Freitag, 24. Mai 2019

Farbenspiele des Körpers

Ausgabe 2016.10
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Sehen Sie genau hin! Wer sich gut kennt, dem fallen körperliche Veränderungen an der Haut, in den Augen oder an Körpersekreten frühzeitig auf. GESÜNDER LEBEN verrät, wie Sie die Farbenspiele Ihres Körpers richtig deuten.


Fotos: © Can Stock Photo - marmarie, circotasu

Trüber Urin kann auf eine Entzündung der Harnwege hinweisen, rote Wangen auf eine Hauterkrankung, Zungenbelag auf ein Magenproblem: Der Internist Dr. Marcus Franz erklärt, wie man Körperverfärbungen deuten kann und welche Veränderungen ärztlich abgeklärt werden müssen.  

Gesicht
Die Haut, das größte Organ des Menschen, kann unter anderem empfindlich auf Stress oder falsche Ernährung reagieren. Insbesondere im Gesicht kann man ablesen, ob uns etwas unter die Haut gegangen ist.
Blässe: Ein frischer, rosiger Teint zeugt von Gesundheit. Blasse Haut hingegen kann ein Hinweis auf verminderte Durchblutung bzw. Sauerstoffmangel sein. Möglicherweise fehlt dem Körper Eisen oder Folsäure – was bei Frauen relativ häufig vorkommt. Ein regelmäßiger Check beim Arzt deckt Mängel auf, die mit bewusster Ernährung und gezielter Substitution ausgeglichen werden sollen. Die Heilkunst Ayurveda deutet Blässe mit „zu viel Struktur und Starre“, sie empfiehlt, in Bewegung zu bleiben, z. B. mit Radfahren oder Nordic Walking.
Gerötete Wangen: Sie können ein Anzeichen für „Rosazea“ sein. Das ist eine Hauterkrankung vornehmlich des Gesichts (Stirn, Nase, Kinn und Wangen) und betrifft sehr viele – doch die wenigsten Betroffenen wissen von ihrer Erkrankung.
Typisch dafür sind anhaltende Rötungen, sichtbare Äderchen und Pusteln oder Knötchen, die mit einer Allergie oder Akne verwechselt werden können. Ihr Dermatologe kennt sich aus und berät über sinnvolle Pflege und Therapien. Apfelbäckchen können zudem auf einen Magnesiummangel hindeuten.
Hochroter Kopf: Nach dem Sport kennt das fast jeder. Wer aber ohne Anstrengung binnen weniger Sekunden von normaler Farbe auf eine feuerrote wechselt, könnte einen zu hohen Blutdruck haben. Bitte unbedingt vom Hausarzt prüfen lassen, weil dadurch das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt ansteigt.

Expertenrat

Dr. Marcus Franz, MSc, Facharzt für Innere Medizin in Wien

Wann sollte ich zum Arzt?

Behandlung ist gut, Kontrolle ist besser

Die genaue Selbstbetrachtung des Körpers ist eine wichtige Unterstützung, um gesund zu bleiben bzw. mögliche Krankheiten ehestmöglich zu erkennen und rechtzeitig behandeln zu können. „Wer an sich Auffälliges entdeckt, sollte so bald wie möglich seinen Hausarzt aufsuchen und nicht selbst herumdoktern“, betont Internist Dr. Marcus Franz.

Das gilt auch für Beschwerden, die wieder verschwinden, aber regelmäßig wiederkommen.

Zusätzlich sollte man die regelmäßigen (jährlichen) Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt, Augenarzt, Gynäkologen bzw. Urologen (bei Männern ab 40 jährlich) wahrnehmen.

Augen
Irisdiagnostiker wollen in den Augen Bluthochdruck, Schilddrüsenstörungen oder Diabetes erkennen können. Was man sonst rund um das Auge deuten kann:
Augenringe: Bei manchen Menschen sind dunkle Schatten um die Augen schlicht Veranlagung. Bei den meisten entstehen sie jedoch durch Schlafmangel, psychische Belastungen oder auch Infektionskrankheiten. Falls Augenringe nach ausreichend Ruhe und überstandener Krankheit nicht von selbst verschwinden, sollte der Hausarzt näher hinsehen. Bei Frauen, die unter starken Regelblutungen leiden, können sie auf einen Eisenmangel hindeuten.
Gelbliche Augen: Ist die Bindehaut nicht mehr weiß, sondern leicht gelblich, kann das auf eine Fehlfunktion der Leber oder einen Gallenstau hinweisen. Mögliche Ursachen sind z. B. fettreiche Ernährung, zu viel Alkohol, oder Gallensteine. Auch Medikamente können das Entgiftungsorgan Leber schwächen. Wer seine Leber kurmäßig stärken möchte, greift am besten zu Präparaten mit Mariendistel. Artischocken-Extrakte regen die Galle an und unterstützen die Fettverdauung. Die Leber dankt es, wenn man zusätzlich viel Wasser trinkt, Alkohol und tierische Fette reduziert und seine Leberwerte regelmäßig kontrollieren lässt.

Zunge
Auch die Lippen und vor allem die Zunge können Auskunft über unsere Befindlichkeit geben.
Rote Zunge: Ist sie tiefrot, nennen Schulmediziner sie auch Himbeer- oder Erdbeerzunge. Diese Verfärbung kann ein Hinweis auf die bakterielle „Kinderkrankheit“ Scharlach sein. Den Verdacht sollte man unbedingt ärztlich abklären und bei Bestätigung behandeln lassen. Achtung! An Scharlach kann man mehrmals im Leben erkranken.
Gelblicher Belag: Die Zungenoberfläche ändert sich meist wenn mit dem Magen etwas nicht stimmt. Auch kariöse Zähne oder eitrige Zahnherde können sich in einem veränderten Zungenbelag zeigen. Ändert sich das Geschmacksempfinden, kann das mit einer Störung des Nervensystems zusammenhängen.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Farbenspiele des Körpers
Seite 2 Finger- und Fußnägel

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