Mittwoch, 22. Mai 2019

Fettsucht (Adipositas)

13. Oktober 2011
In unserer Gesellschaft gibt es einen sehr großen Anteil an zu dicken Menschen, allerdings sind nicht alle Übergewichtigen fettsüchtig. Alle Fettsüchtigen sind aber übergewichtig. Von Fettsucht sind großteils Frauen betroffen. Der Anteil der männlichen Erkrankten ist hier jedoch größer als bei Magersucht und Ess-Brechsucht. Die Fettsucht zählt nicht zu den klassischen, psychisch bedingten Essstörungen, allerdings sind die Ursachen und Folgen dieser Erkrankung mit jenen der Magersucht bzw. Ess-Brechsucht vergleichbar.


Diagnosekriterien
  1. Body-Mass-Index von mindestens über 30
  2. Übermäßige Anhäufung von Fett im Körper
  3. Bereits bestehende oder zu erwartende körperliche Schädigung durch die ständige übermäßige Nahrungszufuhr und das daraus resultierende Übergewicht
  4. Massive Beeinträchtigung des Sättigungsgefühls (gegessen wird, solange Nahrung verfügbar ist)
  5. Gegessen wird auch, wenn kein Hungergefühl vorliegt.

Symptome und mögliche Folgen der Fettsucht
  • Im Gegensatz zu Magersüchtigen wird der eigene Körper und das Körpergewicht durchaus realistisch wahrgenommen (keine Über- oder Unterschätzung).
  • Es besteht das Gefühl, das Essverhalten und das Gewicht nicht kontrollieren zu können (Hilflosigkeit).
  • Übermäßiges Essen erfolgt meistens alleine (geheim) – im Beisein anderer werden eher durchschnittliche Nahrungsmengen konsumiert.
  • Oft geringes Selbstwertgefühl aufgrund der wahrgenommenen Unförmigkeit des eigenen Körpers
  • Oft lange andauernde depressive Verstimmungen
  • Herz- Kreislauferkrankungsrisiko ist stark erhöht.
  • Diabetes Mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Fettleber bis hin zur Fettleber-Hepatitis (Gelbsucht)
  • Atemstörungen
  • Vorzeitiger Gelenksverschleiß
  • Stark erhöhte Gefahr an Tumoren des Verdauungsapparates zu erkranken

Ursachen der Fettsucht
  • Fettsüchtige Menschen können ihre Gefühle nicht ausdrücken, sie „schlucken sie hinunter“.
  • Das Essen ist oft die einzige Möglichkeit, emotionale Bedürfnisse zu befriedigen.
  • Fettsüchtige leiden unter vermeintlichen und realen Ablehnungen durch ihre Mitmenschen und kompensieren dies wieder mit erhöhtem Nahrungsmittelkonsum.
  • Anerzogene falsche Ernährungsgewohnheiten, die oft nur sehr schwer veränderbar sind
  • Esssucht entsteht häufig in Folge mehrerer Diäten, die aus Gründen der Gewichtsreduktion durchgeführt werden. In den meisten Fällen folgt jedoch nach einer Diät wieder eine Gewichtszunahme (Yo-Yo Effekt). Der Frust und die Enttäuschung, die dadurch entstehen, werden wieder mit Essen bekämpft usw.
  • Unzureichende Stressbewältigungsstrategien
  • Genetische Faktoren (z.B. vererbte Stoffwechselerkrankungen)

Literatur:
1. Suchtpräventionsstelle Salzburg: Thema ist...Essen.; in Akzente
2. Bärbel Wardetzki: Bulimie: der Hunger nach Anerkennung
3. Trojovsky et al.: Anorexia nervosa – Magersucht; in Paediatrie und Paedologie 30, 1995), A93-99;
4. König et al.: Anorexie und Bulimie...wenn Essen unnatürlich wird; Informationsbroschüre der Österr. Ges. für Neurolgie und Psychiatrie
5. Saß, Wittchen, Zaudig: Diagnostisches und Statistisches Manual Psychischer Störungen (DSM-IV), Hogreve, 1998
6. Dt. Ges. f. Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychiatrie u.a.(Hrsg.) Leitlinien zur Diagnostik und Therapie von psychischen Störungen im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter. Dt. Ärzteverlag, 3. überarbeitete Auflage 2007, S. 117 - 130

Autor: Dr. Gerlinde Stern-Pauer, Mag. Christian Reumann


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