Freitag, 22. Februar 2019

Halte deine Blutgefäße fit!

Ausgabe 2015.09
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… das alles erhöht das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall. Mit einem gesunden Lebensstil kann man diese Auswirkungen verzögern oder gar verhindern.


Foto: dreamdesigns - Can Stock Photo

Blut ist der Saft des Lebens. Seine lebensnotwenigen Aufgaben sind vielfältig. Es transportiert Sauerstoff und Nährstoffe zu den Organen und führt Kohlendioxid und Stoffwechselprodukte von ihnen weg. Es ist an der Abwehr eingedrungener Krankheitserreger beteiligt, sorgt für die Wärmeregulation des Organismus sowie die Verteilung von Enzymen und Hormonen. Um diese Aufgaben erfüllen zu können, muss das Blut fließen, genauer gesagt, es muss im Körper zirkulieren. Das Herz pumpt, einem unermüdlichen Motor gleich, ohne Unterlass den roten Lebenssaft durch die Blutgefäße des Körpers, die Arterien. Die fünf bis sechs Liter Blut eines erwachsenen Menschen werden im Takt des Pulses durch die Blutbahnen gepresst. Bei jungen, gesunden Menschen sind diese Bahnen frei und in gutem elastischem Zustand. Doch unser Lebensstil trägt wesentlich dazu bei, dass sich dieser Befund mit den Jahren ändert. Leider nicht zum Guten.

Arteriosklerose – wenn die Blutgefäße dichtmachen. Schleichend und unbemerkt lagern sich bei vielen Menschen in den Blutbahnen Fette ab. Die ursprünglich elastischen und flexiblen Wände der Blutgefäße verdicken sich, verlieren ihre Elastizität und verhärten („verkalken“) mit der Zeit. Ebenso langsam und unmerklich verringert sich dadurch der Durchmesser der betroffenen Arterie und der freie Durchfluss des Blutes wird beeinträchtigt. Man spricht bei diesem Prozess von Arteriosklerose (umgangssprachlich „Arterienverkalkung“), welche zu den häufigsten Erkrankungen in den Industrieländern zählt. Es kann zu Durchblutungsstörungen kommen und in fortgeschrittenen Stadien droht ein Gefäßverschluss mit lebensbedrohlichen Konsequenzen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Gefährliches Aufreißen der Ablagerung. Zu einem lebensgefährlichen Gefäßverschluss kann es auch dann kommen, wenn eine Ablagerung aufreißt. Bei so einem Vorfall setzt der Körper eine sofortige Abwehrreaktion in Gang und dichtet das Leck ab. Die Blutgerinnung an der aufgerissenen Stelle wird aktiviert und sorgt dafür, dass sich am Riss Fibrin (ein Protein, der „Klebstoff“ der Blutgerinnung) und Blutplättchen anlagern und verkleben. Das wiederum kann dazu führen, dass das ohnehin schon verengte Blutgefäß nun gänzlich verschlossen wird. Ein solcher Gefäßverschluss führt binnen kurzer Zeit zu einer lebensbedrohlichen Situation (z. B. Herzinfarkt oder Schlaganfall). Prinzipiell kann sich die Arteriosklerose an allen Bereichen des arteriellen Gefäßsystems entwickeln. Am meisten gefährdet sind jedoch die Verzweigungen der Gefäße, weil hier, durch das im Takt des Herzens hindurchgepumpte Blut, starke Belastungen und Verwirbelungen des Blutes auftreten. Krankhafte Gefäßveränderungen vor dem 30. Lebensjahr sind die große Ausnahme. „Von Gefäßverschlüssen sind zwar vorwiegend ältere Menschen betroffen, doch arteriosklerotische Schäden in Form von Fettablagerungen in den Blutbahnen beginnen bei entsprechender Risikokonstellation bereits im mittleren Erwachsenenalter“, sagt OA Dr. Bernhard Hartenthaler, Leiter des Departments für Kardiologie und Intensivmedizin am Salzkammergut-Klinikum Vöcklabruck.

Männer früher betroffen. Frauen sind bis zur Menopause durch die weiblichen Sexualhormone (Östrogen) relativ gut geschützt, zudem sind sie gesundheitsbewusster und konsultieren häufiger und frühzeitiger einen Arzt. Männer sind vor allem im Alter von 40 bis 50 Jahren wesentlich häufiger betroffen als Frauen. „Viele Männer glauben, weil sie mit 20 Jahren sportlich waren, dass sie als 50-jährige Nichtsportler immer noch gesund sind, und gehen nicht zum Arzt. Bei Männern beginnt die Erkrankung jedoch früher als bei Frauen und zwar in einem langsamen, schleichenden Prozess. Erst nach den Wechseljahren gleicht sich die Zahl der betroffenen Frauen an die der betroffenen Männer langsam an. Männer sollten ab dem 40. Lebensjahr ihren gesundheitlichen Ist-Zustand erheben lassen und zum Arzt gehen. Frauen sollten das ab dem 50. Lebensjahr tun. Viele der Betroffenen fühlen sich noch gesund, sind es aber nicht mehr“, betont Hartenthaler.
 
Keine ersten Anzeichen. Zu Beginn einer Arteriosklerose, also in den ersten Jahren, in denen Fettablagerungen einsetzen, gibt es keine „ersten Anzeichen“, keine Beschwerden, die ein Patient selbst erkennen könnte. Symptome treten in der Regel erst im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung auf. Je nachdem, welche Organe von den erkrankten Gefäßen mit Blut (und damit Sauerstoff und Nährstoffen) versorgt werden, kommt es zu Funktionsstörungen (z. B. Nierenversagen, Schmerzen beim Gehen, wenn die Gefäße der Beine betroffen sind, Angina Pectoris am Herzen oder vorübergehende Lähmungserscheinungen bei Durchblutungsstörungen des Gehirns).

Frühstadien erkennen. Auch wenn frühe Stadien keine Beschwerden hervorrufen, lassen sie sich durch eine gezielte Untersuchung erkennen. Eingesetzt werden bildgebende Verfahren, Messung der Halsschlagader (mögliche Verdickung der Gefäßinnenwand) und Blutdruckmessung an Arm und Knöchel. Gefäßkontrollen sind auch mittels Ultraschall möglich. Im Gespräch mit einem Arzt lässt sich das persönliche Risiko gut ermitteln. Der Arzt erfasst dabei das Risikoprofil des Patienten. Um dieses erstellen zu können, wird er sich über Lebensstil, erbliches Risiko, Blutdruck, Cholesterinspiegel, Körpergewicht und Blutzucker erkundigen. Anhand dieser Fakten lässt sich feststellen, in welcher Risikophase sich ein Mensch befindet. Das Risikoprofil setzt sich immer aus der Kombination sämtlicher Risikofaktoren zusammen. Je mehr Risikofaktoren ein Mensch in sich vereint, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer Arteriosklerose mitsamt ihren Folgeerkrankungen. „Wenn z. B. ein 30-jähriger Nichtraucher mit Normalgewicht etwas erhöhtes Cholesterin hat, ansonsten aber keine Risikofaktoren aufweist, ist das nicht dramatisch. Problematisch ist es, wenn jemand erhöhtes Cholesterin aufweist, zusätzlich raucht, hohen Blutdruck hat und ein stressiges Leben führt. Da sollten die Alarmglocken läuten“, warnt Dr. Hartenthaler.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Halte deine Blutgefäße fit!
Seite 2 Behandlungsmöglichkeiten

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