Montag, 27. Mai 2019

Grenzenlos wohlfühlen

Ausgabe 2016.11
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Wohnkomfort kennt keine Kompromisse – nicht zuletzt im Alter.  GESÜNDER LEBEN zeigt, wie Sie Ihr Zuhause mit kleinen Anpassungen nachhaltig optimieren.


Foto: © Can Stock Photo Inc. - michaeljung

Der Alltag in den eigenen vier Wänden kann mitunter nervenaufreibend sein – und wird durch nicht ganz perfekte Wohnverhältnisse verschärft. Sie alle kennen sicherlich Situationen, in denen das neue Möbelstück nicht durch den zu schmalen Türstock passt, die Badewanne zum Entspannen zu kurz ist, die Fliesen im Badezimmer zur Stolperfalle werden oder zu viele Stufen – von der Waschmaschine im Keller bis zum Schlafzimmer im Obergeschoss – nach Verschnaufpausen schreien. Was man in jungen Jahren noch schmunzelnd zur Kenntnis nimmt, kann mit zunehmendem Alter das Leben erschweren. Plötzlich werden Stufen, Türen, Fenster oder das Bedienen von Elektrogeräten zu echten Hürden. Angemessene Bedingungen in den eigenen vier Wänden spielen daher eine große Rolle für ein selbstständiges und zufriedenes Leben. Schließlich möchten die meisten Menschen möglichst lange daheim wohnen und nicht auf fremde Hilfe angewiesen sein. Wohnzufriedenheit ist daher auch ein Zeichen von Lebensqualität. Denn: „Ideale Wohnbedingungen ermöglichen auch die Teilnahme am sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Leben“, so Veronika Egger, Vorsitzende der Initiative „design for all“. Und betont: „Ein menschengerechtes Design ist aber nicht nur im ,hohen‘ Alter wichtig. Auch Unfälle, Krankheiten oder Operationen können zu punktuellen körperlichen Beeinträchtigungen und Mobilitätseinschränkungen führen, die ein komfortables Wohninventar erfordern.“

So optimieren Sie Ihren Wohnbereich

• Machen Sie Stufenkanten sichtbar.
• Sorgen Sie für sichere und rutschfeste Bodenbeläge. Entfernen Sie Läufer und vermeiden Sie Bettvorleger. Sie sind oft berüchtigte Stolperfallen.
• Entscheiden Sie sich für Sofa oder Sessel mit höherer Sitzfläche, um sich bequem setzen und wieder aufstehen zu können. Das Gleiche gilt für Ihr Bett.
• Bringen Sie Haltegriffe im Bad und im WC an – und zwar dort, wo Rutschgefahr besteht oder als Aufstehhilfe. Auch ein etwas höherer Toilettensitz erleichtert das Aufstehen.
• Empfehlenswert sind auch eine schwellenlose Dusche oder eine Badewanne mit Einstiegshilfe.
• Montieren Sie den Spiegel am Waschbecken so, dass Sie sich auch im Sitzen sehen können.
• Erhöhen Sie die Waschmaschine, dann lässt sie sich leichter ein- und ausräumen.
• Montieren Sie Steckerleisten und Schalter in gut erreichbarer Höhe.
• Achten Sie bei der Eingangstür auf eine gute Außenbeleuchtung, die sich automatisch einschaltet.

Weitere Informationen unter www.designforall.at

Kleine Eingriffe – große Wirkung. Viele Maßnahmen der Wohnungsanpassung müssen nicht aufwendig und teuer sein. Oft ist es hilfreich, die Möbelanordnung zu überdenken um Platz zu schaffen, gewohnte Gegenstände gegen komfortablere einzutauschen, die Beleuchtung zu verbessern oder Stolperfallen auszuräumen, um sicherer im Eigenheim zu leben. Im Idealfall berücksichtigt man diese Gedanken bereits bei einem Wohnungswechsel oder im Rahmen einer Sanierung. „Neue Wohnräume sollten so geplant werden, dass sie an unterschiedliche Lebensphasen anpassbar sind. Das ist nachhaltig“, rät Egger.

Bitte eintreten! Es beginnt bereits beim Wohnungs- bzw. Hauseingang. Ein fester Bodenbelag sorgt dafür, dass sowohl Kinderwägen, Gehhilfen oder Rollstühle nicht einsinken können. Idealerweise ist er stufenlos, überdacht, breit genug und, ganz wichtig, gut beleuchtet – nicht zuletzt um auch in der Dämmerung seinen Schlüssel gleich zu finden. Sollten Stufen im Eingangsbereich unvermeidbar sein, sind beidseitige Handläufe empfehlenswert.

Gefahrenlos bewegen. „In strategisch wichtigen Bereichen wie Vorzimmer, Küche, Sanitärräumen, Schlafzimmer, vor Kästen oder Türen, also überall, wo man sich umdrehen muss, sollte ausreichend Platz geschaffen werden“, empfiehlt Egger. Das macht nicht nur die etwaige Nutzung eines Rollstuhls oder Rollators möglich, es ist auch komfortabel.

Türen auf! „Grundsätzlich sind Schiebetüren sicherer als Drehflügeltüren da, man beim Öffnen nicht zurücktreten muss und somit die Sturzgefahr minimiert“, betont Egger. Ansonsten sollte man auf Mindesttürbreiten von 80 Zentimeter und leichte Bedienbarkeit (auch für Kinder!) achten. Für Eingangstüren sind Breiten zwischen 90 und 100 cm sowie Bewegungsflächen vor und hinter der Tür von Vorteil.

Durchblick bewahren. Schöne Aussichten ermöglichen tiefergezogene Fenster. „Das Fensterparapett sollte dabei nicht höher als 60 cm sein, damit man auch im Sitzen hinausschauen kann“, so Egger. Eine Absturzsicherung komplettiert den Aussichtsplatz. Achten sollte man auch auf gut erreichbare und bedienbare Fenstergriffe und Jalousien.

Trittfeste Stufen. Ein geschlossenes, ergonomisches Stufenprofil mit rutschfesten Kanten sowie beidseitigen, gut umfassbaren Handläufen sind die beste Entscheidung, um vor Stürzen gewappnet zu sein. Treppen sollten außerdem breit genug sein, um im Fall des Falles einen Treppenlift einbauen zu können.

Übersicht zu diesem Artikel:
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