Montag, 20. Mai 2019

Gut hören, besser leben

Ausgabe 12/2011-01/2012
Das Ohr ist unser wichtigstes Kommunikationsorgan – ein Hochleistungs- und Präzisions-instrument, doch es ist nicht für unsere laute Welt geschaffen. Dementsprechend häufig sind Hörstörungen. Der Facharzt kann dabei helfen, wieder ein gutes Hörvermögen zu erlangen.

Foto: iStockphoto.com - iconogenic
Nicht sehen können trennt von den Dingen, nicht hören können von den Menschen“, wusste schon der Philosoph Immanuel Kant. Tatsächlich ist das Gehör unser wichtigstes Kommunikationsorgan, doch den wenigsten Menschen ist das bewusst – bis, ja bis sie in unserer lauten Welt eine Hörstörung entwickeln. Experten haben berechnet: Rund 700.000 Menschen in Österreich sind hörgeschädigt, und die Hauptursache dafür ist der Lärm, der ein Leben lang auf uns einwirkt.

Wunderorgan Ohr. Wer gut hört, weiß oft nicht, was es bedeutet, schlecht oder gar nicht zu hören. Doch die Bedeutung des Hörsinns geht über das bloße Verstehen einer Mitteilung weit hinaus. „Das Hören erlaubt uns, Informationen aufzunehmen, uns zu orientieren und zu kommunizieren. Wir können dadurch Emotionen, die in der Stimme mitklingen, wahrnehmen und vor Gefahren gewarnt werden. Ohne Hörvermögen kann der Mensch keine Sprache entwickeln“, erklärt die Hörpsychologin Beate Handler.

Schlechtes Hören macht einsam. Tatsächlich nimmt das Ohr 24 Stunden täglich Informationen aus der Umwelt auf. Ob Telefongeklingel, Vogelgezwitscher, Hintergrundmusik oder tropfender Wasserhahn – das Gehör versorgt uns ständig mit Informationen, die als mehr oder weniger angenehm empfunden werden. Eine Funktionseinbuße in diesem Bereich hat daher nicht nur physische, sondern auch psychische und soziale Folgen. Handler: „Wer nicht gut hört, wird unsicher, hat das Gefühl, die Dinge nicht mehr zu verstehen, an Gesprächen nicht mehr teilnehmen zu können. Betroffene entwickeln oft ein Vermeidungsverhalten und ziehen sich zurück. Dadurch können Einsamkeit und Ängste, in der Folge manchmal auch Depressionen entstehen.“

Der HNO-Fachmann hilft. Um das zu vermeiden, sollte man sich nicht scheuen, den Gang zum Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde anzutreten. Dieser kann eine exakte Untersuchung durchführen und entsprechende Therapiemaßnahmen einleiten. Oft kann das Hörvermögen durch die Einnahme von durchblutungsfördernden oder entzündungshemmenden Medikamenten verbessert werden. Ist die Verschlechterung schon weiter fortgeschritten, kann ein Hörgerät oder auch ein operativer Eingriff helfen.

Makel Hörgerät? Was Hörgeräte betrifft, so gibt es heute eine ganze Palette von winzig kleinen, kaum bemerkbaren Produkten, die digitale hochleistungsfähige Hörsysteme darstellen. Doch leider lehnen viele Betroffene das Tragen eines Hörgeräts oft trotz starker Hörbeeinträchtigung ab. „Häufig liegt der Grund dafür darin, dass das Hörgerät anfangs noch nicht perfekt eingestellt ist und die Betroffenen das Tragen daher als unangenehm empfinden“, erklärt die Hörpsychologin. „Andere wiederum haben ästhetische Bedenken, und einige haben schon zuvor unter tief verwurzelten Minderwertigkeitsgefühlen gelitten, die durch den weiteren ,offensichtlichen Makel‘ eines Hörgeräts noch verstärkt werden.“ In letzterem Fall ist wohl psychologische Hilfestellung notwendig, und alle Betroffenen sollten wissen und sich dessen bewusst sein, dass das Tragen eines Hörgeräts eine Eingewöhnungsphase erfordert. Sehr wichtig sei daher – so betont Handler – vor allem anfangs eine engmaschige Betreuung durch den Hörgeräteakustiker und: das Gewinnen einer positiven Einstellung zur Sache.

Die Stille suchen. Wollen Sie einen Hörschaden an sich aber ganz vermeiden, so klinken Sie sich so oft wie möglich auch einmal aus unserer lauten Welt aus. Denn wir alle brauchen immer wieder Ruhephasen – besonders nach größeren Belastungen wie etwa einem Discobesuch oder einer Feuerwerksknallerei. Diese Stille ist auch für das Gehirn wichtig, denn durch zu viele Eindrücke wird es überstrapaziert.


Flüstertest
Der einfachste Selbsttest, um festzustellen, ob das Gehör noch voll funktionsfähig ist, besteht darin, sich in leiser Umgebung in Flüstersprache mit jemandem zu unterhalten. Versteht man die geflüsterten Botschaften und kann sie nachsprechen, so sollte mit dem Gehör alles in Ordnung sein.

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