Dienstag, 19. Februar 2019

Gesunder Darm trotz Antibiotika

Ausgabe 2016.11

Antibiotika bekämpfen nicht nur die bösen, sondern auch die guten Bakterien. Allergische Hautreaktionen sowie Darmprobleme sind häufige Nebenwirkungen. Die gute Nachricht: Sie können ganz einfach zum Wiederaufbau einer gesunden Darmflora beitragen.


Foto: © Can Stock Photo Inc. - victoshafoto

Wie jedwedes wirksame Medikament haben auch Antibiotika unerwünschte Nebenwirkungen. Meist zeigen sich diese an der Hautoberfläche, es kann zu Juckreiz, Ausschlägen, Pusteln oder auch Rötungen kommen, zu Pilzbefall in den Schleimhäuten, zu allergischer Reaktion (vor allem bei Penicillin), zu Übelkeit sowie zu Darmproblemen, allen voran Verdauungsstörungen, Blähungen und sehr typisch auch Durchfall. Der Grund für diese Reaktionen: Antibiotika sind Stoffwechselprodukte von Pilzen und Bakterien, die, je nachdem welches Mittel der Arzt verordnet hat, andere Mikroorganismen am Wachsen hemmen oder abtöten und die, da sie nicht zwischen krank machenden und gesunden Bakterien unterscheiden können, unser körpereigenes „Ökosystem“ ziemlich durcheinanderbringen.

Vorsicht geboten! Unser Immunsystem wird, sofern es intakt ist, diese Armada als Verstärkung im Kampf gegen die bakteriellen Krankheitserreger willkommen heißen und sich flugs an die Beseitigung und den Wiederaufbau des entstandenen Flurschadens machen. Ein gesunder Mensch mit einem intakten Immunsystem kann im Normalfall mit den Nebenwirkungen nach einer Antibiotikatherapie gut umgehen. Bei Schwerkranken, chronisch Kranken, aber auch bei alten Menschen sowie bei Kleinkindern können die Nebenwirkungen des Medikaments jedoch zu einem gröberen Problem führen und es bedarf einer weiteren ärztlichen Behandlung. Zudem ist es unabdingbar, dem verschreibenden Arzt zu informieren, welche Medikamente man sonst noch einnimmt, denn es kann zu Wechselwirkungen mit anderen Wirkstoffen kommen.

Resistenzen drohen. Überdies können nicht alle Antibiotika über einen Kamm geschoren werden, manche müssen nüchtern, andere mit der Nahrung aufgenommen werden, einige zu bestimmten Zeiten, und es kommt auch darauf an, ob das Medikament über die Niere oder die Leber verstoffwechselt und ausgeschieden wird. Mit unerwünschten Nachwirkungen müssen auch Menschen rechnen, die sich nicht an die Anweisungen des Arztes oder Apothekers halten und die Medikamente nicht wie vorgegeben einnehmen oder aber die Behandlung vorzeitig abbrechen. Denn mit den Symptomen, die oft schon zwei Tage nach der Einnahme verschwinden, sind längst noch nicht alle Keime vernichtet. Es kann zu einer neuerlichen Erkrankung kommen und auch dazu führen, dass sie gegen das Mittel resistent werden.

Sei gut zu deinem Darm! Antibiotika entfalten ihre Wirkung überall dort, wo Blut hinkommt, also auch im Darm. Nach einer Behandlung mit Antibiotika ist unsere Darmflora empfindlich gestört und reagiert vorerst einmal verstört. Das kann je nachdem zwischen einigen Tagen, aber auch nicht selten bis zu sechs Wochen dauern. Die gute Nachricht: Wir können mit einfachen Mitteln bei der Regeneration helfen und gezielt über die Ernährung zur Wiederherstellung der Darmflora beitragen. Um unsere Freunde im Darm wieder in Schwung zu bringen, genügt es, sie großzügig mit Milchsäurebakterien (auch Laktobazillen) zu füttern. Milchsäurebakterien sind ein wichtiger Teil der Darmflora, schaffen ein saures Milieu, das verhindert, dass eine Vielzahl von schädlichen Mikroorganismen sich heimisch macht, und schützen uns mit vor der Ausbreitung von Krankheitserregern, tragen zur Steuerung des Immunsystems bei sowie zur Bildung von Vitaminen – und helfen bei der Verdauung. Überdies bildet ein Großteil der Milchsäurebakterien noch viele andere Substanzen, die schädlichen Bakterien und Pilzen den Garaus machen. Enthalten sind Milchsäurebakterien in fermentierten Milchprodukten wie Joghurt, Kefir, Sauermilch, Buttermilch, Sauerrahm, Molke und Topfen – seit der industriellen Herstellung von Lebensmitteln bilden sie sich jedoch nicht mehr natürlich, sondern werden zugesetzt. Seit einigen Jahren gibt es eine Reihe von probiotischen Lebensmitteln und medizinischen Produkten – bei Probiotika handelt es sich vorwiegend um lebende Bakterien aber auch Hefepilze –, die laut Hersteller der Gesundheit zuträglich sind, da sie die Ansiedelung der Krankheitserreger verhindern und das Immunsystem im Darm stimulieren sollen. Es ist erwiesen, dass eine Vielzahl von probiotischen Bakterienstämmen die Schwere einer Krankheit und das Risiko von Durchfällen minimieren können. Übrigens: Um ganz generell die Darmgesundheit zu fördern, sollten wir wesentlich weniger Fett zu uns nehmen, dafür deutlich mehr Ballaststoffe. Am gesündesten ist die ausgewogene Mischkost – ganz im
Sinn der Ernährungspyramide.

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