Mittwoch, 20. Februar 2019

Goldmelisse für mehr Herzenswärme

Ausgabe 2016.06/07

Es ist heutzutage keine Besonderheit, eine Reise zu einem fernen Ziel zu buchen und die Strecke dorthin mittels eines Flugzeuges zu überwinden.


Foto: Goldmelisse - Adolf Blaim

Vorausgesetzt, man hat das nötige Geld dafür. Für unsere Vorfahren in früheren Jahrhunderten war Derartiges undenkbar. Mit viel Risikoeinsatz und dem nötigen nautischen Wissen haben aber Pioniere wie etwa Christoph Kolumbus es geschafft, neue Wege übers Meer zu suchen und zu finden. Am amerikanischen Kontinent wurde jedoch nicht nur Neuland entdeckt, sondern auf dessen Boden ebenso der eine oder andere pflanzliche Schatz, der später in der alten Heimat Europa als Heilmittel Verwendung fand.

Ein gutes Beispiel dafür ist die Goldmelisse (Monarda didyma), die auch aufgrund ihrer Herkunft Indianernessel genannt wird. Die abgezupften Blütenblätter dieses Heilkrauts lassen sich bei voller Entfaltung trocknen und zur Gewinnung eines Tees verwenden, der mit seiner goldgelben Farbe auch das Auge erfreut. Hat jemand die Goldmelisse im Garten gepflanzt, schätzen das auch die Bienen aus der Nachbarschaft. Und die Goldmelisse hilft vor allem einem unserer wichtigsten Organe: dem Herzen. Damit verbinden wir sehr vieles. Der heilige Augustinus z. B. wird in der Ikonografie mit einem brennenden Herzen dargestellt. Symbolhaft kommt dadurch die Sehnsucht des Gottesmannes zum Ausdruck, die er zeit seines Lebens nach Gott gespürt hat. Zudem hat er all das, was sich in seinem Herzen gleichsam abgespielt hat, aufgeschrieben und uns bis heute zugänglich gemacht. Das kann die eine oder den anderen vielleicht dazu motivieren, sprichwörtlich sein eigenes Herz in die Hand zu nehmen und zu öffnen.

Hermann-Josef Weidinger hat es einmal meiner Meinung nach ganz treffend formuliert, als er schrieb: „Das Leben des Lebens ist und bleibt die Liebe. Lieben ist ein Ver-Schenken. Ein Her-Geben. Ein Glücklich-Sein durch Geben-Dürfen. Kurz gefasst: Dienst am anderen. Es tut auch dem Physischen, dem Leiblichen, gut, erhebt und adelt es.“ Ja, und welche Pflanze steht mir dann zur Seite, um mein Herz liebevoll anzusehen und zu pflegen? Die geeignete Vermittlerin hierfür ist der Lippenblütler aus Übersee. Damit lässt sich eine Köstlichkeit ansetzen, die auch dem Gemüt guttut. Und so wird’s gemacht: 45 Gramm frische Blütenblätter der Goldmelisse (=Monarde) werden mit 1 Liter Rotwein übergossen und 8 Tage in die Sonne gestellt. Danach abseihen und in dunklen Flaschen lichtgeschützt im Kühlen lagern. Ab und zu ein Stamperl davon getrunken, fördert das die Herzenswärme und unterstützt die vielleicht gar sehr verborgene Güte im Innern des Genießers.

Weitere Informationen:
Kräuterpfarrer-Zentrum
3822 Karlstein/Thaya
Tel.: 02844/70 70-11 oder -31
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
www.kraeuterpfarrer.at

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