Montag, 20. Mai 2019

Gesunde Gelenke ein Leben lang!

Ausgabe 2016.09
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Unser Körper verfügt über 68 Gelenke, mit denen fast jeder von uns im Leben einmal krankheitsbedingt zu tun hat. Wir verraten, wie Sie Ihre Gelenke fit halten und Rheuma, Gicht und Verschleißerscheinungen den Kampf ansagen können.

 


Foto: © Can Stock Photo - monkeybusiness

 Unser Bewegungs- und Halteapparat besteht aus mehr als 200 Knochen, 640 Muskeln und 68 echten Gelenken sowie zahlreichen Sehnen und Bändern.

Kein Wunder, dass da häufig etwas aus den Fugen gerät. Auch mit dem Alter werden die Verschleißerscheinungen leider nicht weniger. Vor allem in den Gelenken kommt es schnell zu Abnützungen: Unfälle beim Sport, Fehlhaltungen und angeborene Fehlstellungen, Überbelastung, Bewegungsmangel und Übergewicht, aber auch Infektionen setzen ihnen zu. Bisweilen gesellen sich durch den ständigen Reiz auf den Gelenksknorpel auch Entzündungen hinzu, die nicht nur schmerzen, sondern auch das Gelenk zerstören können.

Rheuma
Eine besonders aggressive Erkrankung
Unter den Begriff Rheuma fallen mehr als 400 verschiedene Erkrankungen der Gelenke, Muskeln, der Wirbelsäule und auch des übrigen Organismus, erklärt Dr. Thomas Schwingenschlögl, Facharzt für innere Medizin und Rheumatologie in Wiener Neudorf: „Rheumatische Krankheiten führen häufig zu starken Schmerzen, Steifheitsgefühl und einer Einschränkung der Beweglichkeit.“ Zu den besonders gefährlichen rheumatischen Leiden zählen chronische Gelenksentzündungen wie die rheumatoide Arthritis,
Autoimmunerkrankungen wie Lupus, Wirbelsäulenentzündungen wie Morbus Bechterew und Muskelentzündungen wie Polymyalgia rheumatica: „Gefährlich deshalb, da sich Gelenke und Wirbelsäule durch die aggressive Entzündung oft binnen weniger Wochen stark abnützen und versteifen.“ Ein weiteres Beispiel ist die Psoriasis-Arthritis: 5 bis 15 Prozent der Menschen mit Schuppenflechte entwickeln neben ihrem Hautleiden auch eine Gelenksentzündung. Betroffen sind meist Hände, Füße und manchmal die Wirbelsäule. Bleibt die Entzündung unbehandelt, wird der Knochen zerstört, das Gelenk ist für immer geschädigt. Eine Heilung der chronischen rheumatischen Entzündungen gibt es bislang zwar nicht. Wird die Erkrankung aber rechtzeitig und gezielt behandelt, bekommt man sie oft gut unter Kontrolle: „Die Therapien zielen darauf ab, den entzündlichen Prozess zu unterdrücken, Schmerzen zu lindern und so Schäden zu begrenzen – was die Lebensqualität mit diesen Erkrankungen deutlich steigert.“

Gelenksverschleiß
Bereits in jungen Jahren häufig
Etwas langsamer entwickeln sich die Veränderungen bei den Gelenksabnützungen, den Arthrosen, so Schwingenschlögl: „Sie sind dafür die mit Abstand häufigste Gelenkserkrankung und eine wahre Volkskrankheit.“ Die ersten Anzeichen der Arthrose können schon im Alter von 30 Jahren auftreten. Die Früherkennung ist daher besonders wichtig, da Verschleißerscheinungen lange Zeit unbemerkt bleiben. Treten erst einmal starke Schmerzen auf, ist die Erkrankung bereits weit vorgeschritten. Bei rund zwei Millionen Österreichern entwickelt sich daraus eine chronische Erkrankung. Das lässt sich in vielen Fällen verhindern, so der Experte: „Betroffen sind vor allem die Gelenke, die wir am meisten beanspruchen, wie Knie-, Hüft- und Sprunggelenke.“ Erste Anzeichen, auf die man achten sollte, sind Anlaufschmerzen nach längerem Sitzen und Liegen, Gelenkssteifigkeit, Gelenksgeräusche bei Belastung, Bewegungseinschränkung, plötzliche Bewegungsausfälle und Kraftlosigkeit. Rechtzeitig behandelt, kann man hier medizinisch sehr viel erreichen: „Moderne Therapiemöglichkeiten bremsen den oft rasanten Knorpelabbau und führen meist zu einer deutlichen Linderung der Beschwerden bei Entzündungen und Abnützungen.“

Gicht
Sehr oft eine Frage des Lebensstils.
Gelenke schmerzen aber nicht nur, weil sie sich mit der Zeit abnützen. Der Auslöser für geschwollene, gerötete und überwärmte Gelenke kann auch ein gestörter Stoffwechsel sein. Bei Gicht erhöht sich der Harnsäurewert im Blut. Es bilden sich Kristalle, die sich in den Gelenken ablagern und Entzündungen auslösen. Vor allem Männer sind betroffen. Sie haben ein bis zu zehnfach höheres Risiko als Frauen:  „Nicht weniger als 20 Prozent der Bevölkerung weisen erhöhte Harnsäurewerte auf, zirka 2,8 Prozent der Männer und 0,4 Prozent der Frauen sind von Gicht betroffen.“ Die Krankheit verläuft schubweise und macht sich häufig zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr zuerst am Grundgelenk des Großzehs bemerkbar. Übermäßiger Alkoholkonsum und zu viel Eiweiß in der Nahrung begünstigen einen Schub. Dieser kommt oft über Nacht und verschwindet nach einigen Tagen. Unbehandelt wiederholen sich die Schübe aber, bis eine chronische Gicht entsteht. Sie greift Knochen und Knorpel an und schädigt sogar innere Organe. Bei Gicht spielt eine bewusste Ernährung eine herausragende Rolle. Damit die Krankheit nicht voranschreitet, sollte möglichst auf Alkohol und Lebensmittel mit viel Purin – wie Innereien, Fleisch und Hülsenfrüchte – verzichtet werden.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Gesunde Gelenke ein Leben lang!
Seite 2 So halten Sie Ihre Gelenke fit

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