Sonntag, 17. Februar 2019

Feuer in der Speiseröhre

Ausgabe 03/2013

Ein Viertel der Österreicher leidet unter Sodbrennen. Wir sagen, wann das Feuer im Rachen oder hinter dem Brustbein harmlos ist. Und wann man zum Arzt gegen sollte.


Foto: Can Stock Photo Inc. - artjazz

Ein brennender Schmerz hinter dem Brustbein, Schluckbeschwerden, oft auch Oberbauchschmerzen und zeitweises „saures Aufstoßen“ – Symptome, die im Liegen noch schlimmer werden und mit denen in westlichen Industrienationen etwa ein Viertel der Bevölkerung mindestens einmal im Monat zu kämpfen hat. Und das zumeist nach einem reichhaltigen und fetten Essen: Sodbrennen! „Meist liegt dabei eine Störung im Bereich des Übergangs von der Speiseröhre zum Magen vor“, erklärt OA Dr. Michael Baschata von der Universitätsklinik für Chirurgie in Salzburg. „Durch eine Schwäche des Verschlussmechanismus kann saurer Mageninhalt vermehrt in die Speiseröhre hochfließen. Dies schädigt die Schleimhaut und führt zu Entzündung und den Symptomen.“ Nicht bei allen Betroffenen ist das ein gravierendes Problem, und es gibt auch zahlreiche Hausmittel wie etwa ein Glas Milch, eine Scheibe Weißbrot oder eine Banane sowie rezeptfreie Mittel aus der Apotheke, die im Akutfall helfen können (siehe dazu auch Kasten). Doch Experten empfehlen in jedem Fall eine Überprüfung und eventuelle Änderung der Ernährungsgewohnheiten. So wird etwa geraten, fünf bis sechs kleinere statt drei große Mahlzeiten zu sich zu nehmen und auf sehr fetthaltiges Essen sowie Kaffee, Tee, Schokolade und Alkohol weitgehendst zu verzichten. Auch  Entspannungstechniken werden empfohlen, da Stress nicht selten seine Rolle bei der Entstehung von Sodbrennen spielt.

Häufige Auslöser von Sodbrennen
  • Kaffee und Tee
  • Alkohol und Nikotin
  • fettes Essen
  • stark gewürzte und gebratene Speisen
  • Stress und falsche Essgewohnheiten (z. B.  zu schnelles Essen)

Refluxkrankheit: unbedingt zum Arzt! „Falls Refluxbeschwerden regelmäßig auftreten und/oder zweimal oder öfter pro Woche Medikamente deswegen eingenommen werden, ist eine exakte medizinische Abklärung unbedingt zu empfehlen; dies betrifft etwa zehn Prozent der Bevölkerung“, sagt Baschata. „Notwendig ist dies wegen des chronischen Verlaufs und der möglichen Langzeitschäden, denn bei lang anhaltender, nicht behandelter Erkrankung können auch schwerwiegende Dauerschäden – im schlimmsten Fall sogar ein bösartiger Tumor – entstehen.“ Zur genauen Abklärung sind mehrere Untersuchungen erforderlich, damit das Problem gegenüber anderen Erkrankungen, die ähnliche Beschwerden bereiten, abgegrenzt und eine optimale Therapie geplant werden kann. Nach einem eingehenden Gespräch – am besten mit einem Spezialisten –, in dem die Beschwerden und Symptome genau beschrieben werden sollten, erfolgt zunächst eine Magenspiegelung. „Sie gibt Aufschluss über die aktuelle Entzündung und bereits vorhandene chronische Veränderungen der Speiseröhre sowie auch über anatomische Veränderungen. Auch der Magen und der Zwölffingerdarm werden dabei mituntersucht“, so Baschata. Weiters werden eine Druckmessung, eine Säuremessung und eventuell ein Schluckröntgen durchgeführt.

Hausmittel gegen Sodbrennen
  • Oft hilft es, eine Scheibe Weißbrot oder eine trockene Semmel zu essen.
  • Wer vor allem nachts Probleme hat, kann den Kopf so (hoch) lagern, dass aus dem Magen nichts in die Speiseröhre zurückfließen kann.
  • Im Akutfall helfen ein Glas Milch, eine Scheibe Weißbrot oder eine Banane.
  • Als weitere Hausmittel gegen das (harmlose) Sodbrennen gelten Haselnüsse, Kartoffeln, Leinsamen, Apfelessig, Schafgarbe, Pfefferminze und Kieselerde.

Erfolgreiche Behandlungsmöglichkeiten durch individuelle Therapie. Jetzt kann der Arzt den Schweregrad der Erkrankung feststellen und die individuell richtige Therapie festlegen. Dabei werden säurehemmende Medikamente gegeben, die die Symptome unterdrücken und zu einer Abheilung der Entzündung führen. Allerdings – und auch das betonen die Fachleute – verhindert diese Therapie nicht den Rückfluss vom Magen in die Speiseröhre und verliert mit Fortschreiten der Erkrankung an Wirksamkeit. „Wenn ein Zwerchfellbruch und eine Schließmuskelschwäche vorliegen, ist eine Operation zur Wiederherstellung der Verschlussfunktion zwischen Magen und Speiseröhre möglich“, erklärt Experte Baschata weiter. „Diese Eingriffe werden überwiegend laparaskopisch, das heißt durch Spiegelung – ähnlich wie bei einer Gallenblasenoperation – durchgeführt. Sie sind komplikationsarm und bringen gute Ergebnisse: Über 90 Prozent der Patienten sind postoperativ beschwerdefrei.“ Achten Sie also auf sich, wenn sich bei Ihnen nach dem Essen kein wohliges Sattheitsgefühl, sondern die lästigen und unangenehmen Symptome des Sodbrennens einstellen. Aber vor allem: Treten die Beschwerden häufig auf, tun Sie diese nicht als Bagatelle ab!

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