Donnerstag, 14. November 2019

Sommer, Sonne, Sonnenschein?

Ausgabe 06/2012
Um die Sonne und das richtige Sonnenbaden herrscht noch immer viel Verwirrung. GESÜNDER LEBEN hat deshalb drei Experten befragt …

Foto: Lunamaria Canstock
Hilft Topfen wirklich bei Sonnenbrand?
Prof. Dr. Franz Trautinger,
Leiter der Abteilung für Haut- und Geschlechtskrankheiten am Landesklinikum St. Pölten

Topfen kühlt. So gesehen macht es also durchaus Sinn, Topfen oder beispielsweise auch Joghurt auf die infolge eines Sonnenbrands entzündlich geröteten Stellen aufzutragen. Allerdings wird der Heilungsprozess dadurch nicht beschleunigt. In der Regel tritt ein Sonnenbrand ein paar Stunden nachdem man zu ausgiebig in der Sonne gebadet hat auf. Nach etwa zwölf Stunden ist dann das Maximum erreicht. Danach dauert es normalerweise ein bis zwei Tage, bis sich die Haut wieder erholt hat.
Selbstverständlich vermögen symptomatisch kühlende Hausmittel, wie eben Topfen oder Joghurt, die Schmerzen zu lindern. Aber auch After-Sun-Lotionen oder andere kühlende Hautpflegeprodukte helfen bei leichten Sonnenbränden. Bei besonders schweren Fällen können vom Arzt verschriebene Cremen mit Kortison sowie entzündungshemmende Medikamente zur Linderung beitragen.

Wie lang darf meine Tochter an die Sonne?
Prim. DDr. Peter Voitl,
Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde in Wien

Die Eigenschutzzeit von Kinderhaut beträgt nur fünf bis zehn Minuten, danach droht bereits ein Sonnenbrand. Der Lichtschutzfaktor (LSF) gibt an, wie viel Mal länger man sich mit einem Sonnenschutzmittel der Sonne aussetzen kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Allerdings verlängert Nachcremen die Zeit, die man in der Sonne verbringen darf, nicht.
Für Kinder gibt es spezielle Sonnencremen, die üblicherweise einen LSF zwischen 18 und 35 aufweisen. Doch nicht nur die Haut braucht Sonnenschutz, sondern auch die Augen und es gibt heutzutage schon für die Kleinsten gute Sonnenbrillen. Abgesehen davon sollte pralle Sonnenstrahlung bei Kleinkindern sowieso vermieden werden.
Kinder sind der Sonne generell viel häufiger ausgesetzt als Erwachsene. Man nimmt an, dass man bis zu seinem 18. Lebensjahr 80 Prozent der UV-Strahlenbelastung des ganzen Lebens bekommt.

Ist die Sonne ein Antidepressivum?
Univ.-Prof. Dr. Siegfried Kasper,
Leiter der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Wien

Selbstverständlich! Licht ist wie etwa Wasser und Luft ein Element, ohne das wir nicht leben können. Die seelische Gesundheit geht über das Auge – ein vorgeschobener Teil des Gehirns. So gelangt Licht über den Tractus Retinohypothalamus in den Hypothalamus, der die Biorhythmik des Körpers regelt. Neben dem Schlaf-Wach-Rhythmus oder etwa bei der Frau der Menstruationszyklus, werden hier unter anderem emotionale Verhaltensweisen geregelt. Und um die Rhythmen zu harmonisieren, brauchen wir das Licht.
Natürliches Sonnenlicht kann und sollte also sehr wohl therapeutisch genutzt werden. Man nimmt dadurch auch mehrere tausend Lux auf. Schaut man aber in den nebligen Herbst- oder Winterhimmel, steht das Sonnenlicht nicht zur Verfügung. Daher werden in dieser lichtarmen Jahreszeit Lichttherapielampen verwendet, insbesondere wenn man in einen regulären Arbeitsprozess eingebunden ist.

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