Mittwoch, 13. November 2019

Hilfe, ich habe eine Allergie!

Ausgabe 03/2012
Ob Pollen oder Nahrungsmittel, Hausstaubmilben oder Insektengift: Allergien nehmen zu. Allerdings müssen wir uns nicht damit abfinden. GESÜNDER LEBEN hat für Sie drei Experten befragt.

Foto: istockphoto.com - Alexandru Razvan Cofaru
Kann ich mein Kind schon früh testen lassen?
Univ. Prof. Dr. Christof Ebner,
Leiter Allergieambulatorium Reumannplatz, Wien


Für Allergietests gibt es kein Alterslimit nach unten. Vielmehr ist es so, dass wir die Neigung, Allergien zu entwickeln, schon bei Babys im Rahmen einer Blutuntersuchung erkennen und in der Folge rechtzeitig vorbeugende Maßnahmen ergreifen können. Das ist wichtig, denn je früher eine Allergie erkannt und behandelt wird, desto besser. So kann einerseits der Verlauf einer bereits bestehenden Allergie gemildert werden, andererseits der Entwicklung neuer Al-lergien vorgebeugt werden.

In unserem Ambulatorium führen wir Hauttestungen mit einer speziell auf die im Kindesalter wichtigen Allergieauslöser zugeschnittene Testserie durch. In Kombination mit den Antikörperuntersuchungen im Blut ermöglicht dies die Erkennung spezieller Allergieformen.
Übrigens: Ein erhöhtes Allergierisiko liegt immer dann vor, wenn in der Blutsverwandtschaft, insbesondere unter den Eltern, Allergiker zu finden sind.

Heuschnupfen: Kann ich mich jetzt impfen lassen?
Dr. Johannes Gächter,
HNO-Arzt und Phoniater in Bregenz

Nein, vorerst können Sie die Pollen nur meiden. Die Therapie beginnt im Herbst oder zumindest bevor die Pollen wieder fliegen. Leider denken dann nur die wenigsten an den Heuschnupfen. Daher schicken wir unseren Patienten im Spätsommer ein Erinnerungsmail. Nach der Austestung und sobald der Impfstoff, der extra bestellt wird, da ist, legen wir los.

Neben den klassischen Impfkuren, die man nur vor der Pollensaison beginnen kann – Hyposensibilisierung oder Spezifische Immuntherapie genannt –, gibt es auch neuere Formen der Behandlung. Unter ihnen sind sowohl Schluckimpfungen wie auch Spritzenkuren. Diese kann man auch in der symptomatischen Zeit beginnen. Daneben gibt es Mittel wie zum Beispiel die sogenannten Antihistaminika oder Lungensprays bei Asthma, die zwar nicht langfristig aber doch im Moment sehr wirksam und hilfreich sind.

Mein Sohn ist gegen Kuhmilch allergisch. Was tun?
Dr. Simon Zünd,
FA für Innere Medizin in Lustenau

In erster Linie gilt es, Kuhmilch zu meiden. Das fällt mitunter schwer, da Kuhmilch, genauso wie Hühnereiweiß, Weizen, Soja oder bestimmte Gewürze – auch hier bestehen oft Allergien – weit verbreitet sind und eventuell versteckt in Nahrungsmitteln vorkommen können. Bei Spargel, Honig oder Meeresfrüchten ist das leichter.

Nahrungsmittelallergien können in jedem Alter entstehen, sind aber bei Kindern häufiger. Dafür gibt es verschiedene Gründe: Beispielsweise ist ihr Magen-Darm-Trakt noch unreif, was mit einer verminderten Toleranz gegenüber Nahrungsmittelproteinen verbunden ist. Auch kann es mit einem angeborenen erhöhten Risiko, Nicht-Stillen oder anderen Ursachen zusammenhängen. Durch Eliminierung der entsprechenden Lebensmittel ist es möglich, dass manche Nahrungsmittelallergien bis zur Pubertät verschwinden. Nuss- und Fischallergien bleiben allerdings oft ein Leben lang bestehen.

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