Dienstag, 17. September 2019

Gendermedizin

Ausgabe 11/2012
Frauen haben ein stärker ausgeprägtes Gesundheitsbewusstsein und suchen öfter ärztliche Hilfe.

Allerdings nimmt bei Frauen mit der Menopause, wenn durch den Abfall der Östrogenwirkung viele Krankheiten wie Osteoporose, aber auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselstörungen zunehmen, die Inanspruchnahme von Vorsorgeuntersuchungen ab. Dabei wären Gesundheitschecks vor allem in Bezug auf Bluthochdruck, Blutfette und Diabetes sowie eine Überprüfung der Knochendichte wesentlich. Frauen nehmen meist ihr Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall nicht ausreichend ernst und auch ÄrztInnen unterschätzen oft das Risiko ihrer Patientinnen. Frauen werden seltener als Männer therapiert und ihre Zielwerte für Blutfette, Blutzucker und Blutdruck seltener erreicht. Deshalb ist es wichtig, dass Frauen gerade im mittleren Lebensalter selbst besser auf ihre Gesundheit achten und bei Beschwerden ärztliche Hilfe einfordern. Durch gezielte Prävention, insbesondere Rauchstopp, gesunde Ernährung sowie regelmäßige Gesundheitschecks, und Erreichen der Zielwerte bekannter Risikofaktoren können Frauen nicht nur noch länger leben, sondern auch mit guter Lebensqualität fit alt werden.

Professor Alexandra Kautzky-Willer ist Inhaberin des ersten Lehrstuhls für Gendermedizin an der Med-Uni Wien. Im Rahmen einer Forschungskooperation mit VAMED ist sie wissenschaftliche Beraterin des la pura women’s health resort kamptal.
www.meduniwien.ac.at/gender-medicine
www.lapura.at

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