Freitag, 04. Dezember 2020

Gesund mit Mutter Natur - Heilwässer

Ausgabe 2020.07-08
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Heilwässer

Womit wir auch bereits bei den „speziellen Gewässern“ wären, die in der Naturmedizin einen hohen Stellenwert einnehmen. Dazu der Experte: „Mit Aufkommen der naturwissenschaftlichen Denkart wurde im Rahmen von Untersuchungen und Studien klar, dass besonders jene Gewässer über gesundheitsfördernde Wirkungen verfügen, die einen hohen Gehalt an Kohlensäure, Schwefel, Jod, Sulfat oder Sole besitzen. Auf dieser Erkenntnis basiert auch die heutige Bädertherapie.“ Der hohe Spiegel an Mineralstoffen und Spurenelementen, nämlich Kalzium, Magnesium, Natrium, Hydrogenkarbonat und/oder Chlorid, sind im Heilwasser natürlich vorhanden und gelöst, wodurch sie der menschliche Organismus gut aufnehmen und direkt verwerten kann. In vielen Fällen sind diese Gewässer sogenannte Thermalgewässer, also Wässer, die beim Quellaustritt eine Temperatur von mindestens 20 Grad Celsius aufweisen. Was man als Heilwasser bezeichnen darf, ist streng gesetzlich geregelt – sobald beispielsweise ein Zusatzstoff wie Chlor hinzugefügt wird, wie es bei Thermenzentren oftmals der Fall ist, darf es nicht mehr als Heilwasser beworben werden.

Auf den Inhalt kommt es an

In allen zuvor genannten Heilwässern kann man baden, man kann sie aber auch inhalieren und in Form von Trinkkuren zu sich nehmen. Je nach Zusammensetzung haben Heilwässer unterschiedliche Wirkungen. Das bekannte Schwefelbad wirkt antibakteriell, entzündungshemmend, schmerzstillend und durchblutungsfördernd, auch der Blutdruck kann leicht sinken. Empfehlenswert ist es bei entzündlichen Hauterkrankungen und Gelenksund Wirbelsäulenrheumatismus. Das Jodbad wiederum ist desinfizierend und deshalb zum Beispiel bei Arteriosklerose und Schweißdrüsenabszessen hilfreich. Oftmals wird Jod auch mit Schwefel oder Sole kombiniert. Ein angenehmes Kohlensäurebad wird bei Bluthochdruck, Durchblutungsstörungen (auch des Gehirns!) sowie bei Haut- und rheumatischen Erkrankungen angewandt. Sulfathältige Wässer sind klassische Trinkquellen und gesundheitsfördernd bei Problemen mit Magen, Darm, Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse.

Moor und Fango

Eine Unterkategorie der Bädertherapie stellen Anwendungen mit Moor und Heilerde dar. „Moore sind gute Wärmeträger und geben die Temperaturen sehr langsam und schonend ab, weshalb bei Moorbädern höhere Temperaturgrade vertragen werden als im Wasser“, erklärt Marktl. Diese gleichmäßige Wärmeübertragung wirkt sich positiv auf den gesamten Bewegungs- und Stützapparat aus, besonders bei Gelenks- und Wirbelsäulenbeschwerden, rheumatischen Arthrosen sowie Regelschmerzen bei Frauen. Wird Moor getrunken, beruhigt es die Schleimhäute des Verdauungstrakts. Eine weitere jahrtausendealte Art von Heilerde ist Fango, die meist in Form von Packungen zum Einsatz kommt und sowohl schmerzstillend als auch entspannend wirkt, da sie muskuläre Verspannungen löst. Aber auch Hautentzündungen lassen sich mit Fango gut unterstützend behandeln.

Die Natur nutzen

Natürlich gibt es auch noch andere natürliche Heilvorkommen, die helfen, die Selbstheilungskräfte des menschlichen Körpers zu aktivieren und zu unterstützen. Bekannt ist etwa die radonhaltige Stollentherapie: Das radioaktive Edelgas wird in geringer Dosierung bei rheumatischentzündlichen Erkrankungen des Bewegungsapparates, der Atemwege und der Haut angewandt. Es gibt auch radonhaltige Sitzbäder. Immer beliebter wird zudem das sogenannte „Waldbaden“, also ein bewusster, entspannter Spaziergang durch den Wald, bei dem die Natur erfühlt und besonders tief eingeatmet wird. Aufgrund des hohen Gehalts an bioaktiven Pflanzenstoffen im Wald schützt ein regelmäßiger Aufenthalt vor Krebs, hilft bei Lungenerkrankungen und hellt die Stimmung auf. Apropos: Laut Studien beträgt der Langzeiteffekt von natürlichen Behandlungsmethoden bis zu zwölf Monate – allerdings nur dann, wenn sie über einen Zeitraum von drei bis vier Wochen regelmäßig wiederholt werden, betont Marktl. Kuren bieten sich dafür natürlich am besten an; aber auch zumindest die Wochenenden in der Natur zu verbringen, lässt unseren Körper aufblühen. Marktl, zusammenfassend: „Nutzen wir alle gesundheitlichen Möglichkeiten, die die Natur uns schenkt!“

 

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