Samstag, 04. Juli 2020

Rückenschmerz – was tun?

Ausgabe 04/2012
Probleme im Bereich der Wirbelsäule gehören heutzutage zu den Volksleiden. Was man dagegen tun kann und warum Kinder sich bewegen sollten – GESÜNDER LEBEN hat für Sie drei Experten befragt.


Mag ein steifer Hals Wärme?
Univ. Prof. Dr. Martin Friedrich, Leiter
Abteilung für Orthopädische Schmerztherapie, Orthopädisches Spital Speising

Milde Wärme kann bei einem steifen Hals, bei Nackenschmerzen oder ganz allgemein bei Problemen im Bereich der Halswirbelsäule durchaus Sinn machen. Bei akuten, entzündlichen Schmerzen wird zwar oft geraten, mit Eis zu behandeln. Verständlicherweise haben allerdings viele einen Widerwillen gegen Kälte im Nacken. Diesen Menschen läuft es schon beim Gedanken daran sprichwörtlich kalt den Rücken hinunter.

Wie bei allen Problemen im Bereich der Wirbelsäule bzw. des Bewegungsapparates ist eine individuelle Therapie sinnvoll. Das heißt: Wer das Gefühl hat, Wärme tut ihm gut, der soll sich ruhig einen warmen Umschlag, ein Dinkel- oder Kirschkernkissen auf den Nacken legen. Wichtig ist jedoch, dass es nie zu heiß ist. Auch die Anwendung von Tiefenwärme, etwa mittels einer Infrarotlampe, kann Linderung bringen. Ebenso wie wärmende Salben oder abschwellende Schmerzmittel.

Bandscheibenvorfall: Muss operiert werden?
Dr. Thomas Spiegel, FA für Orthopädie & orthopädische Chirurgie, Chefarzt
Sanatorium Mehrerau, Bregenz

Nein, eine Operation ist das letzte Mittel. Mithilfe von Medikamenten und Spritzen, vor allem aber durch Physiotherapie – von der Elektrotherapie bis hin zur Streckbehandlung –, durch Befolgung ergotherapeutischer Empfehlungen sowie Vermeidung von Fehl- und Überbelastung können Bandscheibenvorfälle gut behandelt und oft auch kuriert werden. Das Um und Auf ist allerdings die Mitarbeit des Patienten. Es geht nämlich darum, Rücken- und Bauchmuskulatur zu kräftigen und dafür muss er die für ihn individuell erstellten Übungen auch zuhause machen. Ein operativer Eingriff muss erwägt werden, wenn nach sechswöchiger nichtchirurgischer, jedoch effizienter und professioneller Behandlung keine Besserung eintritt. Weitere Indikationen für eine Operation: Wenn Harn und Stuhl nicht mehr kontrollierbar sind, Lähmungserscheinungen auftreten und/oder die Motorik schwer gestört ist.

Muss mein Kind etwas für die Wirbelsäule tun?
Doris Taurok, Leiterin Ergotherapie,
Orthopädisches Spital Speising

Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang, trotzdem sollten sie motiviert werden, Sport zu betreiben bzw. sich in der Freizeit zu bewegen. Eltern haben in dieser Hinsicht eine wichtige Vorbildfunktion und es ist daher sicher sinnvoll, gemeinsame Familienaktivitäten fix einzuplanen – am besten an der frischen Luft. Aber auch Schulen müssen einen Beitrag leisten und die Kinder zu Bewegung animieren. Den ganzen Tag still zu sitzen tut Kind und Bewegungsapparat nicht gut. Apropos Schule: Vor allem im Volksschulalter sollte man beim Kauf der Schultasche darauf achten, dass sie ein möglichst geringes Eigengewicht hat, dass die Proportionen passen und die Riemen gut eingestellt werden können. Und für das eigene Wohl: Beim Spielen mit den Kleinen insbesondere am Boden, sollte man sich richtig hinknien bzw. hinsetzen. Ansonsten können Schmerzen in der Wirbelsäule auftreten.

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