Dienstag, 21. Mai 2019

Frauen ticken andres

Ausgabe 2016.11
Seite 1 von 5

Sie leben länger – und das auch meist gesünder. Trotzdem werden Frauen von Jahrzehnt zu Jahrzehnt von ganz typischen Beschwerden und Erkrankungen begleitet. Wir zeigen, welche das sind und wie Sie sinnvoll vorbeugen können.


Foto: © Can Stock Photo Inc. - 4774344sean

Wer an Frauengesundheit denkt, hat oft Bilder von Gynäkologen-Ordinationen, Bruströntgen oder Kreißsälen im Kopf. Doch: Frauengesundheit ist ein medizinisches, oft knifflig zu lösendes Puzzle mit weitaus mehr Teilstücken.

In welcher Lebensphase sind Frauen mit welchen Problemen konfrontiert?


Welche Beschwerden machen ihnen wann zu schaffen?


GESÜNDER LEBEN wirft einen Blick auf die (hormonelle) Achterbahn, die Frauen von Pubertät über Schwangerschaft bis zu den Wechseljahren und darüber hinaus fahren (müssen).

Seitdem man seit Anfang der 2000er-Jahre nun (endlich) dank Forcierung der Gender-Medizin weiß, dass Frauen anders als Männer erkranken, dabei oft eine unterschiedliche Symptomatik entwickeln, auf Medikamente verschieden reagieren und mit anderen Nebenwirkungen zu kämpfen haben, können Therapien gezielter geschlechtsspezifisch und so Erfolg versprechender durchgeführt werden.


Mädchen zwischen 11 und 18

Aktuellen Studien zufolge fühlen sich Mädchen ab der Pubertät weniger gesund als gleichaltrige Buben: Während mehr als die Hälfte aller Jungen im Alter von 11 Jahren ihrem Gesundheitszustand ein „ausgezeichnet“ geben, sind es bei den Mädchen etwa 47 Prozent. Diese Bewertung sinkt mit steigendem Alter. „Gesundheitsförderung für heranwachsende Frauen bietet daher die Chance, das Selbstwertgefühl zu stärken und Verhaltensweisen zu fördern, die das physische und psychische Wohl nachhaltig beeinflussen“, so Frauen- und Gendermedizinexpertin Univ.-Prof. Dr. Alexandra Kautzky-Willer. Eltern können hier eine große Stütze sein, indem sie Anlaufstelle für Probleme bleiben und in puncto Gesundheit selbst mit gutem Beispiel vorangehen. Um Übergewicht einerseits und Essstörungen andererseits effektiv vorzubeugen, sollte in der Familie Wert auf ein vertrauensvolles Miteinander und einen gesunden Lebensstil gelegt werden. „Selbstbewusste und gut informierte Mädchen nehmen die körperlichen und emotionalen Veränderungen, die in der Pubertät stattfinden, natürlicher an“, ist Kautzky-Willer überzeugt. „Zudem sind sie tendenziell vor Suchtkrankheiten besser geschützt.“

Hormonkarussel. Mädchen sind in der Pubertät zum Teil mit massiven körperlichen Veränderungen konfrontiert: Nicht nur äußerlich dank der Entwicklung einer weiblicheren Silhouette – auch innerlich: Jedes Mädchen kommt bereits mit einem kompletten Vorrat an Eizellen – das können bis zu 2 Millionen sein – zur Welt. Da viele von ihnen im Lauf der Zeit absterben, sind bis zum Einsetzen der ersten Regelblutung (mit ca. 12 Jahren) noch etwa 200.000 bis 400.000 vorhanden. Damit der weibliche Zyklus funktionieren kann, produziert er nun in ganz unterschiedlichen Körperteilen wie z. B. in der Hypophyse oder in den Eierstöcken eine Reihe von Hormonen – und leitet damit die fruchtbare Periode im Leben einer Frau ein. Mütter sind oft die erste Ansprechperson, wenn es nun um zusätzliche körperliche Hygienemaßnahmen, Regelschmerzen, später um Liebeskummer oder sexuelle Identität geht. „Viele Mädchen sammeln heute ihre Informationen aber auch – oder sogar überwiegend – aus dem Internet. Da qualitätsvolle Online-Ressourcen rar gesät sind, können Recherche-Hilfestellungen von Erwachsenen oder das persönliche Gespräch sehr dienlich sein“, betont Kautzky-Willer. Der Gynäkologe muss übrigens nicht sofort mit Einsetzen der ersten Regelblutung aufgesucht werden. Ein Besuch empfiehlt sich aber spätestens, wenn sich Mädchen über passende Verhütungsmethoden informieren möchten, bis zum 16. Lebensjahr keine Menstruation eingesetzt hat, sich ungewöhnlicher Ausfluss bemerkbar macht, starke Regelbeschwerden bzw. Schmerzen im Unterleib anhalten und natürlich wenn eine Schwangerschaft vermutet wird. Um einer HPV-Infektion entgegenzuwirken, die zu Gebärmutterhalskrebs führen kann, ist es zudem ratsam, Mädchen (aber auch Buben!) rechtzeitig – also noch bevor die ersten sexuellen Kontakte stattfinden – zu impfen. „Der 9-fach-Impfstoff steht Kindern in Österreich zwischen dem vollendeten 9. und dem vollendeten 12. Lebensjahr kostenfrei zur Verfügung“, so Kautzky-Willer.

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