteranlagen des menschlichen Körpers – die Nieren. Und jedes Mal wird der rote Lebenssaft dabei gereinigt. Ohne diese permanente Säuberung könnte der Mensch nicht überleben. Weil die Nieren die Abfallprodukte des Stoffwechsels entfernen, könnte man sie als eine Art Kläranlage des Körpers bezeichnen, doch das ist längst nicht alles. Sie erfüllen eine Vielzahl weiterer lebensnotwendiger Aufgaben: Sie regulieren den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt ebenso wie den Säure-Basen-Haushalt und geben Hormone in das Blut ab, die den Blutdruck, rote Blutkörperchen und den Knochenstoffwechsel regulieren.

Vorsicht „stille Killer“! Gehen die Nierenfunktionen langsam verloren, merken wir das nicht. Nierenkrankheiten gelten als „silent killers“. Stille Killer also, denn sie schädigen den Körper langsam, still und heimlich, ohne dass man Beschwerden verspüren würde. Treten Beschwerden auf, ist die Schädigung meist bereits weit fortgeschritten und die Nierenfunktion schon stark vermindert. Weil Nierenerkrankungen meist keine eindeutigen Symptome auslösen, kann eine Frühdiagnostik nur durch einen Laborbefund erfolgen. „Besteht ein Verdacht auf eine Nierenschädigung oder liegt eine Erkrankung wie Diabetes mellitus oder Bluthochdruck vor, können einfache Blut- und Urinuntersuchungen entscheidende Hinweise liefern. Risikopatienten sollten ihre Nierenfunktion einmal im Jahr untersuchen lassen“, so der Appell von Primar Univ.-Prof. Dr. Erich Pohanka, Vizepräsident der Österreichischen Gesellschaft für Nephrologie und leitender Nierenspezialist im AKH Linz. Zu den Risikogruppen zählen Patienten mit Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht oder vererbter Veranlagung. Eine Erstabklärung erfolgt beim Hausarzt oder Internisten. Wird eine deutlich eingeschränkte Nierenfunktion festgestellt, sollte man einen internistischen Nierenspezialisten (Nephrologen) aufsuchen.

Sei gut zu deinen Nieren!

Österreichs Nierenärzte raten, folgende Punkte zu beachten:

Körperlich fit und aktiv bleiben: Fit bleiben reduziert den Blutdruck und damit das Risiko für eine chronische Nierenerkrankung.
Regelmäßig den Blutzucker kontrollieren: Jeder zweite Diabetiker bekommt eine chronische Nierenerkrankung. Früherkennung ist daher besonders wichtig!
Blutdruck messen: Hoher Blutdruck ist die häufigste Ursache für chronische Nierenerkrankungen. Ab Werten von 140 systolisch und 90 diastolisch soll ein Arzt aufgesucht werden. Nierenschädigungen treten besonders häufig auf, wenn neben dem Bluthochdruck auch noch andere Risikofaktoren wie Diabetes, hohe Blutfette oder Herzkreislauf-Erkrankungen bestehen.
Gesund essen und Gewicht unter Kontrolle halten: So kann man Diabetes, Herzerkrankungen und andere Risikofaktoren für eine Nierenerkrankung vermeiden. Die Salzzufuhr sollte auf 5 bis 6 Gramm pro Tag reduziert werden, das entspricht etwa einem Teelöffel. Vermeiden Sie es, das Essen noch zusätzlich selbst zu salzen.
Nicht rauchen: Rauchen reduziert die Durchblutung der Nieren, was ihre Funktion behindern kann. Das Risiko für Nierenkrebs ist bei Rauchern um 50 Prozent erhöht.
Viel trinken: Vernünftig ist eine Trinkmenge von 1,5 bis 2 Liter Wasser pro Tag. Damit wird den Nieren die Ausscheidung von Salzen, Harnstoff und giftigen Substanzen erleichtert. Bei Personen mit Nierensteinen in der Vorgeschichte wird eine höhere Trinkmenge empfohlen, um die Neubildung von Nierensteinen zu vermeiden.
Medikamenteneinnahme. Vor allem entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR, nichtsteroidale Antirheumatika) können bei unkontrollierter und regelmäßiger Einnahme die Nieren schädigen. Bei gesunden Nieren und bei Einnahme nur in Notfällen sind sie meist ungefährlich.
Lassen Sie Ihre Nieren testen: Man sollte sie überprüfen lassen, wenn einer oder mehrere dieser Risikofaktoren bestehen: Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht, eines oder mehrere Familienmitglieder haben eine Nierenerkrankung.

Je früher, desto besser. Je früher eine Nierenerkrankung erkannt wird, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten. Eine Therapie kann eine Schädigung verhindern oder deren Verlauf verbessern. Die konkrete Behandlung richtet sich nach der Art der Erkrankung und deren Verlauf. „Sehr wichtig ist es, dass Patienten Selbstverantwortung übernehmen. Sie sollten also möglichst gesund leben und vereinbarte Therapien diszipliniert durchführen“, so Prof. Pohanka.

Häufige Nierenerkrankungen

Die häufigsten Erkrankungen der Niere sind:

  • Entzündungen der Nieren
  • Nierensteine
  • Durchblutungsstörungen
  • Gutartige Knoten und Zysten
  • Nierenkrebs
  • Degenerative Veränderungen

 

Auch ein aufsteigender Harnwegsinfekt kann die Nieren entzünden!
Eine besondere Rolle spielen Diabetes mellitus Typ 2 und unbehandelter oder schlecht eingestellter Bluthochdruck. Nierenspezialist Pohanka: „Zusammengenommen sind sie die Ursache für jedes zweite Nierenversagen. Das Nierengewebe wird dabei schlecht durchblutet und stirbt langsam ab. Das führt zu einer chronischen Niereninsuffizienz. Soll heißen, die Niere verliert mit der Zeit ihre Fähigkeit, das Blut zu filtern und den Körper zu entgiften.“ Dann hilft nur noch eine Nierentransplantation – oder der Patient muss regelmäßig zur Dialyse (Blutwäsche).

 

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