Freitag, 24. Mai 2019

Gesund durch Herbst und Winter

Ausgabe 10/2012
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Lassen Sie sich von Herbststürmen, Nebelsuppen und ersten Frostangriffen nicht die gute Laune verderben. Und bleiben Sie vor allem gesund. Wie Sie das jetzt einfach schaffen, verraten wir in zahlreichen wertvollen Tipps zum Nachmachen!

Foto: iStock - Anna Zielinaska
Sobald die Temperaturen fallen, machen die Abwehrkräfte schneller schlapp. Das ist die Hochsaison für Viren und Bakterien. Wer rechtzeitig der Infektanfälligkeit vorbeugt, kommt fit durch Herbst- und Wintertage. Dr. Wolfgang Molnár, Allgemein- und Komplementärmediziner in Wien, verrät die besten Kraftquellen für die körpereigene Schutztruppe.

Genügend (Winter)Schlaf. Auch wenn Napoleon und Einstein angeblich mit vier Stunden Nachtruhe auskamen – Studien beweisen klipp und klar: Wer sich zu häufig die Nächte um die Ohren schlägt, wird öfter krank. Der Grund: Nachts wird das Immunsystem besonders effizient aufgerüstet. Weniger als sieben Stunden Nachtruhe bedeuten ein dreifach erhöhtes Risiko, eine Erkältung zu erwischen. Optimal sind acht Stunden und mehr. Auch die Schlafqualität beeinflusst das Immunsystem: Wer nächtens immer wieder aufwacht und dadurch weniger als 92 Prozent der Zeit schlafend im Bett verbringt, erkrankt beinahe sechsmal öfter an typischen Winterinfektionen.
GESÜNDER LEBEN-Tipp: Möglichst immer zur gleichen Zeit zu Bett gehen und aufstehen. Schnarchen ist oft ein Symptom für nächtliche Atemaussetzer – beim HNO-Arzt abklären lassen!

Weniger Stress. Tagsüber Hektik im Job, abends Fast Food und Partys – das bringt die stärkste Immunzelle ins Trudeln. Mediziner sind sich einig, dass permanente körperliche oder psychische Belastung das hoch komplizierte Zusammenspiel des Immunsystems durcheinanderbringt. Eine Untersuchung zeigt zum Beispiel, dass ein laut ausgetragener Ehestreit die Abwehr messbar schwächt. Wer nur gelegentlich Zoff mit dem Partner hat oder nur ab und zu im Job unter Strom steht, braucht sich aber nicht zu sorgen. Erst wenn belastende Situationen zum Dauerzustand werden, hat das Auswirkungen auf die Gesundheit. Das Stresshormon Cortisol ist nämlich der Gegenspieler der Immunzellen. Solange sein Wert im Normbereich liegt, hält es die Abwehrkräfte in Balance. Ein chronisch hohes Niveau unterdrückt die Schutztruppe jedoch merklich.
GESÜNDER LEBEN-Tipp: Ein geregelter Tagesablauf stärkt das ganzheitliche Gleichgewicht. Dazu gehört, Mahlzeiten in Ruhe zu genießen, nicht alle Aufgaben gleichzeitig zu erledigen und immer wieder kleine Pausen zu machen.

Regelmäßige Bewegung. Laufen Sie der Erkältung davon, denn dosierter Sport stärkt die Abwehr. Und: Gemütlichere Sportarten unterstützen die Immunkraft am besten. Wissenschafter haben herausgefunden, dass bereits 20 bis 30 Minuten körperliche Belastung die Zahl der Killerzellen im Organismus ansteigen lässt. Training ohne Freude stresst allerdings. Hier gilt es, interessante Alternativen zu finden. Zum Beispiel Springen am Minitrampolin oder Tanzen. Beim Outdoor-Sport sollte man an kalten Tagen immer eine Haube aufsetzen, sonst haben Krankheitserreger leichtes Spiel. Denn über den Kopf kühlt der Körper schneller aus und wird infektanfälliger.
GESÜNDER LEBEN-Tipp: Sportmuffel fangen am besten mit flotten Spaziergängen an – mindestens dreimal wöchentlich eine halbe Stunde. Gut Trainierte belasten sich beim Workout nur so weit, dass sie sich dabei ohne Atemnot unterhalten können.

Fe_iStock-Andreas-KaspaFoto: iStock - Andreas KaspaKalte Füße vermeiden. Im walisischen Cardiff gibt es das „Common Cold Centre“, in dem alle Aspekte rund um „banale Erkältungskrankheiten“ untersucht werden. Bei einer Studie waren 90 Studenten aufgefordert, ihre Füße 90 Minuten lang in kaltes Wasser zu tauchen. Daraufhin wurden in dieser Gruppe doppelt so viele Verkühlungen registriert wie in einer Vergleichsgruppe, der ein frostiges Fußbad erspart geblieben war. Die Forscher gehen davon aus, dass etliche Probanden die Krankheitskeime schon latent in sich trugen – ohne Krankheitssymptome zu zeigen. Durch das Abkühlen exponierter Körperstellen verengen sich aber die Blutgefäße in der Nase, wo wichtige Abwehrmechanismen darauf warten, Eindringlinge rechtzeitig abzufangen. Auf einer kalten Nasenschleimhaut finden Viren und Bakterien optimale Bedingungen für eine Invasion vor – einem Schnupfen sind so Tür und Tor geöffnet. Sich zu vermummen könnte also zusätzlich zu warmen Socken und isoliertem Schuhwerk helfen, diese Gefahr zu bannen.
GESÜNDER LEBEN-Tipp: Ein heißes Fußbad gleich nach dem Aufenthalt im Freien kann Krankheitserreger einbremsen. Dazu eine Wärmflasche auflegen und eine Tasse heißen Lindenblütentee schlürfen – so viel Hitze mögen Schnupfenviren ganz und gar nicht.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Gesund durch Herbst und Winter
Seite 2 Hände sauber halten

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