Montag, 18. Februar 2019

Grippe oder Schnupfen?

Ausgabe 11/2010
Hatschi! Schneuz! Eine Erkältung ist lästig, aber in der Regel harmlos. Eine echte Grippe ist jedoch eine schwere Krankheit – mit einer Impfung können Sie sich schützen.

Foto: Guillermo Perales Gonzalez - istockphoto.com
Die ersten kalten Tage – Verkühlungen gehören dazu wie das Amen im Gebet. Der allgemeine Taschentücherkonsum steigt. Ein wenig später rollt dann die Grippewelle an. Eigentlich jedes Jahr das Gleiche. Doch im vergangenen Herbst war die Aufregung besonders groß, drohte doch zusätzlich noch die sogenannte Schweinegrippe auf Österreich überzuschwappen.

Da waren zunächst die Impfzentren überlaufen, dann setzte sich die in Österreich bekannte Impfmüdigkeit gegen Grippe wieder durch: Denn, passiert ist „eh nichts“, wie es so schön heißt. Passiert ist aber deshalb nur wenig, weil sich das Grippevirus nicht so ausgebreitet hat, wie von vielen internationalen Experten befürchtet wurde.

Sind wir da noch einmal mit dem Schrecken davongekommen? Jein, denn auf der einen Seite ist die große Pandemie, also eine weltweite Schweinegrippewelle mit Millionen Todesfällen, ausgeblieben, andererseits ist die saisonale Influenza etwas untergegangen – und auch diese alljährliche wiederkehrende Grippewelle ist mitnichten harmlos.

Ist die echte Grippe gefährlich?
Dass die jährliche Grippewelle jedes Jahr Tausende Todesopfer fordert, wird gerne übersehen. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im Winter 2009/2010 sind rund 380.000 Österreicher an der „normalen“ saisonalen Grippe erkrankt, rund 2.500 Personen sind an den Folgen der akuten Atemwegsinfektion gestorben. „Gefährdet sind insbesondere Patienten mit bestehenden Gesundheitsproblemen“, weiß Infektiologe Prim. Univ.-Doz. Dr. Christoph Wenisch aus Wien. Denn die echte Grippe ist eine schwere Erkrankung, die auch Wegbereiter einer Lungenentzündung und anderer gefährlicher Komplikationen sein kann.

Frau, Krank, Fieber, GrippeFoto: Guillermo Perales Gonzalez - istockphoto.com
Schnupfen oder echte Grippe?
Wie kann man aber im Krankheitsfall unterscheiden, ob es sich um einen Schnupfen (= einfache Erkältung, grippaler Infekt) oder die echte Grippe (= Influenza) handelt? „Typische Unterschiede sind das Fieber und die Krankheitsdauer“, erklärt Spezialist Wenisch: „Bei der echten Grippe ist das Fieber meist hoch, bei Schnupfen niedrig oder auch gar nicht vorhanden. Die Krankheitsdauer beträgt bei Influenza üblicherweise ein bis zwei Wochen, beim grippalen Infekt ein paar Tage.“

Unterschiede gibt es auch bei den Symptomen: „Bei der echten Grippe kommt es zu Muskelschmerzen, Schüttelfrost, Husten und Appetitlosigkeit, während bei einem Schnupfen Niesen, Nasenrinnen und ein trockener, kratzender Hals im Vordergrund stehen.“

Warum die jährliche Impfung?
Der wirksamste Schutz vor der „echten“ Grippe und ihren Komplikationen ist die Grippe-Impfung. Der Impfschutz muss jedoch jedes Jahr erneuert werden – die Annahme, dass die Impfung aus dem Vorjahr zumindest noch ein bisschen schützt, ist leider falsch. Denn es gibt nicht „das“ Grippevirus und damit auch nicht „den“ Impfstoff, der mehrjährig wirken kann. Wenisch: „Grippeviren haben die Eigenschaft, sich laufend zu verändern. Diese sogenannten Mutationen werden von der Weltgesundheitsorganisation WHO genau verfolgt und bilden die Grundlage der WHO-Empfehlungen für die Zusammensetzung des Impfstoffes für die jeweilige Saison.“ Dann beginnt für die Impfstoffhersteller der Wettlauf mit der Zeit: Der Impfstoff muss entwickelt, geprüft, produziert, abgepackt und ausgeliefert werden. Und das alles rechtzeitig vor Beginn der Grippesaison. Für 2010/2011 steht der Impfstoff bereit. Wenisch appelliert: „Nun liegt es an uns, die Impfung auch in Anspruch zu nehmen.“

Was tun bei Nadelangst?
Auch große und kleine „Feiglinge“, die Angst vor Spritzen haben, haben nun keine Ausrede mehr. Denn: Seit heuer gibt es eine neue Grippeschutzimpfung, die intradermal verabreicht wird. Das heißt, dass die herkömmliche Nadel durch eine extrem dünne und kurze Mikronadel ersetzt wurde, die zehnmal kürzer ist als die herkömmliche. Dadurch ist die Injektion (nahezu) schmerzfrei. Trauen Sie sich!

TIPP:
Noch bis 31. 12. bieten die Apotheken alle Influenza-Impfstoffe für Erwachsene um € 4,- und den Influenza-Impfstoff für Kinder um € 2,- billiger an.
Die vergünstigten Preise für Erwachsene liegen nun je nach Hersteller zwischen €15,45 und € 19,70. Der Kinder-Impfstoff kostet während der Aktion € 12,90.


So schützen Sie sich vor Ansteckung
Egal, ob leichte Erkältung oder fiebrige Grippe, es sind auf jeden Fall ansteckende Viren im Spiel. Mit einfachen Maßnahmen können Sie das Ansteckungsrisiko jedoch senken:
  • Waschen Sie sich die Hände häufig mit Seife.
  • Vermeiden Sie Händeschütteln und allzu herzliche Begrüßungen mit Erkrankten.
  • Fassen Sie sich mit den Händen nicht ins Gesicht.
  • Vermeiden Sie, so möglich, den Kontakt mit kranken Personen (auch Gläser, Tassen und Taschentücher sind infektiös!).
  • Gehen Sie zur Grippe-Impfung (sie schützt vor der echten Grippe, einfache Erkältungen können Sie trotzdem bekommen).

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