Donnerstag, 19. Oktober 2017

Gefährliche Verbindungen

Ausgabe 2017.10
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Nicht nur Alkohol verträgt sich nicht mit Medikamenten. Auch bei zahlreichen anderen Lebensmitteln wie Milch oder schwarzem Pfeffer kann es zu gefährlichen Wechselwirkungen kommen. GESÜNDER LEBEN klärt auf.


Foto: iStock-onstik

Nahrungsmittel und Medikamente – das ist oft ein schwieriger Fall. Denn dass Alkohol und bestimmte Medikamentengruppen ein unvorteilhafter Mix sind, ist zwar bekannt, vielen Patienten ist aber nicht bewusst, dass auch der morgendliche Kaffee, der erfrischende Grapefruitsaft oder auch die geliebten Walnüsse die Wirkung eingenommener Arzneimittel verstärken oder abschwächen können. „Bestimmte Arzneimittel und Lebensmittel können in Kombination zum gefährlichen Risiko werden“, betont Dr. Alexandra Mandl, Vizepräsidentin der Apothekerkammer Steiermark.

nahrung

Alkohol. Da Alkohol nicht nur Genuss-, sondern auch ein Beruhigungsmittel sein kann, ist bei Arzneimitteln mit sedierender Wirkung, wie beispielsweise Schlafmitteln sowie manchen Psychopharmaka Vorsicht geboten. „Die beruhigende Wirkung wird dadurch sehr verstärkt, was nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollte“, warnt Mandl. Vorsicht auch bei der Einnahme von Schmerzmitteln wie Paracetamol: Da diese genauso wie Alkohol über die Leber abgebaut werden, kommt es zu einer doppelten Belastung des Entgiftungsorgans. Und die Sache mit den Antibiotika – stimmt die tatsächlich? „Streng genommen blockiert Alkohol nur bei bestimmten Arten von Antibiotika deren Abbau, zum Beispiel bei Metronidazol und einigen Cephalosporinen. Die Folge ist starke Übelkeit“, klärt Mandl auf. „Da für den Laien aber solch eine Unterscheidung schwierig ist, ist es ratsam, während der Einnahme komplett auf Alkohol zu verzichten.“ Bei Psychopharmaka und Schmerzmitteln gilt: Die Dosis macht’s! „Ein Gläschen Wein zwischendurch ist vertretbar!“, beruhigt die Apothekerin.

Milch. Antibiotika (allen voran Ciprofloxacin, Norfloxacin und Doxycyclin) vertragen sich nicht nur schlecht mit Alkohol, sondern auch mit Milch sowie sämtlichen Milchprodukten. Grund dafür ist das darin enthaltene Kalzium, weshalb auch bestimmte Sorten von Mineralwasser während einer Antibiotikatherapie gemieden werden sollten. Mandl: „Kalzium hat die Eigenschaft, mit dem Antibiotikum eine schwer lösliche Verbindung einzugehen, wodurch das Medikament vom Körper schwerer aufgenommen und verarbeitet werden kann. Das Antibiotikum wird somit unverdaut ausgeschieden und die antibakterielle Wirkung geht verloren.“ Simpel ausgedrückt: Das Medikament wurde zwar brav eingenommen, der Körper hatte aber nichts davon. Deshalb ganz wichtig, so Mandl: „Nehmen Sie kalziumhaltige Lebensmittel frühestens zwei Stunden nach der Einnahme dieser Medikamente zu sich!“

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