Sonntag, 22. September 2019

Gesund entschlacken

Ausgabe 2017.02
Seite 1 von 3

Sie wollen Körper und Geist etwas Gutes tun? Dann könnte eine Entschlackungs- oder Fastenkur genau das Richtige für Sie sein! Doch welche Methoden gibt es? Welche ist am besten für mich? GESÜNDER LEBEN hat die Antworten.


Foto: Can Stock Photo - photography33

Wenn von entschlacken und entgiften die Rede ist, stellt sich oft die Frage: Was sind eigentlich Schlacken und wie entstehen sie? Als Schlacken werden meist jene Rückstände des Stoffwechsels bezeichnet, die der Körper nicht richtig verwerten kann. Eine einseitige und zu säurelastige Ernährung begünstigt zum Beispiel die vermehrte Bildung von Schlacken. Aber auch diverse Medikamente, Alkohol, schädliche Umweltgifte und psychische Belastungen tragen zu einer ungesunden Schlackenbildung bei. Die Schlacken werden dann großteils im Bindegewebe, aber auch in den Blutgefäßwänden und Gelenken eingelagert. Dies kann in Folge zu unterschiedlichen Herzbeschwerden, Gicht oder Arthrose, Nieren-, Blasen- und Gallensteinen sowie anderen Erkrankungen führen. Erste Anzeichen einer Verschlackung machen sich durch einen trägen Stoffwechsel, unschöne Hautdellen (Cellulite), unangenehmen Mundgeruch, Durchblutungsstörungen, eine unreine Haut, häufige Kopfschmerzen und Stimmungsschwankungen bemerkbar.Lesen Sie auf den folgenden Seiten, was Sie bei Entschlackunkskuren beachten sollten!

Vorsicht bei gesundheitlichen Problemen. Der Sinn einer Entschlackungs- oder Fastenkur liegt darin, die Ausscheidungsorgane wie Darm, Nieren und Leber in ihrer Funktion zu unterstützen und dem Körper somit zu helfen, gesundheitsschädigende Schlacken in vollem Umfang wieder loszuwerden. Doch Vorsicht: Solche Kuren sind nicht für jeden Menschen geeignet! „Eine Fastenkur setzt voraus, dass man weitgehend gesund und belastbar ist. Menschen mit gesundheitlichen Problemen sollten sich deshalb vor einer Entschlackungs- bzw. Fastenkur auf jeden Fall einer grobklinischen und laborchemischen Untersuchung unterziehen“, rät Allgemeinmediziner Dr. Ewald Heller, Kurarzt im Thermalbad Weissenbach in Kärnten. „Wenn bereits medikamentös behandelte Krankheiten bestehen (dazu zählen die Zuckerkrankheit, Nierenerkrankungen oder auch ein schlecht eingestellter Blutdruck), sind bestimmte Entschlackungsund Fastenkuren schon von vornherein ausgeschlossen. So würden zum Beispiel Patienten mit einer Herz- oder Niereninsuffizienz durch eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr in Form einer Trinkkur massive Probleme bekommen, da gerade bei solchen Krankheiten eine Kochsalz- und Flüssigkeitsrestriktion die Basistherapie bilden“, so der Mediziner weiter. Generell sollte man sich vor jeder geplanten Kur die Fragen stellen: Welches Ziel verfolge ich eigentlich damit? Wünsche ich mir nur eine schnelle und kurzfristige Gewichtsreduktion oder sehe ich die Kur als Anstoß, meinen Lebensstil langfristig und nachhaltig zu ändern? Eine Anmerkung ist Dr. Heller in diesem Zusammenhang noch besonders wichtig: „Egal aus welchen unterschiedlichen Beweggründen sich jeder Einzelne einer Entschlackungs- oder Fastenkur unterzieht. Sie sollte lediglich als Bonus für die Gesundheit gesehen werden und nicht als einziges Allheilmittel.“

Entschlacken – aber richtig! Im Volksmund wird Entschlacken mit dem Loswerden von Überflüssigem, Schädlichem und Störendem verbunden. Es sollen nicht nur körperliche, sondern auch „geistige“ Schlacken wie Alltagsprobleme, Ängste und nicht verarbeitete Emotionen entsorgt werden. Entsprechende Entspannungs- und Ruhephasen sind deshalb ein wichtiger Bestandteil jeder Entschlackungs- und Fastenkur. GESÜNDER LEBEN hat sich einige Methoden genauer angesehen.

DIE F.-X.-MAYR-KUR

Der Erfinder dieser Kur, Franz Xaver Mayr (1875–1965), glaubte fest daran, dass die meisten Gesundheitsprobleme mit dem Darm zusammenhängen. Die Methode: Mit Milch und trockenen, altbackenen Semmeln soll der Darm gereinigt und eine Übersäuerung beseitigt werden. Durch ein sorgfältiges Kauen und Einspeicheln wird die Vorverdauung im Mund gefördert und somit das Verdauungssystem entlastet. Mayr legte besonderen Wert darauf, dass man sich ausschließlich auf den Vorgang des Essens konzentriert und sich durch nichts ablenken lässt. Getrunken wird nicht während, sondern vor dem Essen. Dadurch stellt sich das Sättigungsgefühl früher ein. Die Entschlackung und Entgiftung des Darms wird mit speziellen Bauchmassagen unterstützt, wodurch unterschiedliche Darmabschnitte funktionell aktiviert werden. Die tägliche Einnahms eines milden Abführmittels (Bitterwasser) dient der Regeneration des Darms. Ein anfangs dunkler und übel riechender Stuhl wird im Laufe der Kur zunehmend heller und fast geruchlos. Ausgedehnte Spaziergänge an der frischen Luft, Wechselduschen, Ruhe und genügend Schlaf unterstützen den Kurerfolg. Nachweislich nicht geeignet ist die F.-X.-Mayr-Kur für Schwangere, Stillende und Tumor-Patienten. Durch die einseitige Ernährung besteht die Gefahr eines Mangels an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Außerdem sollte die meist mehrwöchige Kur nur unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden.

 

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Gesund entschlacken
Seite 2 Ayurveda
Seite 3 Verschlackungen verhindern

Aktuelle Ausgabe & E-Paper


cover 2019-09 130x173

Aktuelles Heft 09/2019

Die nächste Ausgabe erscheint am 4. Oktober

 

Unsere Ausgabe 07-08/2019 als E-Paper Lesen!

Aktuelle Online Umfrage

Hand aufs Herz – wie nutzen Sie Ihr Handy?

Kontakt

  • Gesünder Leben Verlags GmbH
  • Johann Strauss Gasse 7/2/5
  • 1040 Wien, Österreich

Information