Dienstag, 26. Januar 2021

Genuss statt Verdruss - Wo versteckt sich aber Histamin?

Ausgabe 2019.06
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Wo versteckt sich aber Histamin?
„Zu histaminhältigen Lebensmitteln gehören lang gereifte Käsesorten, geräuchertes Fleisch, einige Fischprodukte, fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut und Sojaprodukte, essighältige Produkte, Pilze, Paradeiser, Spinat oder Avocados“, zählt Oberleitner auf. Wichtigste Maßnahme für Menschen mit Histaminintoleranz ist daher in erster Linie eine histaminfreie bzw. histaminarme Ernährung und das Meiden von Histaminliberatoren (siehe Kasten). Gut, zu wissen: Histamin reichert sich während des bakteriellen Reifungsprozesses in Lebensmitteln an. „Daher sollten möglichst frische Nahrungsmittel bzw. nicht aufgewärmte Speisen bevorzugt werden“, so Oberleitner. „Sie haben einen deutlich niedrigeren Histamingehalt.“ Vorsicht gilt auch bei Medikamenten, die den Abbau von Histamin zusätzlich hemmen oder das Enzym Diaminoxidase blockieren. Beispiele für kritische Wirkstoffe sind Acetylcystein, Acetylsalicylsäure, Ambroxol, Codein, Diazepam, Diclofenac, Furosemid oder Naproxen.

Lindern, nicht leiden
Falls es sich einmal nicht vermeiden lässt und Sie beispielsweise im Urlaub oder im Restaurant zu histaminhaltigen Speisen greifen (müssen), finden Sie mit DAO-Ersatzprodukten ein Auslangen. Nehmen Sie die Arzneimittel etwa 15 Minuten vor der Mahlzeit ein, um unbesorgt zu genießen. Die Behandlung histaminbedingter Symptome wiederum erfolgt durch die Einnahme von Antihistaminika, die Ihnen Ihr Arzt verschreibt. „Die wichtigste Gruppe sind hier die H1-Antihistaminika gegen Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Hautausschläge bzw. H2-Antihistaminika bei Durchfall oder Sodbrennen“, erklärt Oberleitner. „Dabei handelt es sich aber um keine kausale Therapie. Vielmehr dient sie zur Linderung spezifischer Symptome.“

Kann’s gefährlich werden?
Eine Histaminintoleranz ist keine schwere Erkrankung, sondern erfordert in der Regel eine Ernährungsumstellung. Schließlich ist der Leidensdruck durch unbehandelte Symptome nicht zu unterschätzen. Sind jedoch hohe Histaminmengen im Spiel – beispielsweise nach dem Konsum von verdorbenem Fisch – , droht eine Histaminvergiftung. Sie kann sich – natürlich auch bei Personen ohne Histaminintoleranz – mit einem allergischen Schock, also einer anaphylaktischen Reaktion, äußern, die mit Juckreiz, Blutdruckabfall, Schwellung bzw. Atemnot einhergehen kann. Sie erfordert selbstverständlich die sofortige Behandlung durch einen Arzt. 

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