Freitag, 15. November 2019

Gesunder Rücken - Nicht ins Bett sondern Bewegung!

Ausgabe 04/2012
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Nicht ins Bett sondern Bewegung! Operiert wird in den wenigsten Fällen, nicht zuletzt da die Möglichkeiten der nichtoperativen Therapie immer besser werden. Außerdem gilt: Je individueller behandelt wird, desto besser. Demnach erarbeiten Orthopäde und Physiotherapeut gemeinsam ein auf den Patient abgestimmtes (Übungs-)Programm. Zusätzlich können bei entsprechenden Befunden Massagen, Neuraltherapie und manuelle Medizin hilfreich sein. Das Um und Auf ist jedoch die Bewegung, denn der Bewegungsapparat heißt nicht nur so, er verlangt auch danach – selbst mit Rückenschmerzen. Sich ins Bett zu begeben, ist unzuträglich, was laut Professor Friedrich mehrfach in Studien belegt wurde: „Man darf die Beine schon mal hochlagern. Doch wir empfehlen unseren Patienten, ihren Alltagsgewohnheiten nachzugehen. Sollte dies aufgrund der Schmerzen unmöglich erscheinen, helfen Medikamente.“ Es ist nämlich so, dass es sehr rasch zu einer Reduktion der Muskulatur kommt. Womit man sich schon mittendrin im Teufelskreis befände, braucht doch die Wirbelsäule eine starke Rücken- und Bauchmuskulatur sowie, besonders Frauen, einen durchtrainierten Beckenboden.

Bandscheiben:
ruckenFoto: istock.com - Jeannet OlivetDie Stoßdämpfer des Körpers

Sie liegen zwischen den Wirbeln, sind eine Art Stoßdämpfer und machen etwa ein Viertel der Höhe der Wirbelsäule aus. Sie bestehen aus einem faserigen äußeren Ring und einem gallertigen, weichen Kern, der nicht durchblutet wird. Da der Kern durch normale Alltagsbelastungen zusammengedrückt wird, ist man abends mitunter bis zu zwei Zentimeter kleiner als morgens. Liegen entlastet die Bandscheiben.


Vorbeugen ist besser als nachheilen. Auch um Rückenbeschwerden vorzubeugen, leistet Bewegung einen sinnvollen Beitrag, weiß Doris Taurok, Leiterin der Ergotherapie am Orthopädischen Spital Speising: „Je größer das Bewegungsrepertoire, umso geringer das Risiko, sich falsch bzw. einseitig zu bewegen. Die Wirbelsäule mag nichts Einseitiges.“ Zudem sollte man nach Möglichkeit den Bereich stärken, bei dem man Defizite hat. Das heißt: Beweglichen Menschen fehlt es nicht selten an Muskelmasse und somit treten mitunter Beschwerden auf, weil sie ihren Körper nicht muskulär kontrollieren können. Dem Steifen, der meist Muskeln hat, wird indes empfohlen, seine Beweglichkeit zu trainieren. Apropos: Wer ein Rückenleiden erfolgreich überwunden hat, sollte sein Übungsprogramm auch dann fortsetzen, wenn er keine Schmerzen mehr spürt. Denn nur so wird er die Welt, die sicher wieder einmal auf seinen Schultern lastet, auch weiterhin beschwerdefrei ertragen können.


Weitere Informationen finden Sie im Buch „Rückhalt für den Rücken“ von Univ. Prof. Dr. Martin Friedrich und Hannelore Mezei bzw. auf der Homepage des Orthopädischen Spitals Speising unter www.oss.at.
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