Freitag, 15. November 2019

Mineralstoffe: Genug davon?

Ausgabe 07-08/2012
Wer sich ausgewogen ernährt, dem mangelt es nicht an Mineralstoffen. Und doch fragt man sich ab und zu: Ist das wirklich so? Drei Fragen an drei Experten.

Foto: iStock - Rallef
Jodmangel: Ja oder nein?
Maria Anna Benedikt, leitende Diätologin an der Salzburger Universitätsklinik

Jodmangel war in Österreich bis in die 60er-Jahren ein viel diskutiertes Thema, denn die Zufuhr galt in der üblichen österreichischen Ernährung als unzureichend. Dies lag am geringen Konsum von Meeresfischen – alles, was einmal im Meer gelebt hat, ist reich an Jod –, aber auch an unseren jodarmen Böden, wodurch in der Folge nur jodarme Agrarprodukte produziert wurden. 1990 wurde schließlich der Jodgehalt von Speisesalz in Österreich auf 20 mg pro kg in Form von Kaliumjodid erhöht. Dadurch konnte die Jodversorgung der Bevölkerung signifikant verbessert und die Kropfbildung stark reduziert werden.
Ein Kropf ist eine Vergrößerung der Schilddrüse und somit ein sichtbares Zeichen dafür, dass das Regulationssystem der Schilddrüsenhormone gestört ist. Damit die Schilddrüse einwandfrei arbeiten kann und es eben nicht zu einer Kropfbildung kommt, benötigt sie das Spurenelement Jod.


Brauchen Sportler zusätzlich Mineralstoffe?
Dr. Alfred Doblinger, Allgemein- und Sportmediziner in Oberperfuss bei Innsbruck

Wer sportelt, verbraucht Nährstoffe, also auch Mineralstoffe. Vor allem wenn man schwitzt, verliert der Körper unter anderem Natrium, Magnesium und Kalium. Diesen Verlust gilt es auszugleichen, eine ausgewogene Ernährung sollte dafür ausreichen. Natürlich darf man das Trinken nicht vergessen, wobei heimisches Leitungswasser genauso gut ist wie isotonische Drinks.

Ab einer gewissen Menge Sport mag es aber kein Fehler sein, zu Ergänzungspräparaten zu greifen. Allerdings sprechen wir hier von zehn, 15 Stunden pro Woche oder mehr. Ein leider viel zu selten erwähntes Problem für Hochleistungssportler, die dem Doping-Reglement unterliegen, sind Verunreinigungen von Nahrungsergänzungsmitteln (Protein-, Kohlenhydrat-, Mineralstoffshakes) mit für Sportler verbotenen Substanzen. Bei als Arzneimittel zugelassenen Produkten aus der Apotheke ist das meines Wissens nicht der Fall.


Warum ist Zink so wichtig?
Mag. Anita Frauwallner, Expertin für Darmgesundheit, Geschäftsführerin Allergosan

Zink trägt zur Wund- und Hautheilung bei, und da es den Vitamin-A-Stoffwechsel verbessert, wirkt es auch gegen Akne. In der Schwangerschaft kommt es häufig zu einem Zinkmangel, Haarausfall, mitunter auch Depressionen können die Folge sein. Ebenso macht es in den Wechseljahren Sinn, auf die Zinkzufuhr zu achten, weil es sich beispielsweise positiv auf die hormonelle Balance oder die innere Ausgeglichenheit auswirkt.

Zink ist also vor allem für Frauen, speziell in den hormonellen Umstellungsphasen, ein sehr wichtiges Kapitel, aber auch für zeugungswillige Männer (Stichwort Spermienqualität) und für Vegetarier – Zink ist nämlich hauptsächlich in tierischen Produkten (z. B. Rindfleisch, Austern, Innereien) für den menschlichen Organismus bioverfügbar. Lässt sich die Zufuhr nicht über die Nahrung sicherstellen oder ist der Bedarf erhöht, sind Zinkpräparate zu empfehlen.

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