Freitag, 29. Mai 2020

Hilfe, ich kann nicht mehr!

Ausgabe 11/2011
Jeder war schon einmal  niedergeschlagen. Ist man nur  traurig oder schon depressiv? Und was kann man dagegen tun? GESÜNDER LEBEN  hat für Sie drei Experten  befragt.

Foto: istock.com - Matt Brown
Was kann ich gegen Burnout tun?
Dr. Andreas Gruber,  Psychiater in Dornbirn

Burnout ist keine „Managerkrankheit“, obwohl meist Führungskräfte, die viele Überstunden machen und zum Perfektionismus neigen, darunter leiden. Diese Erschöpfungsdepression – um nichts anderes handelt es sich dabei – kann jeden treffen, etwa auch Langzeitarbeitslose, die zudem finanzielle Probleme haben.

Übrigens: Auch Mütter sind „Manager“, oft mit einer Doppelbelastung. Je früher man mit dem Hausarzt bzw. einem Arzt des Vertrauens spricht, desto eher kann, falls nötig, mit der Behandlung begonnen werden.

Damit es erst gar nicht soweit kommt, sollte man seinen Körper wertschätzen, sich nicht zu viel vornehmen und sich Pausen gönnen. Im Job gilt es, zusammen mit den Vorgesetzten Auswege zu suchen, um die Arbeitsbelastung zu reduzieren. Hier sind auch die Unternehmer gefordert. Immerhin profitieren sie von reduzierten Krankenständen und motivierten statt erschöpften Mitarbeitern.

Können Probiotika gegen Stress helfen?
Mag. Anita Frauwallner,  Expertin für Darmgesundheit und  Geschäftsführerin Allergosan

Stress ist pures Gift für den Darm. Er führt dazu, dass nicht mehr ausreichend Tryptophan gebildet werden kann. Dabei handelt es sich um eine Vorstufe des Glückshormons Serotonin und des Schlafhormons Melatonin. Erschöpfung ist die Folge und dies führt wiederum oft zum Burnout. Erschöpfung ist aber auch eine Folge von Entzündungen im Darm. Jedem ist klar: Wo eine Entzündung ist, ist es heiß – das gilt auch für die Darmschleimhaut. Folglich fühlen sich Darmbakterien dort nicht wohl. Somit können auch keine  Vitalstoffe aus der Nahrung aufgenommen werden. Doch gerade B-Vitamine sind für unsere Bauch-Hirn-Achse besonders wichtig. Ein Mangel führt zu Nervosität und Niedergeschlagenheit.

Hoch dosierte Probiotika können hier wahre Wunder wirken. Unter anderem, indem sie Entzündungen im Darm hemmen. Bei Stress und Burnout-Gefahr sollte daher immer zuerst der Darm saniert werden.

Was kann ich gegen Trennungsschmerz tun?
Dr. Elmar Weiskopf,  Psychiater in Götzis und  Geschäftsführer von pro mente Vorarlberg

Es ist normal, dass eine Trennung weh tut. Doch jede Trennung ist auch ein Abschied, da bleiben Narben zurück. Man muss sich also schon Zeit geben. In der Regel dauert es zwischen zwei Monaten und einem halben Jahr und nach einem Jahr sind die meisten auch wieder bereit, eine neue Beziehung einzugehen. Es ist aber leider oft so: Je mehr Trennungen man hinter sich hat, desto schwerer tut man sich, in einer neuen Beziehung Vertrauen aufzubauen.

Es gibt allerdings auch Menschen, die aufgrund ihrer Lebensgeschichte und Persönlichkeit schlechter mit Trennungen umgehen können und mitunter drastisch reagieren – etwa mit massiven Schlafstörungen, ständigem Gedankenkreisen, Appetitlosigkeit. Stellt sich auch nach zwei, drei Wochen keine Besserung ein, sollte man in jedem Fall therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen. Insbesondere, wenn zudem Suizidgedanken auftreten.
Mehr Informationen unter www.promente-v.at.

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