Sonntag, 19. Mai 2019

Gesund durch den Sommer

Ausgabe 2015.06
Seite 1 von 3

Wie wir uns richtig abkühlen, wie die richtige Ernährung bei Hitze aussieht und wie man sich bei Bienenstichen verhält: Wir verraten Ihnen, wie Sie Ihren Sommer so richtig genießen!


Foto: Can Stock Photo Inc. - 12 Tribes

Endlich beginnt die Sommerzeit!
Die Sonne wagt sich wieder aus ihrem Versteck, die Blumen blühen, Schwimmbäder und Eissalons laden zum erfrischenden Vergnügen ein. Wir genießen die Sonnenstrahlen, die lauen Nächte – kurz: Wir freuen uns des Lebens. Damit dieser Genuss aber nicht zum Ärgernis oder gar zur Qual wird, gilt es, einige simple Regeln zu beachten …

Wieso freuen wir uns so sehr auf den Sommer?
„Die Sonneneinstrahlung hat einen positiven Effekt auf Psyche und Körper“, bestätigt die Wiener Allgemeinmedizinerin Dr. Beatrix Ackerl (www.arzt-ackerl.at). „Trifft das Sonnenlicht auf die Haut des Menschen, schüttet der Körper vermehrt Endorphine, also Glückshormone aus, beispielsweise Serotonin. Dieses Hormon steigert das allgemeine Wohlbefinden, reguliert den Zuckerstoffwechsel und vertreibt auch depressive Verstimmungen und Ängste.“ Zudem sorgt Serotonin für einen gesunden Tag-Nacht-Rhythmus und spielt beim Sättigungsgefühl eine große Rolle. Gleichzeitig mit dem Steigen des Serotonins wird im Körper der Anteil am Schlafhormon Melatonin zurückgedrängt. Besonders wichtig sind Sonnenstrahlen für die Produktion von Vitamin D im menschlichen Körper. Sonnenlicht aktiviert in der Niere Vitamin D, welches danach in das Blut abgegeben wird. Die entscheidende Aufgabe des „Sonnenhormons“ ist die Regulierung des Kalziumgehalts, weshalb das Hormon wesentlich für Knochenstabilität, Muskeln und Blutgerinnung ist. „Vitamin D wird zudem eine Schutzfunktion vor Krebserkrankungen sowie eine immunstärkende Wirkung zugeschrieben“, erklärt Ackerl. Die Expertin rät, dreimal wöchentlich circa je 20 Minuten in der Sonne zu verbringen. Nachteil: Je höher der Lichtschutzfaktor der Creme, desto weniger kann Vitamin D vom Körper aufgenommen werden.

Wie ernähre ich mich im Sommer richtig?
Auch wenn wir an heißen Tagen oft keinen Hunger verspüren, sollte man trotzdem nicht aufs Essen verzichten, da sonst der Kreislauf kollabieren kann. Am sommerlichen Speiseplan sollten, so empfiehlt Ackerl, vor allem leicht verdauliche Speisen stehen wie (wasserhaltiges) Obst, Gemüse, Salate, gedünstetes Gemüse sowie Fisch. Essen Sie zudem mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt. Noch wichtiger als das Essen ist im Sommer aber das – ausreichende – Trinken: Mindestens zwei Liter Mineralwasser, Leitungswasser oder ungesüßte Tees sollten am Tag getrunken werden, an heißen Tagen können es ruhig drei bis vier Liter sein. Auf zuckerhaltige Limonaden, Kaffee sowie Alkohol sollte verzichtet werden, da diese den Körper unnötig belasten. Und auch wenn es noch so verführerisch sein mag: Eiskalte Getränke erhitzen den Körper langfristig zusätzlich, zimmerwarme Getränke sind empfehlenswerter. Da durch das Schwitzen der Körper nicht nur Flüssigkeit, sondern auch Mineralstoffe (vor allem Kalium) verliert, sollte auch dieser Verlust ausgeglichen werden, am besten mit frisch gepressten Frucht- und Gemüsesäften. Paradeiser- und Bananensaft beispielsweise liefern viel Kalium.

Muss ich im Sommer auf Sport verzichten?
„Natürlich nicht!“, betont der Direktor des Österreichischen Instituts für Sportmedizin Univ. Prof. Dr. Norbert Bachl (www.sportmedizin.or.at). Laut Studien ist unser Körper allerdings in der heißen Jahreszeit zwischen 30 und 40 Prozent weniger belastbar. Bachl betont, dass hier das Sprichwort „Weniger ist mehr“ ausschlaggebend ist: „Viele Menschen glauben, sie müssten mit den ersten Sonnenstrahlen alles niederreißen. Das ist falsch. Besonders wenn man im Winter wenig trainiert hat, ist es wichtig, den Körper wieder langsam an Sport und Training zu gewöhnen. Man sollte Intensität und Umfang langsam, aber stetig steigern.“ Sonnencreme und vor allem Kopfbedeckung sowie atmungsaktive Kleidung sind das A und O, um beim sommerlichen Sport einem Hitzschlag vorzubeugen, so der Experte. „Zudem sollte man eher am späten Nachmittag bzw. frühen Abend trainieren und die pralle Hitze mittags meiden.“ Und wie sieht es mit der Flüssigkeitszufuhr aus? Dazu Bachl: „Ein Sportler braucht, abhängig von der Hitze und der Intensität der Bewegung, mindestens 0,7 bis 1 Liter Flüssigkeit pro Stunde. Fangen Sie nicht erst zu trinken an, wenn Sie schon Durst verspüren, sondern beginnen Sie damit schon 20 Minuten vor dem Sport, um einen Mangelzustand zu vermeiden.“ Leicht verdauliche Nahrung wie Müsliriegel sind während eines langen Trainings (zum Beispiel ausführliche Radtouren) nicht nur erlaubt, sondern gar erwünscht. Sportler sollten zudem nicht auf Kohlenhydrate verzichten und genügend Eiweiß sich zuführen. Übrigens: Die Regel, dass man 30 Minuten nach dem Essen warten muss, um ins kühle Nass zu springen, ist längst überholt. „Bei vernünftiger Ernährung ist das kein Thema“, stellt Bachl klar. „Da müsste man den Magen schon extrem anfüllen.“

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Gesund durch den Sommer
Seite 2 Starkes Schwitzen
Seite 3 „Früher waren wir zufriedener!“

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