Freitag, 22. Februar 2019

Grippealarm

Ausgabe 2017.11
Seite 1 von 2

Jahr für Jahr erkranken rund 400.000 Österreicher an der echten Grippe. Und heuer soll der Virus besonders aggressiv sein. GESÜNDER LEBEN erklärt, welche 10 Fehler sie bei einer Ansteckung unbedingt vermeiden sollten.


Foto: canstockphoto - CITAlliance

Die richtige Grippe wird durch Influenza-Viren ausgelöst. Sie nimmt ihre Opfer eher unerwartet und gleichsam über Nacht in Beschlag und fesselt die Betroffenen mit hohem Fieber und massiven Kopf- und Gliederschmerzen ans Bett. Durchschnittlich dauert es ein bis zwei Wochen, bis man wieder halbwegs fit ist, erklärt Univ.-Prof. Dr. Florian Thalhammer, Infektiologe am Wiener AKH: „Die Influenza stellt eine große Belastung für den Körper dar. Wichtig ist daher, dass man ihm in diesem Zeitraum ausreichend Ruhe gönnt.“ Allerdings halten sich einige gut gemeinte Ratschläge hartnäckig, die sich eher kontraproduktiv auf die Genesung auswirken. Thalhammer: „Hat man sich das Grippevirus eingefangen, tut man gut daran, die Tatsache ernst zu nehmen und die Krankheit auf keinen Fall herunterzuspielen.“ Will man die Virusinfektion gut überstehen, sollte man daher die folgenden Verhaltensweisen unbedingt vermeiden.

Grippe oder Erkältung?

grippenallarm

Quelle: apotheker.or.at

1. Die Grippe als banale Verkühlung abtun
„Das ist halb so schlimm. Ich nehme ein Aspirin und morgen bin ich wieder fit.“ Solche Aussagen bekommt man von typischen Grippe-Verweigerern zu hören, die nicht wahrhaben wollen, dass es sie auch einmal erwischt hat. Das kann schwerwiegende Folgen haben, wie der Infektions-Experte betont: „Die Grippe lässt sich nicht wegleugnen. Sie tritt meist plötzich auf – mit hohem Fieber und anderen Komplikationen. Wer also die typischen Influenza-Anzeichen verspürt, sollte die Erkrankung beim Hausarzt abklären lassen, damit die richtige Behandlung verordnet wird.“ Im Kasten auf der nächsten Seite finden Sie die typischen Merkmale einer Grippe!

2. Die Krankheitszeichen mit Entzündungshemmern unterdrücken
Egal ob Aspirin, Paracetamol oder Diclofenac – beinahe jeder schwört auf sein persönliches Schmerzmittel bzw. seinen „verlässlichen“ Fiebersenker. Was man bei Fieber aber bedenken sollte: „Der Körper erhöht nicht umsonst seine Temperatur. Er nützt die Hitze, um die Viren im Körper unschädlich zu machen. Wer diesen natürlichen Prozess unterdrückt, sollte sich darauf einstellen, dass ihn die Grippe höchstwahrscheinlich noch länger in Beschlag nimmt“, warnt Thalhammer. Er rät, das Fieber bis 39 Grad auszusitzen – wenn man sonst gesund ist und keiner Risikogruppe angehört. Kinder sollten gar nicht mit fiebersenkenden Medikamenten behandelt werden: „Sie erhöhen die Gefahr einer ernsten Erkrankung. Insbesondere der Wirkstoff Acetylsalizylsäure, also Aspirin, sollte bei Virusinfektionen für Kinder bis zur Pubertät tunlichst vermieden werden.“ Eine bessere Alternative zur Fiebersenkung sind kalte Wadenwickel: „Die wirken übrigens auch bei Erwachsenen.“

3. Spezielle Influenza-Medikamente zu spät einnehmen
Während bei Erwachsenen als Komplikation der Grippe vor allem Lungenentzündung und Bronchitis auftreten, sind dies bei Kindern Mittelohrentzündungen. Die sogenannten Neuraminidase-Hemmer, etwa mit dem Wirkstoff Oseltamivir, sollen laut Studien die Krankheitsdauer verkürzen und das Risiko schwerer Krankheitsverläufe senken. „Eine Wirkung darf man sich allerdings nur erwarten, wenn man diese Spezialmedikamente spätestens innerhalb von 48 Stunden nach Auftreten der ersten Grippeanzeichen schluckt. Das ist wichtig, weil sonst schon zu viele Viren im Körper des Erkrankten aktiv sind.“ Der inhalierbare Neuraminidase-Hemmer Zanamivir hat einen ähnlichen Effekt. Auch diesbezüglich gilt der Rat: Die Erkrankung ärztlich abklären und dann bei Bedarf das passende Medikament verschreiben lassen. Neuraminidase-Hemmer sind übrigens erst nach der offiziellen Verkündung der Grippewelle mittels Rezept auf Kassenkosten erhältlich. Gut zu wissen: „Grippeviren können gegen Neuramindase-Hemmer resistent werden – wie Bakterien bei Antibiotika. Daher sollten sie wirklich nur gezielt und nach ärztlicher Verschreibung eingesetzt werden.“

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Grippealarm
Seite 2 Einbunkern

Aktuelle Ausgabe & E-Paper


cover 2019-02 130x173

Aktuelles Heft 02/2019

Die nächste Ausgabe erscheint am 8. März

 

Unsere Ausgabe 12/2018-01/2019 als E-Paper Lesen!

Aktuelle Online Umfrage

Sind Sie zu Ihrem Arzt immer ehrlich?

Kontakt

  • Gesünder Leben Verlags GmbH
  • Johann Strauss Gasse 7/2/5
  • 1040 Wien, Österreich

Information