Sonntag, 17. Februar 2019

Gundelrebe gegen Gicht

Ausgabe 2014.03

Wenn man über Frühlingskräuter nachdenkt, so kommen einem recht bald das wohlriechende Veilchen, die Gänseblümchen, der Bärlauch oder die jungen Triebe der Brennnesseln in den Sinn.


Foto: Radnor Lake - wikipedia

Es leuchtet einem aber sofort ein, dass der Gabentisch der Natur viel reicher gedeckt sein muss. Diesmal möchte ich eine Heilpflanze vor den Vorhang bitten, die weniger Beachtung erfährt. Dabei haben viele pflanzenkundige Gelehrte, wie etwa auch Hildegard von Bingen, dieses Gewächs seit jeher hoch in Ehren gehalten. Als Beispiel sei hier ein alter Text aus dem 16. Jahrhundert angeführt. Der gelehrte Arzt Otto von Brunfels († 1534) hat etwa über die Gundelrebe (Glechoma hederacea) Folgendes im „Originalton“ geschrieben: „Das Wasser von Gundelrebe / in die flyssende Augen getan / trückenet sye. Man mag auch die Bletter mit quetschen und darüber legen. Mit Speck und Christwurz gestossen / und da mit überstrichen das Har / vertreibet die Mülben im Har.“


Der Gundermann – wie diese Pflanze auch genannt wird – zählt zu den Lippenblütlern und kommt in ganz Europa vor. Die Gundelrebe verbreitet sich durch unter- und oberirdische Ausläufer und hat Blätter, die auch im Winter grün bleiben. Nur die Blütentriebe wachsen in die Höhe, die aber 30 cm nicht überschreitet. Wenn die Samen der Heilpflanze reif werden, bilden sie ein kleines ölhaltiges Gefäß aus, das die Ameisen anlockt. Diese sorgen zusätzlich für die Ausbreitung der Gundelrebe.
In Maßen kann man im Frühling die frischen Blätter der Pflanze verwenden, um Gemüse, Salate und Suppen geschmacklich zu verbessern. Trifft man auf die Pflanze an ihrem Standort in freier Natur, so kann man ein Blatt abzupfen und zwischen den Fingern zerreiben. Mit der Nase wird man in der Folge feststellen, dass dem Gundermann ein herbes und würziges Aroma entströmt. Nebenbei ist in der aus dem Blatt gewonnenen Flüssigkeit ein hoher Anteil an Öl enthalten, was man wiederum auf der Haut der Hand spüren kann. Viele Menschen leiden infolge von Gicht und Rheuma an den das Leiden begleitenden Schmerzen. In diesem Falle kann man gerade im Frühling auf die neu gewachsenen Hilfen am Wegrand zurückgreifen. Dabei ist es möglich, unser Heilkraut nicht nur kulinarisch zu verwerten und innerlich anzuwenden. Manchmal tut es auch gut, die Wirkung dieser Pflanze über die Haut zu spüren. Da habe ich für Sie zum Abschluss einen praktischen Tipp parat!


Von der Gundelrebe kann man hiefür die ganze Pflanze, vor allem aber die Blätter verwenden. Geben Sie 75 g davon in 1 Liter kochendes Wasser und lassen Sie es 1 Stunde lang zugedeckt stehen. Danach abseihen und in das warme Badewasser leeren. Das kann Gichtschmerzen lindern und bringt geschwollenen Gliedern Erleichterung.

Buchtipp

Heilkräuter aus dem Klostergarten
In seinem neuen Buch „Heilkräuter aus dem Klostergarten“ erzählt Benedikt Felsinger von den Wundern der Natur und den Gaben, die uns Gott gegeben hat. Er beschreibt detailreich zahlreiche Heilkräuter und Pflanzen – und gibt Tipps, wie wir dank deren Hilfe gesund bleiben – oder werden.
Kräuterpfarrer Benedikt Felsinger, Heilkräuter aus dem Klostergarten Ueberreuter, 160 Seiten, 19,95 Euro

Aktuelle Ausgabe & E-Paper


cover 2019-02 130x173

Aktuelles Heft 02/2019

Die nächste Ausgabe erscheint am 8. März

 

Unsere Ausgabe 12/2018-01/2019 als E-Paper Lesen!

Aktuelle Online Umfrage

Sind Sie zu Ihrem Arzt immer ehrlich?

Kontakt

  • Gesünder Leben Verlags GmbH
  • Johann Strauss Gasse 7/2/5
  • 1040 Wien, Österreich

Information