Sonntag, 25. Oktober 2020

Frauen ticken andres - Frauen zwischen 56 und 70

Ausgabe 2016.11
Seite 4 von 5

 

Frauen zwischen 56 und 70

omaFoto: © Can Stock Photo Inc. - racorn

Wenn die letzte Regelblutung nicht schon vor dem 55. Lebensjahr stattgefunden hat, ist es spätestens zwischen 55 und 60 so weit. Nach Jahrzehnten der regelmäßigen Zyklustätigkeit stellen die Eierstöcke die Produktion der weiblichen Geschlechtshormone ein, wodurch der Botenstoffhaushalt ins Wanken gerät. Die möglichen Folgen: Hitzewallungen, Schlafstörungen, Gewichtszunahme, Chaosblutungen, trockene Haut oder Stimmungsschwankungen. Aufgrund des individuellen Verlaufs der Hormonumstellung werden jedoch auch die Wechselbeschwerden ganz unterschiedlich empfunden: Je ein Drittel aller Frauen leidet entweder unter keinen, leichten bis mittleren oder mittleren bis starken Symptomen. Sind die Beschwerden nur leicht, reicht oft schon eine Umstellung des Lebensstils: Aktive Entspannungsmomente mit Yoga oder Meditation heben die Laune; gesunde und kalorienreduzierte Kost wirkt unerwünschter Gewichtszunahme entgegen und last, but not least stärkt viel Bewegung die Knochen sowie das Herz-Kreislauf-System. Das ist ganz besonders wichtig: „Frauen sterben nämlich häufiger an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung als Männer. Allerdings ziehen sie sich diese um circa 10 bis 15 Jahre später zu. Man vermutet, dass die weiblichen Geschlechtshormone, deren schützender Effekt mit Beginn der Wechseljahre nachlässt, dafür verantwortlich sind“, betont Kautzky-Willer.

Hormone – ja oder nein? Bei einigen Frauen in den Wechseljahren, die von starken wechselbedingten Symptomen heimgesucht werden, ist auch die kombinierte Gabe von Östrogen und Progesteron überlegenswert, um den natürlichen Hormonstatus wiederherzustellen. Da nach wie vor an Zusammenhängen zwischen Hormonersatz und bestimmten Krebsarten geforscht wird, sollte die Devise aber lauten: So viel wie nötig und so wenig wie möglich. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt individuell beraten. Da die Stütz- und Haltefunktion des weiblichen Beckenbodens mit zunehmendem Alter immer schwächer wird, haben Frauen in dieser Altersgruppe auch verstärkt mit einer „schwachen Blase“ und folglich Harnwegsinfekten zu kämpfen. „Eine urologische Abklärung ist hier empfehlenswert“, so Kautzky-Willer. „Eventuell können die Beschwerden durch eine vaginale Östrogenzufuhr gelindert werden.“ Um es erst gar nicht so weit kommen zu lassen, kann mit einem gezielten Training für den Beckenboden – bereits in jüngeren Jahren – vorgebeugt werden.

Keine Chance dem Darmkrebs. Weiterhin „am Plan“ stehen regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen: Ab dem 50. Lebensjahr sollte man jährlich im Rahmen der Gesundenuntersuchung eine Analyse auf okkultes Blut im Darm, also Tests auf verstecktes Blut im Stuhl, durchführen. Dadurch können Hinweise auf gut- bzw. bösartige Tumore im Bereich des unteren Verdauungstraktes geliefert werden. „Ab dem 55. Lebensjahr ist es ratsam, sich zusätzlich alle 5 Jahre einer Darmspiegelung zu unterziehen“, sagt Kautzky-Willer.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Frauen ticken andres
Seite 2 Frauen zwischen 19 und 35
Seite 3 Frauen zwischen 36 und 55
Seite 4 Frauen zwischen 56 und 70
Seite 5 Frauen ab 70

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